Bevor Robert Plant als Leadsänger der Gruppe "Led Zeppelin" Musikgeschichte schreibt, singt er in einer Band namens "Band of Joy", die u. a. Songs von "Jefferson Airplane" und "Quicksilver" covert und mit ihrem experimentellen Blues/Rocksound und den psychedelischen Lightshows eine neue musikalische Gegenbewegung der mittleren 60er begleitet. Ebenfalls an seiner Seite: John Bonham, bis 1980 Drummer von "Led Zeppelin". 1977 reaktiviert Kevin Gammond die Formation und spielt bis 1983 2 Studioalben ein - dabei ohne die Beteiligung der mittlerweile namhaften Wegbegleiter. Während sich Plant um diese Zeit verstärkt seiner Solokarriere widmet, ruht die "Band of Joy". Stets neuen Stilrichtungen und Künstlern offen, erweist sich die Zusammenarbeit mit Bluegrass-Country Sängerin Alison Krauss als Meisterstück. Das Duettalbum "Raising sand" lässt bei den 51. Grammy Awards die Pop und Rock Prominenz weit hinter sich und "räumt" 5 Auszeichnungen (darunter "Album of the year") ab.
Nun kehrt Robert Plant zurück zu den Anfängen und versammelt Musiker wie Sängerin Patty Griffin, Gitarrist Buddy Miller (Mitproduzent, und aus den Tagen von "Raising sand" bekannt), Multiinstrumentalist Darrel Scott, Bassist Byron House und Schlagzeuger Marco Giovino um sich herum, um die "Band Of Joy" wiederaufleben zu lassen. Damit einher geht unter anderem eine Herbsttour durch Europa. Nach vierzig Jahren im Musikgeschäft gelingt es Robert Plant erneut zu überraschen. "Band of Joy" ist ein vielschichtiges Album, das die Rhythm & Blueswurzeln des Sängers hervorstellt und seine Vorliebe für Country/Folk Klänge unterstreicht. Seine markante, starke Stimme verleiht den gerne in gemäßigtem Tempo gehaltenen Songs eine besondere Tiefe. Dabei wird er ansprechend von seinen neuen Bandkollegen, insbesondere Patty Griffin, am Mikrophon ergänzt. Angereichert mit Westernklängen (Central Two-O-Nine), Folkeinflüssen (Harms swift way) und Rockelementen (Monkey) reißt er musikalische Grenzen ein, verfolgt im Falle von "Silver rider" beinahe progressive, düstere Muster, bekennt sich aber nicht zuletzt mit der Auswahl an Musikern zum Americana Sound. So wechselt nicht nur die Stimmung, sondern gerne auch die Richtung: Bluegrass, Honky Tonk, Doo-wop, Rockabilly. Banjo, Pedal Steel Gitarre und Mandoline klingen aus den Boxen. Eine gelungene Sammlung von Stücken, Zeilen und Liedern verschiedener, überwiegend amerikanischer und im Country, Blues und Folk beheimateten Singer/Songwriter & Bands (Low, Al Hoffman, Townes Van Zandt) - im Falle von "Even this shall pass away" sogar Dichter (Theodore Tilton) - traditionell arrangiert von Plant und Miller.
Anspieltipps: "House of cards", "Silver rider" und "Cindy, I'll marry you one day "