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Barca: oder: Die Kunst des schönen Spiels
 
 

Barca: oder: Die Kunst des schönen Spiels [Kindle Edition]

Dietrich Schulze-Marmeling
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Pressestimmen

Keiner spiele mit System! Es begann mit einer Kleinanzeige. Am 22. Oktober 1899 inserierten der Schweizer Hans Gamper und der Engländer Walter Wild, beide Anfang zwanzig, im gerade von Gamper in Barcelona gegründeten Sportblatt Los Deportes , sie seien mit der Organisation einer Football-Gesellschaft bereits weit fortgeschritten, weshalb sie gleichgesinnte Herrschaften gerne näher über ihre noblen Vorhaben unterrichten wollten um Genaueres zu erfahren, möge man doch bitte des Dienstags oder Freitags in der Redaktion der Zeitung vorbeischauen. Gut einen Monat danach wird in einer Turnhalle der Altstadt der Football Club Barcelona aus der Taufe gehoben. Sechs der zwölf Gründungsmitglieder sind Ausländer und überdies Protestanten. Die Exotik dieses Anfangs bettet Dietrich Schulze-Marmeling, der Autor des Geschichts- und Geschichtenbuches über den derzeit erfolgreichsten Fußballverein der Welt, sehr zu Recht und zumindest skizzenhaft in ein allgemeineres Sozialmuster ein. Fußball war in der Tat während der letzten Dekaden des neunzehnten Jahrhunderts und bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs ein Sport für die Angehörigen mobiler Eliten . Ausgebildet in englischen, auf dem Kontinent vor allem in Schweizer Internaten, suchten sie als junge Kaufleute, Finanzmakler oder schlicht als betuchte Abenteurer ihr Glück sehr oft in der Fremde. Zu ihnen gehörten nicht wenige Juden, deutsche Juden zumal deren lange Zeit völlig unbeachteten Beitrag zur Fußballgeschichte hat Schulze-Marmeling als Herausgeber und Mitautor des Bandes Davidstern und Lederball (2003) überhaupt erst ins Bewusstsein gebracht. Beim FC Barcelona spielt von Anfang an eine andere Verbindung die zentrale Rolle das Miteinander von frühem Profitum, sportlicher Internationalität und politischem Katalanismus. Der erste Star und bis heute Rekordschütze des Klubs ist der Philippiner Paulino Alcántara, dem zwischen 1912 und 1927 in 357 Spielen sagenhafte 356 Tore gelangen. Den ersten großen politischen Eklat gibt es im Juni 1925, als die Zuschauer im alten Stadion Les Corts das Abspielen der spanischen Hymne mit einem gellenden Pfeifkonzert quittieren Gamper, vom Schweizer Hans zum Katalanen Joan mutiert, muss deshalb auf Druck der Regierung in Madrid das Präsidentenamt niederlegen und für einige Zeit das Land verlassen, was ihn in die Depression treibt. Noch bevor die Bürgerkriegs-Truppen General Francos im Januar 1939 auch in Barcelona einmarschieren, ist ein Großteil des Barca-Teams bereits ins mexikanische Exil geflohen. Nicht zuletzt die Grundskepsis und das Autonomiestreben der Katalanen gegenüber dem Zentralstaat verleihen dem Klassiker des Vereinsfußballs mehrmals im Jahr Brisanz im Duell mit Real Madrid hat der FC Barcelona nach nun 328 Partien bekanntlich eine positive Bilanz. Weniger bekannt ist, dass es nach wie vor eine katalanische Nationalmannschaft gibt, die zwar von offiziellen Turnieren ausgeschlossen bleibt, aber erst jüngst bei einem Freundschaftsspiel gegen Argentinien aufs Neue ihren Stolz zelebrierte. Joan Laporta, noch für wenige Monate Barcas Präsident, scheint seine neue Rolle bereits zu kennen: Ich weiß mit Sicherheit , schrieb er vor wenigen Wochen in der Madrider Zeitung El Mundo , dass Katalonien eine eigene Nation ist und einen eigenen Staat braucht. ... Wirklich brillant aber sind jene Passagen, in denen der Autor farbig schildert und völlig plausibel belegt, dass sich der enorme sportliche Erfolg des FC Barcelona in den vergangenen knapp vierzig Jahren einem einzigartigen holländischen Kulturtransfer , vor allem jedoch einem einzigen Heros verdankt: dem 1947 in Amsterdam geborenen Hendrik Johannes Cruijff, der als Johan Cruyff zum Jahrhundertfußballer wurde.... (Jochen Hieber in der FAZ)

Alles über Barca Das ganze Stadion! Ist ein Geschrei! Wir sind die Blau-Roten, Ganz gleich, woher wir kommen, Ob aus dem Süden oder dem Norden, Jetzt sind wir eins, wir sind eins, Eine Fahne vereinigt uns. Der Deckel des Buches ist bereits ein Leckerbissen. Der FC Barcelona ist mehr als ein Fußballclub. Er ist Heimat, Weltanschauung, höchste Kunst und diffizile Ersatzreligion. Gegründet 1899 komischerweise von einem Schweizer und einer Hand voll Engländer, erobert sich Barca binnen zehn Jahren einen Platz im Herzen eines jeden echten Katalanen und wird schon bald Regionalmeister. Nachdem die Katholiken die ursprünglich freimaurerisch angehauchte Vereinsphilosophie pulverisierten, dauerte es nicht lange bis zum Platz ganz oben. Barca ist Katalonien, Katalonien ist Barca. FC Barcelona der einzige Fußballklub in Spanien, der noch nie aus der ersten Liga abgestiegen ist, hat 162.979 Mitglieder, davon immerhin 37.825 Frauen. Als Francos Truppen Barcelona einnahmen, standen neben Anarchisten und Kommunisten Barcaanhänger ganz oben auf der Todesliste. Der große Feind heißt seit ewigen Zeiten Real und kommt aus der verachteten kastilischen Hauptstadt Spanien. Real der Club der Francisten, Barca der Club der edlen Freiheitskämpfer? So einfach ist die Geschichte nicht zu lesen, und so einfach wird sie uns auch nicht vom Fußballhistoriker Dietrich Schulze-Marmeling vorgelegt. Sein fein zu lesendes Buch ist faktenreiche und große Fußballliteratur, hehre Ballvirtuosen wie Johan Cruyff, Bernd Schuster, Ronaldinho, Guardiola oder Lionel Messi wabern durch die Seiten, jede Seite, jeder Schuss ein Genuss!. Oder wie es Sergie Pámies unübertroffen formuliert: Für uns Nichtgläubige ist Barca ideal. So haben wir etwas, woran wir glauben können. Barca verspricht uns ein Leben nach dem Tod. (Frank Willmann in WELTEXPRESS)

Kurzbeschreibung

Der FC Barcelona gilt als weltweit beliebtester Fußballverein. Fußballästheten bewundernsein attraktives Offensivspiel. Traditionalisten loben, dass „Barca“ sein Trikot nicht mitKommerzwerbung verschandelt. Literaten preisen die Spielkunst von Stars wie Johan Cruyff,Bernd Schuster, Ronaldinho oder Lionel Messi. Und der Künstler Joan Miró schuf einhymnisches Bild zum Vereinsjubiläum.Historiker schließlich interessiert vor allem, dass der FC Barcelona stets mehr war als einFußballverein – „més que un club“, wie er sein Credo selbst formuliert. Spätestens imspanischen Bürgerkrieg wurde er zu einem Symbol des katalanischen Widerstands gegendie Franco-Diktatur, und bis heute spielt er für die Identität Kataloniens eine prägende Rolle.Eigentlich erstaunlich, dass er bei all dem auch sportlich der gegenwärtig erfolgreichsteeuropäische Verein ist. Und noch erstaunlicher, dass bislang zu Barca noch kein Buch indeutscher Sprache erschienen ist.

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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mehr als ein Fußballbuch 30. März 2010
Format:Taschenbuch
Endlich gibt es ein Buch zum FC Barcelona in deutscher Sprache. Und es erfüllt alle Erwartungen, die man angesichts dieses speziellen Vereins an ein Fußballbuch stellen muss: Es beleuchtet die Geschichte des FC Barcelona von der Gründung im Jahr 1899 über die Franco-Diktatur bis ins Jahr 2009, dem bisher erfolgreichsten mit sechs gewonnenen Titeln. Dabei geht es immer auch um die besondere Vereinsphilosophie, deren Merkmal das ästhetische Offensivspiel ist, die "Kunst des schönen Spiels".
Was das Buch zu einem besonderen macht und von üblichen Vereinsbüchern abgrenzt, sind jedoch die schönen Beschreibungen Dietrich Schulze-Marmelings, der die Vereinsgeschichte immer wieder gekonnt mit den politischen Hintergründen in Spanien/Katalonien in Verbindung bringt. Eine Geschichte über den FC Barcelona wäre ohne die Verflechtungen von Sport und der katalanischen Politik sowie Kultur auch einfach nicht vollständig.
Ansonsten schließe ich mich der FAZ an, die sagt, dass das Buch in jenen Passagen wirklich brillant ist, in denen Schulze-Marmeling plausibel darlegt, dass der große sportliche Erfolg Barcas sehr eng mit dem Namen Johan Cruyff verknüpft ist. Für mich war es ein Genuss dieses Buch zu lesen. Und da der FC Barcelona mehr als ein Club ist, ist dieses Buch mehr als ein Fußballbuch.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Barca oder: Die Kunst des schönen Spiels von Dietrich Schulze-Marmeling ist ein wirklich sehr empfehlenswertes Fußballbuch. Aber nicht nur Barca-Fans werden ihre Freude beim Lesen haben, sondern auch jeder, der gerne über den Tellerrand blickt und den auch Exkurse in die Politik und Geschichte Kataloniens interessieren. Das Buch wird der besonderen Bedeutung des FC Barcelona jedenfalls gerecht und kann auf unterhaltsame und lehrreiche Art vermitteln, warum Barca eben "mehr als ein Club ist". Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht und ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mehr als ein Club 8. April 2010
Format:Taschenbuch
Mes que un club - in riesigen Lettern prangt das Vereinsmotto des FC Barcelona auf der Gegengeraden im legendären Stadion Camp Nou. In seinem sehr gelungenen Werk "Barca oder: Die Kunst des schönen Spiels" beschreibt Dietrich Schulze-Marmeling, warum der FC Barcelona eben "mehr als ein Club" ist. Ein Verein, ein Mythos.
Schulze-Marmeling, Autor zahlreicher lesenswerter Veröffentlichungen zum Thema Fußball, spannt den Bogen von der Vereinsgründung 1899 durch den Schweizer Hans Gamper über die Franco-Zeit, die Ära Johan Cruyff bis hin zu der Mannschaft, die in der Saison 2008/2009 sechs Titel gewann und auch aktuell (April 2010) die Fußball-Welt begeistert. Doch bei "Barca oder: Die Kunst des schönen Spiels" geht es längst nicht nur um Fußball. Der Autor versteht es glänzend, die Geschichte des FC Barcelona in Zusammenhang mit den historischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Kataloniens und Spanien zu setzen. So wird deutlich, warum der FC Barcelona identitätsstiftend für ganz Katalonien ist, warum er ein wichtiges Instrument der Opposition gegen Franco war und in ihn geradezu Erlösungsfantasien projiziert wurden.
Der FC Barcelona und Katalonien, Katalonien und der FC Barcelona - das gehört untrennbar zusammen. "Som un" ("wir sind eins") steht noch heute auf Werbetafeln am Camp Nou. Kernthemen des Buches sind die Rolle des FC Barcelona während der Franco-Diktatur und die Ära von "El Salvador", der Erlöser, wie Johan Cruyff noch heute in Barcelona genannt wird. Der Niederländer hat in der Metropole Kataloniens nach seiner erfolgreichen Zeit als Spieler und Trainer gottvaterähnlichen Status, wurde erst unlängst zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Natürlich versäumt es Schulze-Marmeling nicht, Barcas Fußball-Kunst, eben die "Kunst des schönen Spiels", zu beschreiben (und zu bewundern), liefert interessante Hintergründe zu "La Masia", der berühmten vereinseigenen Fußball-Schule, bei der Trainer entlassen werden, die eine zu defensive Spielweise trainieren lassen, beschreibt die Geschichte und Geschichten zu "El Clasico", dem Klassiker gegen Real Madrid und ruft zahlreiche Weltstars (auch aus der Anfangszeit des Clubs) in Erinnerung.
Wer dieses Buch gelesen hat, möchte entweder gleich wieder nach Barcelona ins Camp Nou reisen oder endlich zum ersten Mal dort sein, um die Kunst des schönen Spiels zu genießen.
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