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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
40 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Unterhaltend und böse, leider zeitweise schlecht recherchiert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Bank, Banker, Bankrott: Storys aus der Welt der Abzocker (Gebundene Ausgabe)
Philipp Kuster, Hauptfigur des 180 seitigen, in 88 nummerierte Kapitel aufgeteilten Buches, ist ein bitterböser Anlageberater einer Schweizer Bank, der in Boni gebadet grossen Luxus geniesst, und den ganzen Tag nur daran denkt wie er seine Kunden "mühsame Blödmänner" am besten abzocken kann, riesige Kommissionen für sich selbst und seine Bank generieren kann, welche oft direkt in seine Bonusauszahlung laufen.Ihm ist wichtig, dass er so wenig Zeit wie möglich mit seinen Kunden verbringen muss und diese einfach blitzschnell seine Produkte kaufen, welche er selber nicht versteht, aber ihm und der Bank mit Sicherheit einige Prozente Sofortgewinn bringen. Einige der kurzen Geschichten,auch von anderen Bankern, sind unterhaltend, die meisten sind jedoch voll mit der sehr negativen und bösen Grundhaltung der Protagonisten. Mit der Pointe des Schlusskapitels beweist der Autor sogar abgrundtiefen schwarzen Humor. Geschichten wiederholen sich, und sind holprig geschrieben. Einige wirken jedoch sehr unecht und konstruiert. Bei der Recherche sehe ich einige grobe Schnitzer. Der Autor sagt, dass er alle Informationen von Insidern habe. Im ganzen Buch schreibt der Autor in einer Banker-Slang-lässigen" Art über KISTEN, welche bei ihm TAUSEND sind und über TONNEN, welche der Autor Millionen nennt. Nun sind aber seit jeher in der Schweizer Bankenszene das Wort KISTE Synonym für MILLION, und das Wort TONNE bedeutet TAUSEND, was jeder Schweizer Banker weiss. Zudem beschreibt er, wie sein Anlageberater mitten in der Nacht mit dem vulgären russischen Grosskunden in der JUWELENHALLE (die Kronenhalle) Jeroboam Mouton-Rothschild vernichtet (3 Liter Flaschen) plus einiges an Mobiliar in Mitleidenschaft zieht. Unvorstellbar, im grossartigen und sittsamen Restaurant, und wäre diese Geschichte wahr, wüsste auch ganz Zürich, welcher Anlageberater dieser grundböse Mensch im Buch ist. Dass der Erzähler die UBS "EBS" nennt und die Kronenhalle "Juwelenhalle", Harvard "Havard" ist fast schon peinlich unlustig. Dazu passt dass der Autor Tailor Made" Strategien Taylor Made" nennt, ein peinlicher Fehler. Immer wieder versuchen die Helden auf Geschäftskosten tolle Weekends in London oder anderen Städten zu haben, mit tollen Hotels, Bars und edlen Flügen. Im wirklichen Leben hat man jedoch als Private Banker dies längst gesehen und da man das dauernd hat, gibt es keinen Anreiz, noch die Firma zu betrügen für ein wenig edle Party. Da das Thema die Zeit genau trifft, hat der Autor in der Schweiz einen Bestseller gelandet. Für mich wirkt das Buch jedoch hastig gemacht und schlecht recherchiert, viele Fantasiegeschichten. Wer gerne Geschichten aus der Business oder Bankenwelt liest, dem empfehle ich, den Meister der kurzen Geschichten, Martin Suter, BUSINESS CLASS oder UNTER FREUNDEN. Diese Geschichten haben alle eine plausible Pointe und sind treffsicher, ohne böse und verletzend zu wirken. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Volkes Stimme hat manchmal Recht,
Rezension bezieht sich auf: Bank, Banker, Bankrott: Storys aus der Welt der Abzocker (Gebundene Ausgabe)
Geld regiert die Welt, keine Binsenwahrheit ist weiter verbreitet als diese. Doch wie das im Einzelnen zugeht, wissen die wenigsten. Die Steuerzahler dieser Erde leben in dem dumpfen Bewusstsein, dass sie der Goldesel im "Tischlein deck dich" sind - doch der Tisch ist immer nur für wenige Reiche gedeckt."Bank, Banker, Bankrott. Storys aus der Welt der Abzocker" von René Zeyer bringt Licht in das Dunkel. Das Nachwort des Wirtschaftsjournalisten sollte als Pflichtlektüre in jedes Schulbuch aufgenommen werden. Denn hier erfahren wir einige verblüffend einfache und grundlegende Zusammenhänge, warum das Spiel der Abzocker überhaupt funktioniert. Die Grundvoraussetzung ist ein Glaubenssatz, den neoliberale Apostel als ein Evangelium gepredigt haben: Das Geld muss möglichst billig sein, damit es üppig auf dem Markt kursiert, Investitionen anreizt und damit Wachstum und Wohlstand durch die unsichtbare Hand des Marktes hervorbringt. Die Realität ist aber eine ganz andere. Billiges Geld ist ein Erpressungsmanöver, das jeden Kleinanleger dazu zwingt, seinen Spargroschen ins Spielkasino des internationalen Finanzkapitalismus zu tragen. Der Mechanismus funktioniert ganz einfach: Sollten Sie irgendwelche Geldwerte besitzen, können Sie das nicht faul auf Ihrem Konto herumgammeln lassen: Mit den niedrigen Zinsen gleichen Sie kaum die Inflationsrate aus. Und selbstverständlich schlägt das Finanzamt zu, bei Ihrem Kapital und dann gleich nochmals bei den ohnehin schlappen Zinsen. Fazit: ein Minus. Entweder Sie steigen in ein spekulatives Finanzprodukt Ihrer Bank ein oder der Wert Ihrer Ersparnisse wird unaufhaltsam verfallen. René Zeyer: "Es soll hier keinesfalls hohen Zinsen das Wort geredet werden, aber es wird mit aller Klarheit verlangt, dass die jahrtausendealte Regel wieder einmal angewandt wird, nämlich dass der Gläubiger ein anständiges Entgelt bekommt für seine Investition und dass der Schuldner ein anständiges Entgelt bezahlt." (S. 190) Das sagen Sie mal Ihrer Bank, die Sie nur mit einem Minus abspeist, wenn Sie Ihr sauer verdientes Geld zur Verfügung stellen wollen. Sie müssen im Casino mitspielen oder verlieren. Billiges Geld koppelt dann zwangsläufig die reale Wirtschaft vom Spielbetrieb ab. Denn Geld zum Schleuderpreis provoziert immer mehr Kredite, die am Ende von immer noch mehr Krediten gedeckt werden. Gelegentlich wird die Bank gesprengt, das nennt man dann Wirtschaftskrise. Doch die Casinobetreiber haben längst schon abkassiert: In Form von Provisionen, Gebühren, Bonus-Zahlungen etc. - "Der große Schaden besteht in der gigantischen Vermögensverschiebung: von den Sparern zu den Managern der Finanzinstitute. Der Witz dabei: Die Gangster haben das Ganze völlig risikolos und ohne Angst vor Strafe durchgezogen, und die ganze Welt schaute zu und feierte die Stars einer neuen Ökonomie." (S. 189) Alan Greenspan, der ehemalige Chef der amerikanischen Notenbank, aber auch die Europäische Zentralbank waren nach Zeyer die Helfershelfer des größten Bankraubs der Geschichte - durch niedrigsten Leitzins, der dafür sorgte, dass die Finanzjongleure immer mehr Spielmarken in Umlauf setzen und von diesen Luftbuchungen ihren Anteil als reales Geld herausziehen konnten: "Denn man muss sich immer vor Augen halten: Geld verschwindet nicht, wird auch nicht vernichtet (außer durch eine galoppierende Inflation), sondern umverteilt. Hat einer weniger, hat ein anderer mehr; so einfach ist das mit dem Geld. (...) Die Bestohlenen dürfen nun die vor ihrer Nase (...) abgeräumten Milliarden ersetzen und nebenher auch noch die Kollateralschäden bezahlen. Während fast alle Gauner, abgesehen von den Dummköpfen, die zu gierig waren und juristisch verwertbare Spuren hinterließen, auf ihren Yachten durch die Meere schippern, von den Terrassen ihrer Penthäuser den Sonnenuntergang genießen oder im Privatjet zu den exklusivsten Golfplätzen und Luxusresorts der Welt düsen. Davon kann jeder Bankräuber nur träumen. Aber er hat halt seinen Beruf verfehlt: Besser wäre er Banker geworden." (S. 185 u. 191) In "Bank, Banker, Bankrott" geht es aber nicht nur um ökonomisch wichtige Zusammenhänge. Der Faktor Mensch steht im Vordergrund. Denn die entfesselte Gier ist der Treibstoff, der den globalen Casino-Kapitalismus am Laufen hält. Um sich nicht in juristische Auseinandersetzungen mit finanzkräftigen Gegnern zu verstricken, hat Zeyer seine Insider-Kenntnisse in fiktive Geschichten verpackt. Seine Personenporträts liefern die Psychologie gehobener Banker, die vor allem eine Psychopathologie ist. Ja - wir haben es mit asozialen Psychopathen zu tun, mit zynischen Luxus-Fetischisten und Egozentrikern. Nur so kämpft man sich mit einer großen Schöpfkelle an den hart umkämpften Bonus-Fleischtopf heran. Das System ist so konstruiert, dass es genau diesen Typus von Mensch erforderlich macht. Liest man Zeyers Geschichten, sollte man nicht depressiv veranlagt sein: Machen Sie sich auf labyrinthische Irrgänge durch das seelische Dämmerlicht von Egomanen gefasst. Sie werden sich vom Innenleben dieser Figuren so erschlagen fühlen wie nach einer Überdosis Kafka oder Dostojewski. Allerdings wird bei den Dichtern um die Rätselhaftigkeit der Existenz gerungen. Bei Zeyer dagegen ist die Banalität und Brutalität des Bösen so klar ersichtlich, dass man gerade über die Nichträtselhaftigkeit dieser Existenzen in ausweglose Verzweiflung geraten könnte. Sicher hat Zeyer seine Darstellung etwas übertrieben. Er ist immerhin Journalist. Und die müssen das Abweichende vielleicht besonders groß aufbauschen. Erstens damit es sichtbar wird und zweitens, um Aufmerksamkeit zu erregen. Klappern gehört zum Handwerk. Gibt es also nicht auch seriöse Banker, die eine nachhaltige Firmenpolitik verfolgen und sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst sind? Es fällt wirklich schwer, das zu glauben. Denn das System belohnt und fördert nur die Egomanen. Ehrlichkeit wäre nicht konkurrenzfähig. Und die periodisch wiederkehrenden Wirtschaftskrisen beweisen, dass die Gier bei genügend aufgeblasenem Spekulationsvolumen hemmungslos absahnt. Fast hat es den Anschein, als müssten wir jedes Menschenalter unsere Ersparnisse für die Pensionskassen von Raubrittern hingeben. Wenn Zeyers Buch auch nur annähernd die Wahrheit sagt, dann bin ich froh, dass ich beruflich mit Managern und Ingenieuren zu tun habe, die aus der Realwirtschaft stammen. Und wenigstens kann ich bestätigen, dass es dort viele verantwortungsbewusste und gesellschaftlich engagierte Akteure gibt. Auch ist mir bewusst, dass Ökonomie eine hochinteressante Sozialwissenschaft sein kann. Jahrelang habe ich mich mit modernen Management-Ansätzen beschäftigt und vor vier Jahren in meinem Buch "Literatur und Management" eine Summe gezogen. Doch gerade weil ich an die vielen guten Manager und Mitarbeiter denke, die mit realen Produkten und Dienstleistungen auf dem Markt bestehen müssen, finde ich Zeyers Buch so wichtig: Wir lassen es zu, dass reale Arbeit von einer Kaste ausgeplündert wird, deren kriminelle Energie in ganz legalen Bahnen verläuft. Zeyer gibt sich keinen Illusionen hin: Auch in Zukunft gibt es freie Bahn für diese Art Banker. Das Casino ist schon wieder geöffnet. Wie sollte sich auch etwas ändern, ohne erhebliche Einschnitte in das Bonus-System, ohne höhere Leitzinsen, ohne demokratische Kontrolle des Bankwesens? Immer noch versichern neoliberale Geister, der Staat sei nicht der bessere Banker. Obwohl die Krise eben erst gezeigt hat, dass der schlechteste aller Banker der Banker ist. Nicht etwa deshalb, weil er inkompetent wäre - und das ist er laut Zeyer übrigens weit mehr, als bekannt ist - und auch nicht deshalb, weil er ganz besonders gierig wäre. Der Banker ist deshalb der schlechteste Banker, weil das System ein Lockstoff für die menschliche Gier ist. Weil dieser menschliche Urinstinkt nicht zu stoppen ist, wenn er zu großen Spielraum erhält. Wer nur die überzogene menschliche Gier beklagt, der will die Ursache nicht sehen: Dass man es nämlich zulässt, Brutstätten der Gier legal gewähren zu lassen. Am Ende hat Volkes Stimme manchmal eben doch Recht: In Bankern wittern die Leute seit jeher Betrug und List, und den meisten ist klar, dass der Schwindel legal und somit zu ertragen ist wie schlechtes Wetter. Ein vergleichbares Image haben nur noch Immobilienmakler, Versicherungsvertreter und Rechtsanwälte. Mehr Transparenz im Bankensektor ist das demokratische Gebot der Stunde. Auch wäre es wünschenswert, wenn der Autor René Zeyer sein Sachwissen noch populärer machen würde. Vielleicht durch einen größeren Essay in einfacher Sprache. Mit wirtschaftlicher Aufklärung über die Ursachen der Krise. Wenn das einer könnte, dann er. "Bank, Banker, Bankrott" lesen wie immer wohl nur die, die ohnehin schon das meiste geahnt haben. Geahnt, nicht gewusst. Günter Bachmann Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4.0 von 5 Sternen
Macht Spaß zu lesen..,
Rezension bezieht sich auf: Bank, Banker, Bankrott: Storys aus der Welt der Abzocker (Taschenbuch)
Das Buch hat man recht schnell durchgelesen. Es besteht aus lauter einzelnen Kapiteln, welche für sich selbst nie länger als 2 bis drei Seiten sind. Das Buch handelt überwiegend von "fiktiven" Bänkern aus der Schweiz und Liechtenstein. Nun ja, die Namen sind zumindest fiktiv. Da hier mehrere Personen parallel abgehandelt werden, bezweifle ich den ein oder anderen, teilweise recht intimen Wahrheitsgehalt. Wie dem auch sei, daß Buch bringt einen gewissen Sarkassmus zu Tage und macht dabei Spaß zu lesen. Selbst wenn vielleicht nicht alles in diesem Buch so gauben sollte...man bekommt trotz dessen das Gefühl das es so sein könnte - In der Welt der "Abzocker", "Trittbrettfahrer" und Blutsauger...Ich kann ein Lesen nur empfehlen....
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