Da ist er also wieder! Der Dschinn mit dem erfrischenden Wesen eines Halunken.
Habe ich den Autor nach
Valley - Tal der Wächter noch gelobt, dass er sich nicht um des Erfolges wegen an Bartimäus festklammert, so hat er mich nun eines besseren belehrt, denn er er hat ihn doch zurückgeholt.
Die Geschichte spielt nun aber im Jahre 950 v. Chr. - in und um Jerusalem herum, zu Zeiten des Königs Salomon. Soll also zeigen, wie alles begann. Nun das stimmt nicht ganz, denn Bartimäus war zu dieser Zeit schon ein wenig länger am Start - so etwa seit 3020 v. Chr. Nun denn, egal.
Sofort merkt man, dass Jonathan Stroud wieder in heimischen Gefilden die Tasten schwingt. Der gewohnt rotzige Ton, die bekannten Fußnoten, um den Lesern beiläufige und witzige Informationen zu liefen, und ein Dschinn, der hier schon jenen unverwechselbaren Charakter hat, wie wir ihn dann später in London kennenlernen durften. Man könnte jetzt gemein sein und sagen: Nichts Neues unter der Dämonensonne. Aber das wäre nur die halbe Wahrheit.
Dennoch muss ich bemerken, dass der Autor hier eine eher seichte Handlung ins Rennen schickt. Vermisst habe ich die unterschwellige Tiefe der ersten Bücher, denn hier ist vieles nur sandige Oberfläche. Waren Nathanael und Kitty noch Figuren, die sich entwickeln mussten, so haben die Protagonisten hier nur 480 Seiten, um in der Geschichte einen Eindruck zu hinterlassen. Der Plot ist nicht gerade ein Labyrinth und auf überraschende Wendungen wartet man vergebens. Meist ist es das was Bartimäus eben machen muss - mächtige Gegenstände beschaffen, zu Diensten sein und immer wieder Haken schlagen. Das ist die gleiche Tapete nur in einem anderen Raum. An die vorangegangene Trilogie reicht die Geschichte deshalb nicht wirklich heran.
Das alles wären dicke 3 Sterne gewesen, aber ich habe mich gefreut, das alte Schlitzohr mal wieder in Aktion erleben zu dürfen und damit lege ich einen Stern obendrauf.
Alles in allem macht das Buch Laune, es ist kein Highlight, aber für zwei Abende gute Unterhaltung ist es gut. Band 5 scheint ebenfalls in Vorbereitung ... Man darf gespannt sein.