to wake a passion!
92seitiger Einstieg in die Welt des amerikanischsten Sports überhaupt.
Als bekennender Fan des Fußballsports, also nicht der eiserner Liebhaber einer bestimmten Mannschaft, beschreibt Göran Fiedler die Übersiedlung als Student, kurz nach dem verlorenen WM-Halbfinale 2006 (Deutschland -Italien), in die USA.
Um die Logik des Spielverlaufes von Baseball zu verstehen, begibt sich der neugierige Student ...., wohlgemerkt: als europäischer Sportfan!,
begibt er sich mit viel Besonnenheit auf die sprichwörtlich homerische Odyssee, um den geheimnisvollen Geist jenes US-Sports, mit all seinen Analysen, Statistiken, Taktiken und scheinbar ungelenken Regeln, zu verstehen.
Wie er dabei in die Falle des Bären tappt, beschreibt er in unverdorbener Form und macht um seinen Verrat, sein Verfallen, keinen Hehl.
Dass das ganze, von mir in einem Rutsch durchgelesen Büchlein, dabei viel zu kurz ist, verzeihe ich Göran leider nicht. Da hätte ich gerne noch ein paar mehr Innings dran gehabt!
Nun, wer sich berufen fühlt, sich dieser Leidenschaft zu widmen (sei es z.B. deshalb: um als neugieriger Zuschauer beim (evtl.) vorhandenen hiesigen Baseballvereins vorbeizuschauen und den Run um die Home Plat irgendwie zu begreifen; oder als Eltern der quälenden Kinder, die wiedermal was "tolles Neues" entdeckt haben; oder sei es als deutscher Pay-TV-Kunde, der den nuschelnden amerikanischen Kommentator im zugebuchten US-Sportkanal nicht versteht), der sollte sich das kleine gelbe Büchlein vom teutonischen Studenten, der Auszog die Sportlerseele des Nordamerikaners zu ergründen, in dem er die fast schon religiöse Verehrung der US-Gesellschaft zu ihrem Sport aufzeigt, zu Gemüte führen.
Fazit:
Für den, der es denn auch verstehen möchte, ist dieses Büchlein, mit dem Flair der gelb broschierten Dummiesreihe,
somit eine kurzweilige Einstiegslektüre und findet sich daher für mich und den einhergehenden originellen Lesespaß im knappen 5er-Amazonrankingbereich wieder (genau 4,5 Sterne, eben wegen der fehlenden Innings).
Und dass der Autor letztlich, also zum Ende hin, mit sich und seinem, für europäische Sportlerseelen, verwerflichen Outing ein versöhnliches Ende findet; sprich: einen liebevollen Burgfrieden schließt, eben am geistigen Verrat, stimmt dann wohl auch jeden Hardcore-Soccer-Fan milde.
P.S.
Wenn die BILDzeitung und dessen (Sport-)Leser nur wüssten, was ihnen durch diesen Ausnahmesport da an Anekdoten, Geschichten, Tabellen, (Sport-)Ereignissen und natürlich dadurch an barem Geld entgeht, würden sich die ein oder anderen damals verantwortlichen Medienmacher, also zu Beginn des großangelegten Zeitalters der Vermarktung von Sport überhaupt in Deutschland, ... sie würden sich die sprichwörtliche Baseballkeule geben.