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Nach und nach gewinnen auf Bare wieder positivere Töne die Oberhand, wie zum Beispiel in dem ungewöhnlich zupackenden "Bitter Pill". Auch wenn der lyrische Ton, der angeschlagen wird, die Enttäuschung für jeden Zuhörer spürbar macht, nie verliert sich sie sich in wehleidigen Mitleidsorgien. Die Stimmung bei Stücken wie "The Saddest Song I've Got" oder "Loneliness" ist extrem verhalten, doch nie geht die Hoffnung auf Erlösung vollkommen verloren. Das Annie Lennox auch jetzt durchaus in der Lage ist, die schönen Dinge des Lebens zu genießen, zeigt sie mit dem wunderbar arrangierten und instrumentalisierten Opener "A Thousand Beautiful Things". Der schönste und zugleich bewegendste Song des Albums leitet eine Song-Revue ein, in der Annie Lennox gewohnt souverän zwischen Pop und Soul pendelt und nie die musikalische Balance verliert. --Norbert Schiegl
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
kein vollblut Lennox-Fan - aber das ist erstklassig!,
Rezension bezieht sich auf: Bare (Audio CD)
Ich will mich nicht als Lennox-Fan bezeichnen. Ich kenne ihre Lieder alle, habe mir aber bisher noch nie ein Lennox-Solo-Album zugelegt. Nun ja, diesmal ist es eben anders, denn nach meinen ersten Eindrücken ist dies vielleicht das stärkste Album des bisherigen Jahres 2003. Was immer die Lennox durchgemacht hat, die Melancholie ist in vielen Tracks vorhanden, erdrückt aber nicht. Hinter allen - auch noch so traurigen Songs - schimmert doch die Sonne durch. Und das verzaubert. Es gibt keine wirklichen Ausrutscher, deshalb kann ich gar nicht nennen, welche Tracks mir gut gefallen - das ganze Album ist durchweg stark und mitreißend. Sie beginnt relativ ruhig, legt mit "a thousand beautiful things" und "pavement cracks" zwei großartige Songs hin, die schon mal richtig einstimmen. Dann kommt das über sieben minütige "The hurting Times" - der Titel verspricht schon mehr, der Song hält dies und übertrifft es noch mehr. Wie gesagt, die Melancholie erdrückt nicht, alles in wunderschön genießbaren Bereich."honestly" und "wonderful" sind hervorragend gelungen. Jeder der ersten vier Songs geht ein wenig in die gleiche, ruhigere Richtung, aber jeder für sich ist auf seine Art und Weise ein Unikum. Gefällt mir gut. Auf "Wonderful" wird's dann beim Refrain schneller, in den Strophen wieder sanfter. Vielleicht ein kleiner Übergang zur Album-Mitte... Ohne Zweifel aber auch ein ganz starker Track! "Bitter Pill" ist dann schließlich eine Up-Tempo-Nummer. Erst war ich etwas überrascht und enttäuscht, mir gefiel die Richtung der ersten fünf Songs, aber so bringt "Bitter Pill" etwas Abwechslung in die Sache. Wie auch immer, ein klitzekleiner Rückschritt im Vergleich zu den ersten fünf Songs, aber das ist auch nur meine Meinung. Ich weiß nicht warum, aber "Loneliness" ist vielleicht DER Hit des Albums. Hat mich begeistert. Wieder etwas schneller, aber dennoch mit balladesken Wurzeln. Sehr gelungen. Toller Radio-Song. Die Lennox nimmt dann auf "The Saddest song" etwas den Gang raus. Eine Schmacht-Ballade, die vor allem von der instrumentalischen Umsetzung lebt. Erinnert mich phasenweise an "Lovesong for a vampire"! Und der Track war ja auch großartig. "Erased" und "Twisted" sind dann wieder up-tempo-nummern im typischen Lennox-Stil. Gefallen mir gut, auch wenn mein Herz etwas mehr für die ruhigeren Tracks schlägt. "Bare" wird schließlich von "Oh God" abgeschlossen. Nahezu ein reiner vocal-track mit sehr dezenten Hintergründen. Sehr intim, wie das ganze Album und damit ein absolut würdiger Abschluss. Fazit: Wer lange gewartet hat wird hier nicht enttäuscht. Hinter dem rauen Front-Cover verbirgt sich erstklassige Musik; vielleicht das Beste was 2003 zu bieten hat... Anspieltipp: A thousand beautiful things! Das sollte schon überzeugen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Tiefe Gefühle im Synthi-Korsett,
Von
Rezension bezieht sich auf: Bare (Audio CD)
Als großer Fan habe ich dieses Album sehr gespannt erwartet. Drei Alben im Laufe ihrer Solokarriere sind sicherlich nicht viel - um so größer wird die Spannung, wenn dann ein neues Werk erscheint.Eines wird sofort klar. Annie Lennox hat eine der besten und prägnantesten Stimmen im Pop-Business - das beweist sie auch hier. Doch auch wenn die Stimme in jedem Song im Mittelpunkt steht, so versucht doch eine Armada von Instrumenten, Effekten, Chören und elektronischem Tand Konkurrenz zu machen. Das ist schade, denn so geht viel Wärme und Persönlichkeit in sterilen Achtziger-Arrangements verloren. Trotz der langen Wartezeit scheinen wenig neue Songideen entstanden zu sein. Alles erinnert irgendwie an zurückliegende Eurythmics-Zeiten und an die vorigen Solo-Alben."Pavement Cracks" ist hoffnungslos überproduziert und klingt wie ein Deja-Vu, "The hurting time" startet als reduzierter Trip-hopper, leidet aber an im Verlauf einer synthetischen Mundharmonica und an Synthi-Geigen-Schmalz."Honestly" verstopft mit den duzendfach gedoppelten Stimm-Verschachtelungen, die dem Song die Klarheit nehmen. "The saddest song" erinnert hingegen in seiner dichten Atmosphäre an die besten Momente von "Why". Wer Annie Lennox einmal unplugged gehört hat (wie bei MTV unplugged oder auf dem Sampler "Red, hot and blue")) der bekommt eine Ahnung davon, wie sehr die Stimme und die Lieder gewinnen, wenn der instrumentale Unterbau reduziert und akustisch ist, und wie viel auf diesem Album verschenkt wird. Den Anspruch, den der Titel "Bare" erwarten läßt erfüllt sie tatsächlich nur im letzten Stück "Oh god", in dem sie ganz unprätentiös und verletzlich klingt. Alles in allem: Weniger wäre mehr gewesen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Deprimierte Lennox?,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Bare (Audio CD)
Ich weiß nicht, was Annie tragisches widerfahren ist. Selten findet man so viele pessimistisch-traurige Texte auf einer Popscheibe versammelt. Andererseits zeugt das auch von Mut so etwas in unserer „Heissa-Hopsassa-Let's-Groove"-Zeit zu veröffentlichen.Im Gegensatz zu den deprimierenden Ansichten steht die Musik: wie bei (fast) allen Eurythmic/Lennox-CDs ist das Herausragende Annie's Stimme, die auch nach 20 Jahren Popgeschichte zu glänzen vermag. Die Arrangements sind bekannt und solide - da und dort lugt der Eurythmic-Stil (natürlich sanft für's 3. Jahrtausend angepasst) hervor. Insgesamt: für Lennox-Fans eine Empfehlung - für andere eine Möglichkeit gepflegten Pop zu genießen, sofern einen die traurigen Texte nicht abschrecken. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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