Der junge Schmied Rorn begegnet der Jademeisterin, die dafür verantwortlich ist, dass die Einwohner in seinem Heimatland ein Leben ohne Sorgen und Plagen führen können mit fruchtbaren Feldern und reicher Ernte. Doch da er der Jademeisterin seine Hilfe angeboten hat, wird er ungewollt in Ereignisse verstrickt, die er nicht vorausgeahnt hat. Mysteriöse in Lederflicken gehüllte Krieger, beschworen vom ihnen feindlich gesinnten Nachbarvolk, greifen hierauf Rorns Dorf an. Seine letzte Rettung ist die alte Hexe Hatra, die in widerwillig mit einem mächtigen Bann belegt. Als Bannkrieger stellt sich Rorn den mächtigen Feinden in den Weg, doch sein Schicksal verläuft anders als er es sich erahnen konnte.
Die ersten Kapitel beginnen viel versprechend. Es ist zunächst nicht klar wen man zu den Bösen, und wen zu den Guten zählen kann. Es gibt in Bezug hierauf einige interessante Wendungen. Damit ist ein wirklich guter Grundstein gelegt und die Spannung scheint garantiert.
Was sich aber leider wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht, sind die fehlenden Details und Ausschmückungen. Man erfährt einfach zu wenig, sowohl über die Welt als auch über ihre Bewohner. Die Charaktere bleiben zum größten Teil oberflächlich und auch im Verhältnis zu anderen Büchern übermäßig unsympathisch. Besonders der Hauptcharakter erscheint matt, farblos und zudem, für mein Empfinden, unpassend impulsiv und wankelmütig. Zunächst heißt es Rorn sei ein guter Schmied, der sich auch ausgezeichnet aufs Jagen versteht. Zwei Berufe in denen Geduld sicherlich eine große Rolle spielt. Im nächsten Moment aber ist Rorn das genaue Gegenteil.
Magie spielt in der beschriebenen Welt eine wichtige Rolle, wird aber genau wie vieles andere nicht näher erläutert. So hat man eigentlich nicht den leisesten Schimmer, was es nun mit diesem Bann und dem damit erzeugten Bannkrieger tatsächlich auf sich hat. Seine Fähigkeiten müssten immens sein, aber eine richtige Überlegenheit war nicht auszumachen. Nun gut, das muss nicht schlecht sein, aber warum dann diese ganze Bann-Geschichte? Vielleicht weiß Rorn auch einfach nicht damit umzugehen. Nur fragen kann er auch niemanden,' was bringt also ein noch so mächtiger Bann, wenn man ihn dann nicht auch nutzen kann? Man hat also beim Lesen immer wieder das Gefühl als fehlen einem wesentliche Informationen. Die Ereignisse plätschern zur Buchmitte irgendwann einfach nur dahin und alles was dem Leser geboten wird, sind etliche Action-Szenen, deren Ablauf man teilweise nur schwer folgen kann. Die Schilderung der Kampfhandlunge ist stellenweise etwas unglücklich geraten.
Auf den letzten 70 Seiten gewinnt die Geschichte dann aber doch noch etwas an Fahrt, allerdings hat zuvor bereits zu viel gefehlt, sodass das Finale dies leider nicht wettmachen kann. Der große Mittelteil enttäuscht durch Detailarmut und den fehlenden Blick fürs Wesentliche. Viele Fragen werden aufgeworfen und nicht beantwortet und so hat man immer wieder das Gefühl als fehle etwas.
Der Schreibstil ist in Ordnung, das Buch lässt sich recht flüssig lesen, wenn auch an manchen Stellen etwas holprig.
Eine unbestreitbar gute Idee steckt hinter den Ereignissen, doch wird ihr Potential bei weitem nicht ausgeschöpft. Möglicherweise kann jedoch mit einer Fortsetzung der Reihe Abhilfe geleistet werden. Zwar wirkt der Roman abgeschlossen, aber laut Verlagsinformationen wird "Bannkrieger" voraussichtlich im August 2012 mit "Bannstreiter" fortgeführt. Bislang ist nichts über weitere Fortsetzung bekannt, aber auch die ordentlich gestalteten Karten im Buch deuten auf mehr hin, hier waren sie praktisch überflüssig.
Fazit: "Bannkrieger" hat ein wirklich immenses Potential an guten Ideen, nur leidet die Handlung an Detailarmut, teilweise recht oberflächlichen Charakteren und einem farblosen Protagonisten. Das Interesse wird zwischenzeitlich zwar immer wieder geweckt, aber letztlich hält sich die Spannung arg in Grenzen. Größtes Manko sind eindeutig die fehlenden Ausschmückungen. Schade, denn das Buch ist wirklich nicht schlecht, aber hier wäre deutlich mehr möglich gewesen.