Die hilfreichsten Kundenrezensionen
114 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Dschinn erzählt ..., 6. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Bartimäus: Das Amulett von Samarkand: BD 1 (Gebundene Ausgabe)
5000 Jahre ist Bartimäus alt, ein Dschinn der vierzehnten Klasse, er hat die Mauern von Uruk, Karnak und Prag aufgebaut, war mit König Salomon per du und jetzt wird er von einem zwölfjährigen Bürschchen beschworen. So ein Mist! Obendrein macht dieser Zauberlehrling bei der Beschwörung keinerlei Fehler und so ist Bartimäus ihm ausgeliefert. Das Amulett von Samarkand soll er für den Jungen stehlen. Ein sehr mächtiges Zauberartefakt, dass den Besitzer vor magischen Angriffen aller Art schützt. Im Besitz von Simon Lovelace, einem der besten Zauberer Englands. Obendrein ist der - wie alle Zauberer - auf Macht versessen und hat sein Haus mit den modernsten magischen Einbruchsicherungen geschützt. Kein Wunder, dass diese Aufgabe alles andere als leicht ist. Wieder ein Zauberlehrling, wieder in London. Aber da hört schon jede Ähnlichkeit mit Harry Potter, seinen Vorgängern und auch seinen Epigonen auf. Bartimäus ist ein wunderbar sarkastischer Ich-Erzähler, er durchschaut die Menschen und lässt kein gutes Haar an ihnen. „Einmal verlangte ein Zauberer von mir, ihm seine große Liebe zu zeigen. Ich hielt ihm einen Spiegel vor." Und er belehrt seine Leser in zahlreichen herrlich bösartigen Fußnoten über Vergangenes und Gegenwärtiges aus dem Blickwinkel eines Dschinns. Allein diese Fußnoten wären es wert, das Buch zu kaufen. Endlich mal wieder ein lebendiger Protagonist neben all den Heroengestalten, die vor Edelmut platzen. Nathanael ist gleichzeitig ein ungemein begabter Lehrling wie auch ein ängstlicher und verschlossener Junge. Er liefert die zweite Perspektive im Buch, das zwischen Ich-Erzählung (Bartimäus) und dritten Person (Nathanael) wechselt. Erstaunlich, wie er in der Geschichte seinen Mut entwickelt, sich gegen Simon Lovelace und seinen Meister zu behaupten versteht und wie Bartimäus und Nathanael im Laufe der Geschichte zu einem Team werden. Leicht ist das wahrlich nicht. Und so bietet die Geschichte nicht nur Witz, sondern auch Spannung pur. „Bartimäus" ist eine erfrischende Abwechslung in einem eher drögen Buchmarkt, zeigt, dass man auch aus alten Stoffen noch völlig neue Geschichten machen kann und ragt aus Tolkien-Nachahmungen und Harry-Potter-Klons heraus wie ein fünf Sterne-Restaurant zwischen Döner-Buden und McDonalds-Filialen. Endlich mal wieder ein Autor, der ein wirklich originelles Garn zu spinnen weiß. Für jugendliche wie erwachsene Fantasy-Fans ein Muss, aber auch für jeden, der neue Geschichte liebt. Ein Kultbuch. Bitte mehr davon! (C) Hans Peter Roentgen
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53 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach grandios., 6. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Bartimäus: Das Amulett von Samarkand: BD 1 (Gebundene Ausgabe)
Liest man den Titel und die Inhaltsbeschreibung des Buches, kommen unweigerlich Gedanken auf wie: Noch ein Buch, das den Harry-Potter-Rausch ausnutzen will? Warum noch ein vernachlässigter, unterdrückter Zauberlehrling, der die Welt retten muß? Brauchen wir wirklich den x-ten Abklatsch ein- und derselben Geschichte? Nein, den brauchen wir sicher nicht - aber dieses Buch ist ein Muß. Erzählt wird die Geschichte des Jungen Nathanael, der als Zaubererlehrling es gerne zu großem Ruhm bringen möchte. Das Parlament von London, die Schaltzentrale der Macht über die ganze Welt, ist sein großes Ziel. Doch leider hat er einen bestenfalls mittelmäßigen Beamten zum Lehrer, der nichts auf ihn hält, seinen Lerneifer bremst - also im großen und ganzen eine Null ist. Um sich für eine Demütigung, die ihm ein erwachsener Zauberer vor den Augen seines Meisters zufügte, zu rächen, beschört Nathanael einen Dschinn, Bartimäus von Uruk. Und damit fängt der ganze Spaß erst an. Den Rest zu entdecken, bleibt der geneigten Leserschaft vorbehalten. ;) Ich habe selten ein Jugendbuch gelesen, in dem mit so viel geistreichem Witz, mit so viel Charme und doch so klarsichtig unserer Welt ein Spiegel vorgehalten wird. Schon allein Bartimäus' Bemerkungen in den Fußnoten sind ein Genuß und machen gespannt auf Teil 2 der Trilogie.
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40 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mal etwas andere Fantasy, 28. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Bartimäus: Das Amulett von Samarkand: BD 1 (Gebundene Ausgabe)
Mir hat Bartimäus sehr gut gefallen. Der Junge Nathanael ist vom bösen Zauberer Lovelace geärgert worden und möchte dessen Amulett erhalten. Damit beauftragt er den über 500 Jahre alten Dschinn Bartimäus. Davon ist dieser uralte Geist, der schon König Salomo und den ägyptischen Pharaonen diente, gar nicht begeistert... Anklänge an Harry Potter sind zu finden. Was bei Rowling die "Muggles" sind, sind bei Stroud "Gewöhnliche". Doch Bartimäus ist anders als Harry Potter. Nathanael ist - zumindest in diesem Band - keine sympathische Identifikationsfigur, sondern ein Ekel - obwohl er aus der Sicht des ambivalenten - meines Erachtens durchaus nicht bösartigen, allerdings auch nicht guten Dschinn - gezeichnet wird. Die Erzählperspektiven wechseln sich ab: sie werden einerseits aus Sicht Nathanaels erzählt, dessen Lebensgeschichte auktorial dargestellt wird, andererseits - und diese Episoden finde ich faszinierend, plastisch dargestellt und wunderbar gezeichnet - berichtet Bartimäus, der eigentliche "Star" der Geschichte, in Ich-Form seine Abenteuer bei der Suche nach dem Amulett von Samarkand, welches sich zunächst ganz harmlos anlässt... Natürlich muss sich jede Neuerscheinung, in der ein jugendlicher Zauberlehrling auftritt, mit Harry Potter vergleichen lassen. Doch der Vergleich ist nur an der Oberfläche hilfreich. Von der Erzählperspektive und Technik ist dieses Buch anders - für mich durchaus anspruchsvoller. Eine "Parteinahme" des Erzählers für die Guten - wie dies bei Harry Potter eindeutig der Fall ist - ist nicht erkennbar. Nun darf nicht vergessen werden, dass es sich hier um den ersten Teil einer Trilogie handelt. Ein endgültiges Urteil ist sicherlich erst zu fällen (wie bei Harry Potter auch), wenn alle Bände vorgelegt worden sind. Fazit: Witzig, spritzig, spannend bis zum Schluss und sehr einfallsreich. Mir hat das Buch sehr gut gefallen (besonders die Kapitel, in denen Bartimäus von sich erzählt, in seine Welt der Geister, Afrite, Kobolde etc. einführt und den Menschen ein "Spiegelbild" ihrer Eitelkeiten vorhält). Ich kann es daher nur wärmstens weiterempfehlen.
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