We Are Scientists sind zurück. Das ist ein Kunststück, denn eigentlich waren sie nie weg. Nur ist ihnen seit ihrem zweiten Album (und ersten Studio-Album) "With Love and Squalor" kein großer Wurf mehr geglückt. Das B-Seiten- und Raritäten-Album "Crap Attack" und das zweite Studio-Album "Brain Thrust Mastery" waren kein heißer Scheiß mehr, sondern nur noch lauwarm. Das neue Werk "Barbara" kann hingegen wieder an die Klasse der Durchbruch-Platte anknüpfen.
Ja, es fehlen Superhits wie "Lousy Reputation" und "Nobody Moves, Nobody Gets Hurt". Doch einige der Songs kommen verdammt nah in die Glanztaten von "With Love and Squalor" heran. Der neue Drummer Andy Burrows (vorher bei Razorlight) macht seine Arbeit richtig gut, die Songs sind wieder perfekt geeignet für jede Indie-Rock-Disco. Besonders auf den schnellen Stücken macht das Trio eigentlich alles richtig. Manche ruhigeren Songs, etwa "Ambition" und "Foreign Kicks", kommen aber dann vielleicht doch ein wenig bedeutungsschwanger daher.
Kritiker dürfen nun anmerken, dass sich musikalisch seit 2005 nichts geändert hat bei "We Are Scientists". Denen möchte man dann entgegnen: Na und? Die Musik hat damals schon Spaß gemacht, warum darf sie das dann jetzt nicht mehr? Dass die Band um Keith Murray und Chris Cain das Indie-Rad nicht neu erfindet dürfte jedem klar sein.
Die Produktion der Songs ist in Ordnung. Zwar ist alles sehr laut abgemischt, doch die einzelnen Instrumente sind gut zu unterscheiden - das kennt man ja auch anders, Stichwort Soundbrei.
Positiv erwähnen muss man auf jeden Fall das Booklet. Die Songtexte muss man sich zwar im Internet suchen, doch dafür erhält man einen Liebes-Ratgeber, den man sich an den Kopf pappen soll, damit man ihn immer griffbereit hat. Anmachsprüche, Kleidungstipps und persönliche Statements von Chris Cain und Keith Murray zeigen, dass die Band nach wie vor einen gewaltigen Knall hat.