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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unter die Haut,
Rezension bezieht sich auf: Banatsko (Gebundene Ausgabe)
Wie kann man Freude empfinden bei einem eher melancholischen Buch über karge Landschaften und karge Typen - über Leute, die in den Wind starren, der über die Maisfelder schwirrt, geblümte Kittelschürzen und zerfranste Pelzmützen tragen, die routiniert ihre Gänse schlachten und sich am liebsten durch vielsagendes Schweigen mitteilen? Das Thema fasziniert, fasziniert natürlich allein durch ein gewisses Kitschpotential: scheinbar unverändert ländliches Leben in einem unbestimmten Grenzland, irgendwo zwischen Ungarn, Rumänien, Serbien. Die Industrialisierung kam nie an, und wenn doch, verschwand sie, und so kreist das Leben wieder um Äpfel und Pferdeäpfel. Damit wäre das Buch, als Dokumentarliteratur, gehobener Durchschnitt, immer gern gelesen, wenn man sich zivilisationsmüde Momente leistet. Aber was das Buch tatsächlich zum Erlebnis macht, ist beeindruckende Literatur, dicht und irgendwie lyrisch, aber zu lakonisch, um klebrig zu sein. Der Wind, der im Buch auf unentwegt verschiedene Arten über die Ebene tanzt, ist mir unter die Haut gefahren. Eine Empfehlung!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nichts als lautes Schweigen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Banatsko (Gebundene Ausgabe)
Mit Preisen ist die die Schriftstellerin Esther Kinsky wahrlich reich gesegnet. Zu Recht! Und nun steht sie auch auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2011 - mit guten Aussichten.Zu begründen ist dies mit ihrem letzten Roman "Banatsko" - diese sprachlich so wunderbare, formvollendete Erzählung über das Leben in einer kleinen Stadt im Dreiländereck Ungarn. Rumänien und Serbien. "Hauptfigur" dieses Romans ist die Landschaft, von Esther Kinsky immer wieder und sehr abwechlungsreich beschrieben, ja fast beschworen. Ansonsten passiert nichts Spektakuläres, das Leben geht seinen ruhigen Gang. "Der Akkordeonspieler verbrachte die Tage damit, die weite Ebene mit den Blicken zu überschweifen und die Träume... ungehindert ihr Spiel um sein Herz und seinen Kopf treiben zu lassen. Das, dachte der Akkordeonspieler, wie er an seinem Fenster saß und in die Stille der Ebene lauschte, das ist das wahre Leben." Es sind Sätze wie dieser, die den Leser so sehr für das Buch einnehmen; Sätze, klar und unprätentiös, eine schnörkellose Syntax und ein sanfter, beruhigender Rhythmus. Esther Kinskys Prosa ist eine Prosa der Entschleunigung. Ein Mensch kommt durch Zufall nach Báttonya, im Banat. Was er hier vorfindet, ist mehr oder weniger nur Stille und Landschaft. Es gibt den schon zitierten Akkordeonspieler und den Fleischer. Es gibt Attila, den Handwerker, der charakterisiert wird durch "laute Männersprache und einer leisen Frauensprache, seinen zwei Arten, nichts zu sagen, und die Männesprache war nichts als lautes Schweigen". Den Menschen in der "Stille der Ebene" begegnet die Autorin mit großem Respekt und äußerster, liebevoller Zurückhaltung. Sie beschreibt die kleinen Dinge ihres Alltags, sie erzählt von ihren Freuden und Lieben und von dem, was die Geschichte diesem Landstrich im östlichen Europa auferlegt hat. "Ich spürte, wie die Grenzen am Herzen schliffen und feilten. Wie sich die blassen Linien, die nur auf dem Papier und nicht auf der Erde zu sehen waren, um die Gedanken legten....", heißt es an einer Stelle. Man kann schlecht über diesen so außergewöhnlichen Roman erzählen, man muss ihn lesen. Auch, um die Schönheit der Sprache zu genießen, diesen leisen und steten Fluß der wunderbaren Prosa von Esther Kinsky. Und dies sei an dieser Stelle wärmstens empfohlen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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