Produktbeschreibungen
Der Bandname ist lang. Und alles andere als Pop. Aber das ist auch kein Wunder, wenn man es mit der Ewigkeit aufnehmen will. Die Absicht, die Schwelle zu eben dieser zu überschreiten hat sich im Bandnamen und in den vorliegenden 10 elegischen Songs des Debütalbums von The Band On The Edge of Forever niedergeschlagen. Dabei bedienen sich die 4 jungen Berliner Männer um den Leadsänger und praktizierenden Internisten Volker Neumann vor allem eines Mittels: Der Reise im Innern. Die Musik ist Soundtrack dazu und nährt die Hoffnung, wirklich alle Grenzen sprengen zu können, wenn man mal die Augen schließt und zuhört. Go on a Holiday ... and you might find what you had in mind. Take the fast lane where the sun always shines You don t have to compromise go simply close your eyes it s way much faster, faster than you recognize ... the speed of light ... I do it all the time heißt es in Holiday, ein Song der erst am Ende seiner Spielzeit seine wahre Bedeutung preisgibt. Augen schließen, zuhören, eine Reise wagen. Dabei verweigern sich die konsequent einfach instrumentierten Songs dem allgegenwärtigen Pop-Songschema, das auf 3 Minuten 30 immer das gleiche wiederholt. Dies sorgt dafür, dass bei der Reise immer neue Bilder vor dem Zugfenster im Kopf auftauchen. Volker Neumanns Storytelling bietet über die Länge der einzelnen Stücke und des Albums einen überzeugenden Spannungsbogen auf. Die erste Single Shore Leave was so etwas wie Landurlaub bedeutet läutet die große Fahrt ein und ist folgerichtig auch das Eröffnungsstück des Albums. Diese auf einem prägnanten Klavierthema basierende Ballade geht leicht ins Ohr und hat der Band in atemberaubender Geschwindigkeit einige Türen geöffnet: Der Hitsongschreiber Nosie Katzmann hat sie auf seinem Label gesigned, der Produzent Tobias Siebert (Slut, Kettcar, Tomte, Klez.E) hat einige Titel ihres Albums produziert und die Radios spielen den Song im Tagesprogramm. Dabei ist auch dieser keine allzu leichte Kost: Hier wird der Schmerz einer verlorenen Kindheit weggeträumt. So gut es eben geht. Die im Video gezeigte Miniaturwelt unterstreicht den Wunsch nach einer heilen Welt, einer Vergangenheit, von der man für immer ausgesperrt ist. Doch es bleibt die Flucht in die Kunst, in der alles möglich ist. Changeling ist ein ironisch- beschwingter Seitenhieb auf die Wendehälse, die stromlinienförmig ihren Weg gehen und dabei offenkundig nicht auf die Gefühlswellenlänge der Band einsteigen können. Wir haben es also mit durchaus wehrhaften Träumern zu tun. Auf der Konzertbühne ist The Band On The Edge of Forever kein unbeschriebenes Blatt mehr: Die Band hat MIA in drei Städten auf ihrer ausverkauften Hallentournee supportet und ihr Debütalbum erstmals einem so großen Publikum präsentiert. Darauf folgen nun eine eigene Tour der Band durch Deutschland sowie diverse Festivaltermine im Sommer. Die Zukunft: Das Jahr 2009 wird ein tolles für TBOTEOF. Egal wie. Vier junge Männer haben mit Hilfe von Freunden und Weggefährten eine wunderbare erste Platte veröffentlicht. Ganz egal, wie das Echo darauf ist. Sie sind froh, wir sind glücklich. Und der Grundstein für weitere tolle Musik aus dem Hause The Band On The Edge Of Forever ist gelegt. Close your eyes and you will see.
Der Bandname ist lang und nicht gerade eingängig. Die Musik dafür umso mehr. Zehn Mainstream-Songs zwischen Pop und Rock erwarten den Hörer auf ihrem Debüt.
The Band On The Edge Of Forever, kurz TBOTEOF kommen aus Berlin, machen erst seit einem Jahr zusammen Musik und ihre erste Single „Shore Leave“ lief gleich bei MTV. Die Ballade über den Schmerz einer verlorenen Kindheit und dem Wunsch nach einer heilen Welt überzeugt mit einem prägnanten Klavierthema, unterstützt von Streichern. Immer wieder bäumt sich der Titel auf um danach wieder ruhiger zu werden. Nahezu dramatisch wirkt „Shore Leave“ dadurch. Nach dieser Single konnte man also einiges erwarten vom ersten Album. Jedoch gelingt es der Band nicht daran anzuknüpfen.
Das selbstbetitelte Debüt ist zwar sehr gut durcharrangiert und mit eingängigen Melodien bestückt, jedoch fehlt es an Vielfältigkeit. Dadurch ist es für den Hörer oft vorhersehbar, was als nächstes kommt. Die Texte über Wünsche und Hoffnungen sind schon tausendmal gehört, bedienen Klischees, wirken belanglos und alles andere als glaubwürdig.
Neben „Shore Leave“ findet man Hitpotential im rockigen „Holiday“ und im fröhlichen „Skane Girl“, bei dem auch weiblicher Gesang zum Einsatz kommt. Aus der Reihe fällt der Song „Pass The Feeling“: wesentlich schnellerer Beat, dazu verzerrte Gitarren und dröhnender Bass – endlich eine neue Facette der vier Berliner. Am Ende gibt es dann noch eine zweite Ballade. „Astronaut“ ist dennoch ganz anders als der Eingangstitel „Shore Leave“. Stimme und Akustikgitarre dominieren den Song, dessen Melodie aber zu eintönig bleibt.
The Band On The Edge Of Forever haben mit ihrem Debütalbum eine solide Platte voller Mainstreamsongs produziert. Die eingängigen Melodien bleiben zwar hängen, jedoch scheitert das Album an zu wenig Experimentierfreudigkeit. Der Berliner Band fehlt es an einer persönlichen Note. Ihr Debüt klingt wie tausend andere belanglose Poprockalben und ist keine Bereicherung für den Musikmarkt.
Katrin Bähnisch