Jonathan Strouds "Bartimäus"-Romane haben sich mit Witz, coolen Sprüchen und fantasievollen, hochspannenden Stories eine riesige Fangemeinde erobert. Sehnsüchtig wurde der vierte Teil erwartet, der diesmal nicht in der Gegenwart spielt, sondern eins von Bartimäus' längst vergangenen Abenteuern schildert, also eine Art Prequel darstellt. Daher kommen sämtliche Figuren aus den drei Vorgänger-Bänden, etwa der arrogante Jungzauberer Nathanael oder die Widerstandskämpferin Kitty, nicht vor. Stattdessen gibt es eine völlig neue, in sich abgeschlossene Geschichte, in deren Mittelpunkt der magische Ring von König Salomo steht. Die Ausgangssituation allein sorgt natürlich schon mal für Hochspannung. Sofort sympathisiert man mit der jungen Asmira und fiebert mit ihr mit: Wird sie es schaffen, in nur wenigen Tagen ihren hochgefährlichen Auftrag auszuführen, ohne erwischt zu werden - was ihren sicheren Tod bedeuten würde? Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto klarer wird natürlich, dass es nicht ganz so einfach ist mit Gut und Böse. Geschickt verknüpft Stroud die verschiedenen Interessen der Charaktere mit einer großen Intrige, die alle ins Unglück stürzen könnte, wenn sie das Falsche tun. Der freche und findige Dschinn Bartimäus, der es satt hat, ewig als Sklave den Menschen zu dienen, mischt natürlich gehörig mit und sorgt für den nötigen Humor, Wortwitz und die überraschenden Wendungen.
Gelesen wird das spannende und temporeiche Fantasyabenteuer vor exotischer Kulisse von Gerd Köster, der es wirklich versteht, jedem Charakter eine ganz eigene Stimme zu geben. Ob als vorlauter Bartimäus, als düsterer Zauberer Kaba, als heiserer Schattengeist, als weiser König Salomo oder als entschlossene Attentäterin Asmira - die Figuren werden nach wenigen Minuten vor dem inneren Auge des Hörers lebendig und die 460 Minuten dieses Hörbuchs vergehen wie im Flug. Viel zu schnell heißt es wieder Abschied nehmen von Bartimäus und seiner unvergleichlichen Art!
Spannend, witzig, temporeich: Ein unterhaltsames Wiedersehen mit dem wohl frechsten Dschinn, der je erdacht wurde. Die Lesung von Gerd Köster sorgt für die nötige Abwechslung und macht das Hörbuch zur kurzweiligen Unterhaltung, die Kinder wie Erwachsene gleichermaßen lieben werden.
Eine Hörprobe gibt es auf der Verlags-Website.