Tucker Peckinah bittet Tony Ballard nach Spanien zu reisen, um dort das Verschwinden seiner jungen Frau aufzuklären. Da Peckinpah über Tonys triumphalen Kampf gegen die Hexen in dem Dorf bescheid weiß, und ahnt, dass in dem kleinen spanischen Dorf, in dem Rosa sich zuletzt aufgehalten hat, dämonische Mächte am Werk sind, kommt eigentlich nur Tony für diesen Auftrag in Frage. Wenig begeistert ist dieser allerdings davon, dass seine Freundin Vicky ihn unbedingt begleiten möchte.
Die Gerüchte über ein gigantisches Wesen aus den Bergen, halb Mensch, halb Geier, die seit langer Zeit im Dorf Verbreitung finden, sollen sich schneller als real herausstellen als Tony Ballard lieb sein kann...
Mit diesen Bearbeitungen kann man schon eher in die Fußstapfen eines H.G. Francis treten, wie es Dreamland ja schon mit der hauseigenen Gruselserie versucht hatte. Etwa 45 Minuten gibt man der Handlung und dies ist aus meiner Sicht vollkommen ausreichend. Ohne die Vorlage zu kennen, hat man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass irgendetwas fehlen würde. Durch die kurze Spieldauer kann man eine ansprechendes Tempo fahren, so dass Langeweile kein Thema ist.
Inhaltlich gibt es zwar nichts, dass einen begeisternd aus dem Bett aufspringen lässt, aber solange man mit einer solchen Bearbeitung einfache, geradlinige, nette Gruselunterhaltung zu transportieren vermag, ist dies völlig zufriedenstellend. Zu hoch darf man die Erwartungshaltung an den Plot eben nicht schrauben. Aber wer weiß, welchem Metier Tony Ballard entspringt, der dürfte dies auch nicht tun.
Bei den Sprechern setzt man fast nur noch auf Profis. Herausragend hier insbesondere Lutz Mackensy als Paco Benitez. Richtig klasse ist dabei die Szene, in welcher klar wird, wer hinter dem Geierwesen steckt.
Klaus-Dieter Klebsch kommt als Erzähler nur recht selten zum Einsatz. Mehr wird von Torsten Sense in der Ich-Perspektive von Tony Ballard übernommen. Insgesamt gefällt Sense als Held der Serie ziemlich gut. Die weiteren Namen des Casts lassen einem sicherlich das Wasser im Munde zusammenlaufen. Dorette Hugo, Andreas von der Meden, Kerstin Dreager, Eckart Dux, Christian Rode und andere konnte man für dieses Hörspiel gewinnen.
Den Kurzauftritt des Produzenten Thomas Birker selbst hätte es eher nicht gebraucht, denn dieser sticht unweigerlich (leider eher negativ) heraus.
So gänzlich zufrieden stellt mich der Einsatz der Musik noch nicht. Es ist keineswegs so, dass mir die Stücke von Tom Steinbrecher nicht gefallen würden. Jedoch sind diese nicht immer optimal ins Geschehen integriert. An vielen Stellen würde ich mir einfach deutlich düsterere und spannungsgeladenere Klänge wünschen. Denn mit der eher fröhlich angehauchten Untermalung stellt sich das Gruselfeeling nur bedingt ein.
Als Bonus bekommt man diesmal ein nettes Interview mit dem Hauptdarsteller Torsten Sense.
Fazit: Die Geschichte selbst bietet zwar nicht gerade viel innovatives, aber so ist das wohl mit derartigen, eben nicht allzu neuen Vorlagen, da darf man die Erwartungshaltung nicht zu hoch schrauben. Wenn man das nicht tut, dann bekommt man ein sehr unterhaltsames und vor allem kurzweiliges Hörspiel geboten. Zusammen mit dem 1. Teil der Serie die besten Hörspiele aus dem Hause Dreamland. Ohne Frage unterhaltsame 50 Minuten, bei denen lediglich Feinheiten noch etwas auffallen.