Kurzbeschreibung
Im Süden des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt liegen die barocken Residenzen der ehemaligen albertinischen Herzogtümer Sachsen-Weißenfels, Sachsen-Merseburg und Sachsen-Zeitz, deren Bildung der sächsische Kurfürst Johann Georg I. in seinem Testament zur Versorgung seiner drei nachgeborenen Söhne festgelegt hatte und die 1657 gegründet wurden. Die Hofkultur dieser Sekundogenituren gelangte im Wettstreit mit dem Sitz des Kurfürsten in Dresden zu einer hohen Blüte, an die noch heute insbesondere die Residenzschlösser erinnern. Deren prachtvolle Ausstattung sowie die Sammlungen und Kunstschätze der Herzöge wurden nach dem frühen Aussterben der drei dynastischen Linien 1718, 1738 und 1746 nach Dresden verbracht. Die Gebäude dienten von nun an in der Regel Verwaltungszwecken bzw. wurden als Gefängnis oder Kaserne genutzt. Die zum 350. Gründungsjubiläum der drei Herzogtümer im Jahr 2007 in den Museen in Weißenfels, Merseburg und Zeitz, aber auch auf der Neuenburg, in Querfurt und in Allstedt stattfindenden Ausstellungen werden die Residenzen und die Fürstenfamilien vorstellen und einen Einblick in das Leben an den Höfen, in die herausragende Kunst- und Musikpflege geben. Darüber hinaus wird der besonderen Geschichte der einzelnen Residenzen wie auch den Sammlungsschwerpunkten der jeweiligen Museen Rechnung getragen. Die Ausstellungen, die der vorliegende Katalog dokumentiert, bieten erstmals einen Überblick über die Geschichte und Kultur der sächsischen Sekundogenituren und präsentieren dazu bisher unbekannte eigene Bestände, die anschließend dauerhaft zu sehen sind, sowie ausgewählte Leihgaben.