Es finden sich wenig treffende Vergleiche für The Civil Wars, dem gemischtem Folk Duo aus Kalifornien und Alabama und nun hörbar ansässig in Nashville. Woran liegt das? Stilistisch erfüllen sie nicht das Country Klischee und für einfachen Folk ist die Produktion fast schon zu raffiniert. Also zwei Grammys in 2012 für das Debut, wahrscheinlich zu recht: Schon mit dem ersten Stück 20 Years hüllen die beiden in sekundenschnelle den geneigten Hörer ein und nehmen ihn mühelos die nächsten 4 Stücke weiter mit. Mal munter, mal traurig, immer ernsthaft doch nicht zu schwer. Und das Schöne ist, wir hören Lieder, eigenständige Lieder, hören Melodien, die durch wechselnde und gemeinsame Gesangsparts dann auch immer noch spannender werden. In den keinesfalls überinstrumentierten Songs dominiert natürlich die akustische Folk Gitarre. Slidegitarre, Cello, Klavier und auch mal Schlagzeug tröpfeln je nach Bedarf in die Stücke hinein und verleihen den Songs eine abgerundete Note. Das ganze ist aber keineswegs kühl serviert, nein die beiden Protagonisten sind glaubhaft mit Leib und Seele dabei. Fast erschrickt man vor solch einer intelligenten und perfekten Produktion, wäre da nicht in einigen wenigen Stücken im Mittelteil der Platte der Wehrmutstropfen, dass der Gesang zuweilen zu pathetisch gezogen ist und die ursprüngliche Natürlichkeit verlässt. Doch nach dem schönen Instrumentalstück the violett hour fängt sich Barton Hollow wieder und gerät schlussendlich doch zu einem großartigem Country-Folk-Irish-Bluegrass-Pop-Menü. Ein Blick auf das Cover zeigt uns die beiden von The Civil Wars zu Tisch sitzend. Auf dem Plattenteller aber heißt es dann nur noch: da capo!