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Barrow's Boys: Eine unglaubliche Geschichte von wahrem Heldenmut und bravourösem Scheitern
 
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Barrow's Boys: Eine unglaubliche Geschichte von wahrem Heldenmut und bravourösem Scheitern [Gebundene Ausgabe]

Fergus Fleming
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es gibt haufenweise Bücher über die englischen Entdecker des 19. Jahrhunderts, und es gibt jede Menge Bücher über die Gegenden, die sie bereist haben. Ein Buch jedoch, das beides gleichberechtigt behandelt, findet man selten: Barrow's Boys ist eines davon. Was der britische Bestsellerautor Fergus Fleming über John Barrow, den in Vergessenheit geratenen "Vater der Entdeckungsreisen", und seine waghalsigen Expeditionen in sämtliche Kontinente der Erde zusammenträgt, ist eine Entdeckungsreise für sich -- eine äußerst spannende und empfehlenswerte obendrein.

Zwischen Niger-Erforschung und der verzweifelten Suche nach der Nordwestpassage fragt man sich als Leser, wie viele Monate der Autor wohl in dämmerigen Archiven und Bibliothekssälen zugange war, um Abertausende von Schiffsjournalen, Briefen, Tagebüchern und Aufzeichnungen nach lesenswertem Material durchzuforsten: Es müssen etliche gewesen sein, denn Fleming geht mit unverschämter Genauigkeit zur Sache, wobei er nicht nur individuelle und politische Beziehungen beleuchtet, sondern die Ereignisse auch in das beginnende Zeitalter der Industrialisierung und somit in einen globalen Kontext einordnet.

Alles in allem ist Barrow's Boys eher Erzählung (zuweilen richtig britisch-humorvoll) denn Biografie, wenngleich alle 28 Anekdoten mit Barrow, dem Zweiten Sekretär der Englischen Admiralität, verknüpft sind. Das Faszinierende an diesem ehemals mächtigsten Mann der Royal Navy besteht darin, dass er zwar Dutzende halsbrecherischer Expeditionen veranlasste, aber selbst so gut wie nie bei den bisweilen lebensgefährlichen Unternehmungen dabei war.

Ist der Vater der Entdeckungsreisen also ein Schreibtischtäter? Wenn man so will, ja. Doch gleichzeitig war Barrow auch Visionär, wenn auch einer der besonderen Art. Denn seine Visionen finden sich irgendwo zwischen surrealer Romantik, großen Hoffnungen und bodenloser Dummheit. Oder wie nennt man das, wenn Mitglieder des Expeditionsteams scharenweise erfrieren, ertrinken, von Skorbut, Schwarz- oder Gelbfieber dahingerafft und ermordet werden -- oder sie sich völlig verzweifelt gegenseitig vor Hunger aufzufressen beginnen? Und derjenige, der alles verantwortet, plant gerade ein noch waghalsigeres Unternehmen. --Leon Heissik -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Eine Geschichte haarsträubender Heldentaten, mit schwarzem Humor erzählt. (ZDF aspekte)

Noch nie hat ein einzelner Beamter so viel Energie und Geld investiert und absolut nichts erreicht! So das Resümee des Autors, der seine Expeditionsberichte von haarsträubenden Abenteuern, maßloser Selbstüberschätzung und bürokratischer Borniertheit gründlich recherchiert hat, dann aber sehr unterhaltsam und mit manchmal makabrem, sehr britischem Humor erzählt (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Fleming erzählt spannend und unterhaltsam, zuweilen urkomisch. Er hat ein Buch vorgelegt, das an Spannung, Drama und Tragödie jeden Roman bei Weitem überbietet. Ein Buch, das zum Besten zählt, was wir in den letzten Jahren gelesen haben, weil es von einer Welt erzählt, die eigentlich schon dem Vergessen anheim gefallen war, mitreißend und packend. (Oranienburger Generalanzeiger)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch erzählt die Geschichte von Expeditionen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus höchst spannendem, neuem Blickwinkel. Es geht um das in seinen Dimensionen unvergleichliche Entdeckungsprogramm, das John Barrow, Zweiter Sekretär der Englischen Admiralität, ab 1816 ins Leben rief. Die Ideen, Träume, auch der Ehrgeiz dieses Mannes erwiesen sich bis zu seinem Tod 1850 als Motor für die zahlreichen in die verschiedensten Weltgegenden ausgesandten Missionen. Dabei ist es interessant, dass nicht großartige Erfolge, sondern dramatische Mißerfolge den roten Faden dieser Expeditionsgeschichte bilden. Denn Barrows Missionen waren meist schon dadurch zum Scheitern verurteilt, dass entweder der Proviant, die Kleidung oder die Befehle mangelhaft waren. Aber gerade die Geschichte meist nutzloser Expeditionsziele macht dieses Buch zu einer interessanten und spannenden Lektüre. Denn der Heroismus, den die nach den Kriegen gegen Napoleon arbeitslos gewordenen Offiziere wie Ross, Parry oder Franklin unter den widrigsten Bedingungen auf ihren Reisen entwickelten, ist erstaunlich. Er steht symptomatisch für den Forscher- und Entdeckerdrang am Beginn der Moderne, als es um die Eroberung der letzten weißen Flecken auf der Landkarte ging. So spiegeln die arktischen Expeditionen, die Suche nach der Norwestpassga oder nach dem Niger die Dynamik des modernen Wissensdrangs. Dass das Buch diese Geschichte in ihren Hauptpersonen, deren Charakteren und psychologischen Reaktionen, wunderbar anschaulich macht, ist eines seiner bestechenden Merkmale. Diese ungewöhnliche und in ihrer Akzentuierung gelungene Darstellung berühmter Entdecker und ihrer Schicksale halte ich für sehr lesenwert.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
... so möchte man meinen, wenn man die Inhaltsangabe liest. Welches zartbesaitete Wesen ist schon drauf erpicht, vor dem Schlafengehen rasch noch eine Kannibalenstory zu lesen? So habe ich mich diesem Buch mit einer Mischung aus Faszination und Grausen genähert. Letzteres hat Fergus Fleming schnell in Begeisterung verwandelt.

Das, was so reißerisch klingt, wirkt in diesem Buch ganz anders. Fergus schreibt ganz und gar nicht sensationsheischend und mit großer Sympathie für Barrow's Boys. Faszinierend ist oft die Naivität, mit der sich die Jungs (viele der Entdecker waren noch keine dreißig) auf groteske Abenteuer eingelassen haben - und der unglaubliche Durchhaltewille, mit dem sie es (manchmal) dann doch wieder nach Hause geschafft haben. Fleming schreibt mit Leichtigkeit, viel Humor, aber immer mit Respekt. Man kann sich förmlich reinschrauben in dieses Buch, es ist großartig zu lesen.

Manchmal bin ich etwas an meinen mangelhaften Geografiekenntnissen gescheitert, aber vorne im Buch gibt es ein paar Karten, anhand derer man die Fahrten nachvollziehen kann. So taucht man ein, in eine Zeit, in der es noch weiße Flecken auf der Landkarte gab - und in der ein Mann noch ein Mann war. Ich bin übrigens keiner - und habe das Buch trotzdem sehr genossen. Also: keine Scheu vor zuviel Gruselgeschichten ...

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von tragischen Helden... 15. November 2005
Format:Taschenbuch
In Fergus Flemings "Barrow's Boys" geht es um Sir John Barrow, den zweiten Sekretär der Britischen Admiralität, der im 19. Jahrhundert zahlreiche Land- und Seeexpeditionen ins Leben rief, einerseits um die arbeitslos gewordenen Marineoffiziere zu beschäftigen (man hatte gerade Napoleon besiegt) und andererseits, da er davon träumte, die letzten großen Rätsel der Welt zu entschlüsseln - Wo liegt Timbuktu, die sagenhafte Stadt? Wo mündet der Niger? Gibt es eine Nord-West-Passage, und wie kann man sie finden?
Von der Wüste bis zur Arktis schickte er seine Offiziere, von denen allerdings nur die Wenigsten erfolgreich waren. So ist Barrow's Boys vor allem die Geschichte vieler tragischer Helden, die für ihr Land, ihren Wissensdurst und ihre Abenteuerlust, aber auch für ihren eigenen Ruf ihr Leben aufs Spiel setzten und mit Gefahren fertig werden mussten, an denen die meisten scheiterten - Hunger, Krankheit, Erschöpfung und Mord. Doch es gibt auch echte "Helden" in Flemings über 500-seitigem Buch: James Clark Ross zum Beispiel, der den nördlichem Magnetpol entdeckte und sich auch als guter Seefahrer auszeichnete.

Gegliedert ist das Buch in mehrere Kapitel, die jeweils eine Erkundungsfahrt zum Thema haben (manchmal ist eine Fahrt auch in mehrere Kapitel aufgeteilt). Die meisten Kapitel bewegen sich im Raum des Nordpols und Westafrikas. Einzelne Seefahrer wie James Ross oder John Franklin tauchen immer wieder auf und könnten somit zu den Hauptfiguren gezählt werden. Barrow selber wird über das ganze Buch hinweg großartig und manchmal sehr sarkastisch, aber immer respektvoll, charakterisiert, doch "Barrow's Boys" ist keineswegs als Biographie zu verstehen. Es ist eher ein Abenteuerbuch, eine Würdigung jener Männer, die die Erde am Ende einer großen Epoche der Schifffahrt bereist und teilweise entschleiert haben, und ihres Auftraggebers, der leider zu oft den Blick auf die Realität verlor und an seiner Engstirnigkeit scheiterte.

Auch auf die Epoche selber wird mehrfach eingegangen - die Zeit der großen Segelschiffe neigte sich ihrem Ende entgegen und das Dampfschiff erblickte die Meere der Welt. Wie unterschiedlich die Seefahrer auf diese moderne Entwicklung reagiert haben, ist sehr interessant. Manchmal wird das Lesen etwas schwierig, da die Kapitel stellenweise nicht viel Neues zu bieten haben (vor allem die Suche nach der Nordwestpassage ist immer wieder Thema), alles in allem lässt es sich aber sehr flüssig und spannend lesen, bringt einen auch manchmal zum Schmunzeln, und lässt einen den Hauch des Abenteuers einer vergangenen Zeit förmlich spüren, ohne dabei in Klischees oder romantische Vorstellungen abzugleiten. Fergus Fleming hat hervorragend recherchiert und in diesem Buch ein Kapitel der Seefahrts- und Entdeckergeschichte unterhaltsam in Worte gekleidet. Sehr gefreut haben mich auch die Karten auf den ersten Seiten, die die Routen der wichtigsten Barrow'schen Entdecker nachzeichnen, und die letzten Seiten, auf denen das weitere Leben und Wirken der im Buch vorkommenden Personen kurz umrissen werden.

Empfehlenswert für alle Freunde der Seefahrt und historischer Abenteuerbücher.

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