Mich hat das Buch >Basenfasten für Eilige< in zweifacher Hinsicht enttäuscht. Erstens ist die Fastenwoche für >wirklich< Eilige nicht geeignet (s.u.), und es ist nach meiner Erfahrung nicht möglich, die Woche durchzustehen, sofern man außer Haus arbeitet. Um den Energiebedarf (fürs Arbeiten) zu decken, muss man im Grunde vier mal täglich >richtige< basische Mahlzeiten zubereiten. Man steht also im Grunde den ganzen Tag in der Küche. Arbeitet man zu Hause am Schreibtisch, ist es jedoch möglich, sich dementsprechend einzuteilen.
Positiv ist zu bewerten, dass man tatsächlich aus dem normalen Ernährungstrott herauskommt. Die Umstellung macht Spaß und tut körperlich sehr gut (auch ohne alle drei Tage eine den Organismus schwächende Darmspülung durchzuführen). Es fällt jedoch sehr schwer, die Umstellung auch über die Kur hinaus weiter fortzuführen. Hier komme ich zu meinem zweiten, (Haupt-) Kritikpunkt.
Da Sabine Wacker in diesem Fastenbuch KEINERLEI Erklärungen über das System der Basen und Säuren liefert, finden sich für die Leserin und den Leser keine rationalen Erklärungen, warum man bestimmte Lebensmittel meiden sollte. Die Autorin weigert sich auch auf ihrer Website, Dinge zu erklären oder anschaulich zu machen, und verweist statt dessen auf ihre zahlreichen Bücher. Sie fordert zwar dazu auf, auch nach der Kur am Basenprinzip festzuhalten. Dies ist jedoch logisch unmöglich; es sei denn, man kauft sich ein weiteres Buch der Autorin, das eine grundsätzliche Einführung in das Themenfeld bietet. Ein kurzer, logischer Überblick wäre zu erwarten gewesen (Stoffwechsel, Abbauvorgänge, Folgen saurer oder basischer Ernährung, Auswahlprinzip für Lebensmittel). Da ich mich der Einstellung >kauf oder stirb< nicht unterwerfe, werde ich kein weiteres Buch der Autorin anschaffen, und möchte LeserInnen dazu ermutigen, ein umfassenderes Buch zum Thema Basenfasten auszuwählen und sich von der im Titel formulierten Idee, man könne >eilig< neben dem Erwerbsleben eine Kur durchführen, nicht irreführen zu lassen.