Ich weiß gar nicht, wie lange „die Reitkunst" von Francois Robichon de la Guérinière aus dem Olms Verlag schon in meinen Bücherschrank steht, Immer wieder habe ich mal etwas nachgeschlagen und mir gedacht: „Das musst Du unbedingt mal lesen, das ist nicht nur Reitkultur vom Feinsten sondern eben auch Reitgeschichte". Also hab ich mich frisch ans Werk gemacht und über die ersten altdeutsch geschriebenen Kapitel bin ich nur selten hinausgekommen. Das ist bei diesem Buch anders.
Normales Schriftbild, wunderschöne Bilder ergänzen, den liebevoll überarbeiteten Text. Sicherlich von Vorteil ist auch, das Bent Branderup und Eberhard Kern sich ausschließlich dem 2. Teil von de la Guérinière Werk widmen, bei dem es direkt um die Reiterei geht. Die Erläuterungen, der Autoren sind rot gedruckt und daher vom Originaltext gut zu unterschieden. Gerade deshalb ist es wohl gelungen, die Bedeutung des Textes auch in historischer Sicht zu erhalten. Für mich waren die Anmerkungen unendlich wertvoll und haben viel zum Verständnis der barocken Reiterei beigetragen.
Ein paar Skizzen mehr, hätte ich mir in dem Kapitel „Schulsprünge" gewünscht. Dies ist für den Laien doch sehr verwirrend. Da einige Sprünge früher, andere Namen hatten, bzw. anders ausgeführt wurden als heute, hätte eine direkte Gegenüberstellung sicher für mehr Klarheit gesorgt.
Fazit: Man kann nur hoffen, das sich dieses Autorenpaar noch weiteren Klassikern auf diese Weise zuwendet. Dieses Buch macht einfach Lust auf mehr und vielleicht lese ich de la Guérinière nun doch mal im Original.