„Frankie goes to Hollywood" sind mit Sicherheit eine der einflussreichsten Band der 80er Jahre gewesen. Die von Trevor Horn produzierte Gruppe (der Bandname stammt aus einer Zeitungsüberschrift über Frank Sinatra) schaffte 1983 bereits mit der ersten Single „Relax" (3:55 min) einen No.1-Hit in England und hielt fünf Wochen die Spitzenposition. Neben den Dance- und Popelementen trug vor allem der provokante Text zum Erfolg der Single bei. Auch der Nachfolger „Two Tribes" sorgte durch die inhaltlichen Anspielungen auf den kalten Krieg und ein provokantes Video für einen Skandal, schaffte es aber ebenfalls für sechs Wochen auf die Nummer 1. Auf „Bang" ist der Song leider nur in der kurzen Version (3:54 min) enthalten, nicht in der über 6 Minuten langen Singleversion.
Nach zwei erfolgreichen Singles in Folge veröffentlichte die Gruppe 1984 ihr Debütalbum „Welcome to the Pleasuredome" (eine Doppel-LP), das ebenfalls die Chartspitze erklimmt. Der typische, perfekt produzierte Stil von Frankie Goes To Hollywood sorgte über die volle Spielzeit für erstklassige Unterhaltung und bestätigte das hohe Niveau der Gruppe. Die dritte Auskopplung war die wunderschöne Ballade „The Power of Love" (5:28 min), ebenfalls ein Nummer-Eins-Hit und der definitiv schönste Song der Gruppe, üppig mit Klavier und Streichern arrangiert. Danach kam allerdings nicht mehr viel zusammen: Nach der guten Single „Rage Hard" (5:04) floppte das zweite Album der Band und nach internen Querelen kam es Anfang 1987 zum Ende von Frankie Goes To Hollywood.
Mit „Bang!" liegt nun erstmals eine musikalische Retrospektive der Gruppe vor, die einen sehr guten Einblick in das kurze musikalische Schaffen der Gruppe um Sänger Holly Johnson liefert. Neben den großen Hits enthält diese Greatest Hits auch unbekanntere Songs, die zum größten Teil aus „Welcome To The Pleasuredome" stammen. Das Titelstück (13:39 min) ist der längste Titel dieser CD. Besonders gelungen sind neben den Hitsingles die sehr stilvollen Coverversionen von „Ferry Cross The Mersey" (4:03) und Bruce Springsteens „Born To Run" (4:00), sowie das Anti-Kriegsstück „War" (4:14). Abgesehen von den etwas merkwürdigen Titeln „The World Is My Oyster" (1:57) und „Bang" (1:08) enthält diese CD nur gute bis sehr gute Titel der Band und ist daneben auch sehr komplett, was das Tracklisting betrifft. Eine sehr gute Greatest Hits, die einer er originellsten Bands der 80er angemessen ist. Klare Empfehlung.