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Basis-Diskothek Rock und Pop [Broschiert]

Uwe Schütte
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Kenner wie Neueinsteiger." -- Wiener Zeitung "Locker, aber immer korrekt geschrieben, hat man mit dem 9,5 x 15-Zentimeter kleinen Bändchen ein lexikalisch gefülltes Kleinwerk zur Hand. Bestechend klar geschrieben, sauber ausgewählt und mit allen wichtigen Daten versehen, schaffte Schütte ein beachtliches Novum: Das 'Minirock-Lex'." -- rundy "Der in Großbritannien als Universitätsdozent für deutsche Kultur und Geschichte arbeitende Autor hat ganz hervorragend gearbeitet. Zu jedem aufgezählten Werk weiß er die Entstehungsgeschichte, die daran beteiligten Musiker und ungewöhnliche Begebenheiten. ... Alles in allem hat Uwe Schütte ein wunderbares Buch geschrieben, das sehr gut durchlesbar ist, zum Schmunzeln und Schwelgen einlädt. Einfach die eigene Plattensammlung durchforsten, die entsprechenden Alben nehmen und beim Hören den passenden Text lesen." -- Melodie und Rhythmus "Äußerst lesenswert ist auch das abschließende Essay 'Was ist und zu welchem Ende hören wir Popmusik?' über die Bedeutung(sverlagerung in) der Popmusik sowie das lehrreiche Glossar mit musikalischer Stilkunde." -- Zillo "Eine wunderbare, kenntnisreich verfasste Lektüre für Musikfreunde, höchst erhellend und sehr amüsant zu lesen." -- www.SIMsKultur.at -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Uwe Schütte, geb. 1967, Dr. phil., Literaturkritiker, Kulturessayist und Musikjournalist. Er arbeitet als Universitätsdozent für deutsche Kultur und Geschichte in Großbritannien. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Was ist und zu welchem Ende hören wir Popmusik?

Popmusik funktioniert als kultureller Bedeutungsträger, weil er sich aus drei Komponenten zusammensetzt: der Musik, den Texten und dem Image, das durch das Styling der Musiker und Albumcover vermittelt wird. Womit das für dieses Buch zentrale Stichwort gefallen ist: das Album. Es ist das Format, durch das sich die Popmusik zu einem komplexen Ausdrucksmedium emanzipierte, das soziale und politische Statements liefert. Ein Popalbum repräsentiert mehr als nur die Summe der darin versammelten Songs. Programmatische Titel wie 'Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band', 'Urban Hymns' oder '69 Love Songs' geben den Musikstücken einen verbindenden Rahmen. Das Coverdesign ergänzt Musik und Wort um die visuelle Komponente, durch die das Album erst zu einem konturierten Kulturprodukt wird. Anders als in der klassischen Musik herrscht im Pop eine feste Beziehung zwischen Cover und Musik, also zwischen Form und Inhalt des Tonträgers. [...]
Ihr eminent demokratischer Zug kommt der Popmusik immer weiter abhanden. Die Verbesserung der Klangqualität durch die CD geschah um den Preis des Covers, das zu einem kleinen Heftchen in einer schnell verkratzten Plastikhülle zusammenschrumpfte. Selbst wenn dieses Booklet sich, wie etwa bei Johnny Cashs 'Solitary Man', zu einem Poster ausfalten lässt oder RADIOHEAD ihrem 'Kid A' ein kleines Comic-Heftchen als Bonus beilegen, liefert dies doch keinen Ersatz für das haptische Erlebnis, das die LP dem Plattensammler bietet. In einer Zeit, da die Festplatte immer weiter die CD als Speichermedium ablöst, entfällt nicht nur die Dimension des Coverdesigns, sondern verschwindet auch das Album zunehmend als Format und damit als Kunstform, um durch beliebige Hit-Kompilationen ersetzt zu werden. [...]
Der Pop kann Leben verändern, weil er an der heiklen Schnittstelle zwischen Kindheit und Erwachsenenalter eingreift. Er löst Initiationserlebnisse aus, die uns unwiderruflich prägen. Zum ersten Mal Elvis/HipHop/Techno (oder was auch immer) zu hören wird zu einem unhintergehbaren 'rite de passage' - einmal vom Pop infiziert, kommt man nicht mehr davon los. Ist den Jugendlichen erst einmal der Bazillus der Dissidenz eingepflanzt, wird er zwangsläufig von ihren Körpern Besitz ergreifen: man imitiert Tanzschritte, adaptiert Frisuren, steckt sich Sicherheitsnadeln ins Ohr oder Totenkopfringe auf die Finger. So kann der Popbazillus den Marsch durch die Institutionen antreten.
Auch aus diesem Grund verbindet Popmusik Kunst und Politik. Denn wie das gänzlich Andere eines gesellschaftlichen Gegenentwurfs aussieht, lässt sich mit Worten nur unzulänglich beschreiben, in der Musik aber durchaus hörbar machen. Die Kunst geht der Politik voran, relevante Popmusik entwickelt nicht nur so etwas wie eine Ästhetik des Widerstands gegen den Status quo, sondern liefert zudem eine konkret hörbare Utopie. Das Überraschende, das völlig Neuartige, das zuvor Unausdenkbare demonstriert die Möglichkeit einer anderen Ordnung der Dinge als die gewohnte. Der 'Pop' ist immer dagegen.
Soll man also im Angesicht des kommerziellen Mainstream verzweifeln? Besser nicht! Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch. Den rebellischen Geist des Pop werden die Multis der Musikindustrie nie unterdrücken können. Er hat sich lediglich in periphere Bereiche verzogen. Der größte Feind des Pop ist nämlich nicht der Kommerz, sondern die Stille. Diese ist dem Pophörer weniger gespenstisch als vielmehr zutiefst suspekt. Stille ist die Absenz von Pop, sie verlangt danach, mit Musik gefüllt zu werden. Wenn wir einmal unter der Erde liegen - dies im übrigen ein Zustand, den Musiker von Lee Hazlewood bis John Cale gerne besungen haben -, hat uns die Stille ganz erwischt. Vielleicht ist "Tod" nur ein anderes Wort dafür, keine Popmusik mehr hören zu können. [...]

© 2005 Philipp Reclam jun. Verlag Gmbh & Co., Stuttgart

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Was ist und zu welchem Ende hören wir Popmusik?

Popmusik funktioniert als kultureller Bedeutungsträger, weil er sich aus drei Komponenten zusammensetzt: der Musik, den Texten und dem Image, das durch das Styling der Musiker und Albumcover vermittelt wird. Womit das für dieses Buch zentrale Stichwort gefallen ist: das Album. Es ist das Format, durch das sich die Popmusik zu einem komplexen Ausdrucksmedium emanzipierte, das soziale und politische Statements liefert. Ein Popalbum repräsentiert mehr als nur die Summe der darin versammelten Songs. Programmatische Titel wie 'Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band', 'Urban Hymns' oder '69 Love Songs' geben den Musikstücken einen verbindenden Rahmen. Das Coverdesign ergänzt Musik und Wort um die visuelle Komponente, durch die das Album erst zu einem konturierten Kulturprodukt wird. Anders als in der klassischen Musik herrscht im Pop eine feste Beziehung zwischen Cover und Musik, also zwischen Form und Inhalt des Tonträgers. [...]
Ihr eminent demokratischer Zug kommt der Popmusik immer weiter abhanden. Die Verbesserung der Klangqualität durch die CD geschah um den Preis des Covers, das zu einem kleinen Heftchen in einer schnell verkratzten Plastikhülle zusammenschrumpfte. Selbst wenn dieses Booklet sich, wie etwa bei Johnny Cashs 'Solitary Man', zu einem Poster ausfalten lässt oder RADIOHEAD ihrem 'Kid A' ein kleines Comic-Heftchen als Bonus beilegen, liefert dies doch keinen Ersatz für das haptische Erlebnis, das die LP dem Plattensammler bietet. In einer Zeit, da die Festplatte immer weiter die CD als Speichermedium ablöst, entfällt nicht nur die Dimension des Coverdesigns, sondern verschwindet auch das Album zunehmend als Format und damit als Kunstform, um durch beliebige Hit-Kompilationen ersetzt zu werden. [...]
Der Pop kann Leben verändern, weil er an der heiklen Schnittstelle zwischen Kindheit und Erwachsenenalter eingreift. Er löst Initiationserlebnisse aus, die uns unwiderruflich prägen. Zum ersten Mal Elvis/HipHop/Techno (oder was auch immer) zu hören wird zu einem unhintergehbaren 'rite de passage' - einmal vom Pop infiziert, kommt man nicht mehr davon los. Ist den Jugendlichen erst einmal der Bazillus der Dissidenz eingepflanzt, wird er zwangsläufig von ihren Körpern Besitz ergreifen: man imitiert Tanzschritte, adaptiert Frisuren, steckt sich Sicherheitsnadeln ins Ohr oder Totenkopfringe auf die Finger. So kann der Popbazillus den Marsch durch die Institutionen antreten.
Auch aus diesem Grund verbindet Popmusik Kunst und Politik. Denn wie das gänzlich Andere eines gesellschaftlichen Gegenentwurfs aussieht, lässt sich mit Worten nur unzulänglich beschreiben, in der Musik aber durchaus hörbar machen. Die Kunst geht der Politik voran, relevante Popmusik entwickelt nicht nur so etwas wie eine Ästhetik des Widerstands gegen den Status quo, sondern liefert zudem eine konkret hörbare Utopie. Das Überraschende, das völlig Neuartige, das zuvor Unausdenkbare demonstriert die Möglichkeit einer anderen Ordnung der Dinge als die gewohnte. Der 'Pop' ist immer dagegen.
Soll man also im Angesicht des kommerziellen Mainstream verzweifeln? Besser nicht! Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch. Den rebellischen Geist des Pop werden die Multis der Musikindustrie nie unterdrücken können. Er hat sich lediglich in periphere Bereiche verzogen. Der größte Feind des Pop ist nämlich nicht der Kommerz, sondern die Stille. Diese ist dem Pophörer weniger gespenstisch als vielmehr zutiefst suspekt. Stille ist die Absenz von Pop, sie verlangt danach, mit Musik gefüllt zu werden. Wenn wir einmal unter der Erde liegen - dies im übrigen ein Zustand, den Musiker von Lee Hazlewood bis John Cale gerne besungen haben -, hat uns die Stille ganz erwischt. Vielleicht ist "Tod" nur ein anderes Wort dafür, keine Popmusik mehr hören zu können. [...]

© 2005 Philipp Reclam jun. Verlag Gmbh & Co., Stuttgart -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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