"Barbara 2" präsentiert die abschließenden Kapitel 10-15 der Tragödie um zwei Außenseiter von Osamu Tezuka. Nachdem Barbara und Yosuke Mikura Monate lang platonisch zusammengelebt haben,verlieben sie sich doch ineinander und wollen heiraten. Ganz wohl ist Mikura nicht dabei,weil er mittlerweile weiß,dass Barbara eine praktizierende Hexe ist,und auch nach Hexenregeln heiraten will. Er läßt sich aber,geblendet von unsäglicher Liebe,darauf ein. Leider wird die Zeremonie von der Polizei gestört,und Barbara erleidet einen Schock und verschwindet für Jahre spurlos. Mikura heiratet eine andere Frau,aber kann mit dieser nicht glücklich werden...denn sie ist nicht Barbara. Als er diese endlich wiedersieht,scheint sie ihn nicht mehr zu kennen. Das kann Mikura natürlich nicht akzeptieren...
Band 2 der radikalen Story mit gemeinen Wendungen geht in eine ganz andere Richtung,als man in Band 1 gedacht hätte. Zwar ist die Storyline wie immer faszinierend,aber auch ziemlich hanebüchen und nicht immer ganz logisch. Wie bereits in Band 1 bleiben die Motive für Barbaras Handlungen und ihre wirklichen Emotionen undurchschaubar. Wer wirklich Tezukas Werke noch nicht kennt und deshalb ein Happy End erwartet,wird natürlich enttäuscht. Zugegebenermaßen ist Band zwei ein bißchen zu starker Tobak,und deshalb in der Konsequenz einen Tucken schlechter als Band 1. Aber wer Band 1 gelesen hat,wird dem Ende trotzdem entgegenfiebern...und wird auch letztendlich nicht wirklich schlecht bedient. In den beiden Bänden gibt es jedenfalls bei mehrmaligem Lesen viel zu entdecken,und beide sind offen für völlig verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Wer kryptische Stories mag,ist hier jedenfalls definitiv richtig.