Mich hat lange kein Album einer Singer/Songwriterin mehr so fasziniert wie dieses. Wobei der Begriff "Album" hier glücklicherweise einmal wieder wörtlich zu nehmen ist, fast wie in alten Vinyl-Tagen: Da steht zwar jedes Stück auch für sich - das Ganze ist aber mehr als die Summe seiner Teile. Die Billie-Holliday-Anleihen sind gleich im ersten Stück nicht zu überhören; an anderer Stelle (im Titelstück "bare bones" etwa, noch mehr aber bei "damn the circumstances" - für mich das Highlight dieser Produktion neben "River of Tears", "Lady Of Pigalle" und, und, und ...) meint man den Geist von Joni Mitchell über den Harmonien schweben zu hören. Und weil es für keine Sängerin ein Kompliment sein kann, "wie" jemand anderes zu klingen, sei hinzugefügt: Die Ähnlichkeit liegt in der Intensität, nicht in der Imitation. Schon gar nicht bei madeleine peyroux, die sich hier endgültig freigeschwommen und in Larry Klein einen kongenialen Produzenten an ihrer Seite hat, dem das Kunststück gelingt, das gesamte Album wie aus einem Guss, weich, warm und volltönend klingen zu lassen, ohne dass in all dem Wohlklang auch nur ein Funken Spannung verloren geht. Für die dann doch wieder das, ich kann es nicht anders sagen: herzergreifende Singen von madeleine peyroux verantwortlich ist.