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Bargfelder Ausgabe. Werkgruppe IV: Das Spätwerk: Band 1: Zettel's Traum: Bargfelder Ausgabe. Werkgruppe IV/1. Standardausgabe
 
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Bargfelder Ausgabe. Werkgruppe IV: Das Spätwerk: Band 1: Zettel's Traum: Bargfelder Ausgabe. Werkgruppe IV/1. Standardausgabe [Gebundene Ausgabe]

Arno Schmidt
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 1536 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (11. Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518803107
  • ISBN-13: 978-3518803103
  • Größe und/oder Gewicht: 35,8 x 27,4 x 9,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 532.953 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Editorische Meisterleistung: Seit vierzig Jahren wird Zettel's Traum als Faksimile verlegt, mit allen Korrekturen und Ergänzungen. Jetzt erscheint Arno Schmidts Hauptwerk als richtiges Buch.«

(Tilman Spreckelsen Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»... Und je weiter man liest, desto deutlicher wird einem, ob man ein Kunstwerk vor sich hat oder ein Symptom. ... Wir Nachgeborenen sollten jetzt zwei Dinge tun: Erstens das Vor-Bargfelder Werk Arno Schmidts unbefangen bewundern, lesen und genießen. Und zweitens den Bargfelder Schmidt als einen interessanten, rührenden und ein bisschen schrecklichen Sonderfall literarischer ›Outsider Art‹ verehren. Der Abschluss der Bargfelder Ausgabe bietet für beides jetzt die perfekte Textgrundlage.«

(Stephan Wackwitz Die Tageszeitung )

»… ein Ereignis für die deutsche Literaturgeschichte.«

(Alexander Camman Literaturen )

Kurzbeschreibung

Vor 40 Jahren veröffentlichte Arno Schmidt sein wichtigstes Werk, Zettel's Traum: 1334 DIN-A-3-Seiten stark, über zehn Kilogramm schwer und als Faksimile vervielfältigt. Schmidts eigene Befürchtung – »Es wird sich nicht mehr setzen lassen« – hatte sich bewahrheitet. Vor dem komplexen Layout des dreispaltigen Romans mit seinen zahlreichen Randglossen kapitulierten Setzerei und Verlag. Nun endlich erscheint Zettel's Traum, das Werk, das Arno Schmidt auf einen Schlag berühmt machte, als gesetztes Buch. Jahrelange Arbeit von Setzern, Editoren und Korrektoren war nötig, um einen lesefreundlichen Schriftsatz herzustellen, ohne den Charakter des »Überbuchs« (Arno Schmidt) zu verändern und seine Eigenheiten zu glätten. Mit dieser Ausgabe gilt es, einen Riesenroman neu zu entdecken: Er erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem alternden Schriftsteller Daniel Pagenstecher und der sechzehnjährigen Franziska Jacobi und von Leben und Werk Edgar Allan Poes. Er entwirft eine eigene Literaturtheorie in der Nachfolge Sigmund Freuds und entwickelt wie nebenbei eine neue Rechtschreibung, die zum Beispiel die wahren Eigenschaften eines »Pleas'-see=Rocks« enthüllt. In Zettels' Traum finden Arno Schmidts Bemühungen um eine moderne Prosaform und eine angemessene sprachliche Abbildung des menschlichen Bewusstseins ihren vorläufigen Höhepunkt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
52 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Blues in Bargfeld 8. Oktober 2010
xxxxxxxxxxxxxx : '' - : king ! '' - xxxxxxxxxxxxxx

1970. Zettels Traum (ZT) erschien nach 6-jähriger Niederschrift. Eine literarische Sensation. 1334 Seiten im Format DIN A 3 als Faksimile veröffentlicht. Die komplette Auflage der Erstausgabe von 2000 handsignierten Exemplaren war innerhalb von 3 Monaten ausverkauft, bei einem Ladenpreis von 295 DM für den Stahlberg Verlag und Arno Schmidt (AS) ein unerwarteter Erfolg. Sicher auch deshalb, weil etliche das Buch aus spekulativen Gründen kauften. ZT - der unsägliche Traum gleich dem des Webers Zettel im Sommernachtstraum - ist der Versuch, in einem einzigen 4-Personen-Gespräch eines Tages und einer Nacht eine ins Universale getriebene POE-Analyse, eine wortschöpferische Sprachtheorie (ETYM-Theorie), die Entdeckung der entwicklungspsychologischen 4. Persönlichkeitsinstanz (in Fortentwicklung der Arbeiten FREUDS) und letztlich ein 4-Personen-Schicksal in einer Einheit zusammenzufassen.
Die Teilnahme an diesem literarischen Höllentrip beginnt für den Leser mit dem Einstieg in das Schauerfeld.
Ein älteres Schriftstellerehepaar, Paul und Wilma Jacobi aus Lünen, besucht mit ihrer 16-jährigen Tochter Franziska an einem Hochsommertag einen Jugendfreund, den Privatgelehrten Daniel Pagenstecher (DÄN), der als Einsiedler zwischen seinen Büchern in einem Dorf der Lüneburger Heide lebt. Grund des Besuchs ist das Ziel Pauls und Wilmas, die an einer Übersetzung von Werken POE's arbeiten, von DÄN nützliche Hinweise zu POE's Quellen, Dichtkunst, Person und Charakter zu erhalten. DÄN, der allwissende Ich-Erzähler, entwickelt auf Spaziergängen und im Haus einen ausufernden Diskurs über POE's Werke und Persönlichkeit. Dabei bedient er sich eines phonetisch-kombinatorischen Verfahrens, das es ermöglicht, dem unterschwelligen Nebensinn von Worten und Bildern beizukommen, sowie der FREUD'schen Psychoanalyse, die er um die 4. Persönlichkeitsinstanz erweitert.
ZT ist ein Essay-Roman, dessen durchgehendes Prinzip die Interdependenz ist. Die Polyphonie des Textes lässt AS in der Dreispaltigkeit sichtbar werden. Den Hauptgang der Erzählung nimmt die Mittelspalte auf, die die Handlung ausführt. Sie weicht nach links aus, wenn sie in thematischen Bezug zu POE tritt (POE-Spalte), nach rechts, wenn sie Exkurse ins Zeitlos-Entlegene bietet. In die freien Räume sind platziert Glossen, Kommentare, Exzerpte, Zitate etc.. Das Ganze ist ein ständiges ,Hineinsprechen' von Nebenstimmen in den Haupttext.
Die Flut von Worten, Sätzen, Verweisen und Zitaten stellt hohe Anforderungen an den Leser und zwingt ihn zur Interaktion, der Hauptgrund, warum man dieses Buch mE nicht in 600 bis 700 Stunden lesen kann. Man muss sich Notizen machen, eigene Gedanken festhalten und Bezüge zwischen den 3 Spalten herstellen. Dies erfordert wie auch die Text- und Zitatrecherche Zeit und Geduld. Wer ZT lesen will, weiss, worauf er sich einlässt.

Für mich ist ZT immer noch ein toffes Buch. Ein Buch der Superlative und vor allem der literarischen Höchstkomik.
Was hab ich gelacht während der Lektüre !!! Total geil von vorne bis hinten (ja, ich hab es ganz gelesen!).
Mein Kurzplädoyer zu AS und ZT: Mein literarischer Hero (neben Thomas Bernhard und Hans Henny Jahnn); zudem:
1 besonders schwerer Phall von lebenslänglicher Ipsation :-) (ZT 931,958). xxx :''-: king ! - xxx (sic !!!).
Blues in Bargfeld. Als Folge lebenslänglicher Knechterei im Dienste von Literatur und Broterwerb weit unter Hartz IV-Niveau.

Für mich ist ZT weniger ein Dialogroman über 4 Personen als vielmehr ein riesiger innerer Monolog von AS, der seine 4 Persönlichkeitsinstanzen sprechen und interagieren lässt. Seine Ausführungen zum PANORAMA kann man vorzüglich auf ZT übertragen: Dies: ä (PAN) DÄNORAMA: könnte doch ooch, als Abbild Deines ,Psychischn Apperats' und seiner Leistungen ,rangezogen werden'?: ...was Ich für DÄN+Franziska, für Paul+Wilma, für POE+Christa gehalten? - das war
1=einzigs großes Haupt! ... (ZT 600)

Das Schöne an ZT ist, dass es nicht entschlüsselbar ist (schöner Gruss ans Sündikat!). Man kann es in unzählige Richtungen deuten. Besonders gut hat mir ein kleines unscheinbares Sätzchen in ZT gefallen, das man auf dieses gesamte Meisterwerk übertragen könnte: (Wörter+Bilder, die wie im Traum zusamm,komm'; eine Weyla mit-einander tandsn: ! - (+ dänn=wieder auseinander laufn: ...)) (ZT 793). Toll !

Als ich ZT 1986 zu lesen begann, trat ich in eine wundersame Welt ein, die mich so fasziniert hat, dass sie mich nachhaltig prägte. Triumphans ars.
Also Leute, die Ihr Euch es leisten könnt: Ran an den Schinken, Ihr werdet Euer blaues Wunder erleben!!!

40 Jahre nach Erstveröffentlichung liegt ZT nunmehr in klassischem Buchsatz vor. Herzlichen Glückwunsch für diese Meisterleistung an den Typographen Friedrich Forssman, die Lektoren und vielen Helfer. Ich schaue mit gemischten Gefühlen auf den Neusatz. In jedem Fall wird es die Lesezeit erheblich verkürzen.

Flügelmann
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Vom Sinn der Worte... 4. August 2011
Von Josef
Die Lektüre eines Buches in Angriff zu nehmen, dass im normal-gesetzten Zustand einem Umfang von ca. 5000 Seiten entsprechen soll und das zu allem Überfluss auch noch als sehr kompliziert gilt, ist vergleichbar mit einer waaghalsigen Expedition in unwirtliche Gegenden. Arno Schmidt selbst hat die oft im Zusammenhang mit Zettels Traum genannten James Joyce'schen Meisterwerke "Ulysses" und "Finnegans Wake" so beschrieben: "Dieses Werk hat zwei Gipfel. Der eine wolkenumhüllt, vergletschert, äußerst schwer ersteigbar, zumal für Anderssprachige: das ist <Finnegans Wake>. Da kommen höchstens ein paar Briten hin, seafaring men; und denen glaubt man kaum, daß sich dort ein solches arktisches Vulkanmonster befindet. Der zweite Gipfel in der Kette der Joyce'schen Werke ist der <Ulysses>: an seinen Hängen, in seinen Steilwänden, kann man alle Linien unterscheiden, jedes Glimmerplättchen blitzen sehen. Weit ist die Aussicht vom Gipfel, zukunftsweisend; (...)" (Arno Schmidt, Ulysses in Deutschland / Zum 75. Geburtstage von James Joyce) (wobei mir zur ersten Beschreibung immer auch noch H.P.Lovecraft (1890-1937) einfällt, "Berge des Wahnsinns"; grüsst durch alle Jahrzehnte noch durch bis mindestens John Carpenters "The Thing").

Zettels Traum entspricht möglicherweise beiden Gipfeln zugleich.

Nun würde niemand, seafaring men schon garnicht, eine Expedition zu einem sagenumwobenen arktischen Vulkanmonster und/oder in schwierige Gebirgsmassive unternehmen, ohne entsprechend vorbereitet zu sein. Begeben wir uns also in das Basislager, zur Aklimatisierung.

Es ist sinnlos, die Tour zu beginnen, ohne die zugrundeliegende Ethym-Theorie Arno Schmidts zumindest ansatzweise zu kennen. Hierbei geht es neben ethymologischen Gesichtspunkten (="Stammbaum" der Worte) -kurzgesagt- darum, dass Worte nicht nur eine geschriebene, sondern auch eine phonetisch bedingte Bedeutung haben, möglicherweise über mehrere Sprachen hinweg (lesen Sie weiter, es klingt komplizierter als es ist). Dadurch lassen sich Texte nicht nur vielschichtig lesen, sondern man kann, bei entsprechender Schreibweise, weitere bzw. gleichzeitig verschiedene Bedeutungsebenen zum Ausdruck bringen, gerne auch (aber natürlich nicht nur, aber hier relativ einfach darstellbar) sexueller Natur. Einfache Beispiele: "Draußen, vorm Fenster trabt der schmutzigere der beiden Hausknechte vorbei, ein altbewährtes Fucktotum, (...)" (AS: Julia, oder die Gemälde, 1.Seite unten), oder, schon im Untertitel von "Abend mit Goldrand": "55 Bilder aus der Lä/endlichkeit": da haben wir es gleich mehrfach: Ländlichkeit, Lenden, Endlichkeit (sog. "Fremdsprachen" noch garnicht berücksichtigt).

Das unabdingbare Basislager sind die Schriften Arno Schmidts zu James Joyce, z.B. "Das Buch Jedermann" (: "Werden wir uns darüber klar: wie sind, im menschlichen Gehirn, die Worte gespeichert?") und "Der Triton mit dem Sonnenschirm" (:"Ja, es läßt sich virtuos <auf der Zunge fantasieren>, die Schreibmaschine wird zum <Flügel>...."). Hier deutet er nicht nur James Joyce und dessen wunderbaren Werke, sondern liefert den Schlüssel für seine eigenen Wort-...: nun ja, Spiele ist nicht der richtige Ausdruck: Wir befinden uns in ganz anderen Gegenden. Nicht weniger spassig, aber anders. Aber nur mit Vorbereitung. Ein paar Stunden, für eine mehrmonatige Expedition. Nicht zuviel, würde ich sagen.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nichts für Weichlinge 6. Juli 2011
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Ein Roman wie ein Gebirgsmassiv", schrieb Literaturkritiker Denis Scheck über Zettel's Traum. Recht hat er. Und wie jede ordentliche Bergexpedition will auch diese gut vorbereitet sein, denn die Verhältnisse auf Arno Schmidts Überberg sind alles andere als gewöhnlich: Bäume werden zu erigierten Penissen, Wasserfälle zu Urinergüssen und Bergkuppen zu Riesenbrüsten. Durch diese verhexte Landschaft streifen ein kannibalischer Drache, ein rammelnder Trinkertrottel und eine scharfe Fee, die sich aus unerfindlichen Gründen in einen impotenten Dichterpriester verliebt. Der Leser indes stolpert bei seiner Wanderung über sperrige Satzklötze, verirrt sich in einem Labyrinth aus literarischen Querverweisen und kämpft sich mühsam durch das unwegsame Gelände eines vollkommen fremden Schriftbilds. Weibliche Leser werden oft genug die Brocken hinschmeißen wollen, wenn sie zum wiederholten Mal auf eine Hütte mit dem Schild Frauen müssen draußen bleiben" treffen. Knapp 400 Menschen hielt Schmidt für fähig, sein Opus magnum zu bewältigen. Wenn endlich der Gipfel in Sicht ist und nur noch wenige Schritte bis zum Panoramablick fehlen, möchte man dem Autor am liebsten eine Nase drehen.
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