Die Astronomie schreitet atemberaubend voran. Fortlaufend erreichen uns spannende Bilder und Informationen aus dem All, eingefangen von Teleskopen, Satelliten und Raumsonden. Die grosse Frage ist, wie lässt sich dieses unüberschaubare Meer an Daten interpretieren? Was können wir daraus schliessen?
Auf diesem Hintergrund kann ich "Die ganze Geschichte des Universums" nur loben. Zwar mag der Titel etwas anmassend erscheinen, aber nur vordergründig. Die Autoren haben alles Wesentliche zusammengetragen, was wir heute über die Entstehung, die Entwicklung und die Zukunft unseres Kosmos wissen oder vermuten können. Sie haben das Ganze in sieben gut bebilderte Kapitel gegliedert, beginnend mit dem Urknall von 13,7 Milliarden Jahren, endend mit der Zukunft des Kosmos und der Frage, ob sich das Universum unendlich ausdeht oder sich wieder zusammen ziehen wird.
Das Buch ergibt ein spannendes, konsistentes Gesamtbild, wenn wir auch mit den Autoren zugeben müssen, dass wir noch viel mehr nicht wissen oder nicht rundum schlüssig interpretieren können. Zum Beispiel, ob und wo sonst im Kosmos Lebewesen wie wir existieren.
Die Autoren unterscheiden klar zwischen Fakten, Indizien, Mutmassungen und Spekulationen. Das ist erfrischend nüchtern und überlässt es anderen, das zu leisten, was die Astronomie nicht leisten kann: Den Sinn unserer endlichen menschlichen Existenz in einem kleinen Zeitfenster der Evolution des Kosmos zu deuten. Bei dieser Frage wären selbst die besten Astronomen überfordert.
Ein halben Punkt Abzug erteile ich lediglich dem Korrekturleser für unterlaufene Fehler.
Fritz P. Schaller, CH-Küsnacht
Autor des Buches "Die Evolution des Göttlichen", Patmos 2006