Pessoa erwägte, dieses Werk "Über die Unmöglichkeit, hohe Kunst zu schaffen" zu betiteln; doch es ergeht ihm ähnlich wie Duchamp, der versuchte NICHT Kunst zu produzieren und dadurch in die Kunstgeschichte einging: gerade die existentiellen Selbstzweifel am/im eigenen Kunstschaffen machen die Texte Pessoas zu hoher Kunst. Auch sein wenig bekanntes Heteronym Baron von Teive ist da keine Ausnahme.
Die Ausgabe umfasst neben den sämtlichen (nicht allzu umfangreichen)Werken des Barons auch erläuternde Essays, die im Zusammenhang mit einem der wohl skurrilsten Schriftsteller überhaupt vonnöten sind.
Worum es in den reflektierend-philosophischen Texten geht, läßt sich nur schwer in wenigen Worten sagen: um das Nichts, um Trauer, Moral, Leid, den modernen Menschen, und das Zurechtkommen mit dem Leben.
Dieses Buch ist faszinierend - aber wohl eher für Leser, die Pessoa bereits gelesen haben.