Nachdem ich diesen Film im Kino gesehen hatte und sehr begeistert war, wollte ich ihn mir auch sogleich bei amazon vorbestellen. Aber was musste ich sehen, als ich den Titel schließlich fand? Wirklich schlechte Bewertungen. Was war das los, fragte ich mich also und las die Bewertungen sorgsam durch. Erleichterung erfüllte mich: Der Rezensent hatte den Film einfach nicht verstanden oder war mit zu hohen Erwartungen in den Film gegangen und hatte dann nicht die Bereitschaft gehabt, sich von diesen zu verabschieden um sich auf den großartigen Film einzulassen.
Und jetzt, da ich ihn endlich zu Hause habe und noch einmal sehen konnte und mich wieder köstlich amüsiert habe, muss ich doch auch etwas dazu schreiben: Dieser Film ist wirklich großartig.
Aber nein, er ist keine Dokumentation über Banksy oder über andere Helden der Street Art. Es ist ein Film über die Entwicklung der Street Art weg von einer Randerscheinung hin zum kommerziellen Erfolg.
Ja, es geht um einen bekloppten Italiener, der aber, davon bin ich überzeugt, mehr Cleverness hat, als die fleißigen Schreiberlinge der negativen Bewertungen.
Der Film ist ein Meisterwerk, denn es nimmt die Menschen, die denken man müsse Kunst kaufen und vermarkten, selbst kurzlebige Street Art, sehr schön auf die Schippe.
Er macht sich lustig über die, die ohne zu fragen jedem Hype hinterher rennen, aber nichts von Kunst verstehen.
Gerade die Interviews mit den Street Art "Fans" sind herrlich, wenn man so schlau ist zu verstehen, was Mr. Brainwash da eigentlich macht.
Ich will nicht mehr verraten, denn dieser Film sollte einen überraschen.
Deswegen nur soviel:
Am Anfang ist es eine Street Art Dokumentation im weitesten Sinne und man bekommt neue, interessante Eindrücke über die Anfänger der vergänglichen Street Art, aber dann wandelt es sich zu etwas noch viel Besserem.
Der Übergang wird markiert von der Versteigerung der Telefon Box von Bansky bei Sothebys, dem Ausverkauf von Street Art, von diesem Zeitpunkt an, ist es eher eine Komödie. Eine Satire die zeigt, wie bereitwillig Menschen Geld für etwas bezahlen, dass gerade "in" ist.
Diese Parodie muss man erkennen und dazu sollte man vielleicht Vorwissen zum Kunstmarkt haben, aber eigentlich erklärt der Film sich selbst recht gut, das war zumindest mein Eindruck.
Dieser Film ist Kunst, mehr als jedes Bild vom mehr oder weniger genialen Mr. Brainwash und ich kann ihn wirklich nur empfehlen.
Lassen sie sich nicht von den Miesmachern verunsichern. Die Dokumentation ist vielleicht anders als sie erwarten, aber viel besser!
Ach so, und Bansky kommt auch darin vor!