Europa verbrät jedes Jahr 80 Mrd. Euro, und zwar zum größten Teil als Subvention in die Landwirtschaft. Das Ergebnis ist eine Planwirtschaft wie zu besten kommunistischen Zeiten. Dabei kann - nett gesagt - nicht ausgeschlossen werden, dass es zu kleinen Bevorteilungen für gute Freunde kommt. Die Fehlbeträge gehen allersdings schnell in die 100e Mio.Euro - und „ziehen Betrüger an wie ein Misthaufen die Fliegen". Dieses Zitat wird vielfach bewiesen.
Das Buch zeigt, dass es sich bei der EG nicht um Verwaltungsdiletantismus handelt, sondern die Milliarden vielmehr gezielt abgezogen werden. Die Kommission weiß darum - und schaut zu. Die wenigen Prüfer, die im Namen des EU-Rechnungshofes im Einsatz sind, erzielen Erfolge egal wo sie hinsehen. Trotzdem haben sie aus (gewolltem?) Personalmangel keine Chance, auch nur annähernd alles zu prüfen. Wenn tausende teure Kläranlagen wegen Mängel nie in Betrieb gegangen sind oder produzierte Mengen übertrieben werden, ist das offensichtlicher Betrug. Die Kommission könnte theoretisch dagegen vorgehen, tut es aber nicht. Ganz offiziell arbeitet mitten in Europa eine erfolgreiche Agrar-Mafia mit unseren Steuergeldern.
Sind die Betrügereien schon teuer, so werden sie durch die unglaubliche Geldverschwendung durch Fehlplanung noch übertroffen. Jeder kennt die Milchseen und Butterberge, die seit Jahrzehnten mit Mrd.-Subventionen weit über Weltmarktpreisen und Bedarf produziert werden. Statt Subventionen einfach zu reduzieren, werden lieber weitere Gelder für die Vernichtung ganzer Ernten - und eben leider auch hunderttausenden Tieren - gezahlt. Im Ergebnis werden ganze Herden nur zum Keulen produziert - die EG belohnt's mit attraktiven Prämien. Ökobauern haben keine Chance. Wo viele verdienen, will keiner was ändern. Die Doofköppe sind wir, die Verbraucher und Steuerzahler - dass war vor einigen 100 Jahren noch ein Grund für eine Revolution! :-)
Das schöne an „Brüssel's Bananen" ist die durchgehend lustige, ironische Schreibweise, die völlig im Kontrast zum ernsten Inhalt steht. Der verfilzte Eurokraten-Dschungel wird zwischendurch durch erfrischende Passagen von Lieschen Müller aufgelockert, die beim Landswirtschaftsministerium Subventionen für ihre geplante Seidenraupenzucht beantragt (dafür gibt es einen EG-Topf). Der Schriftwechsel, der tatsächlich stattgefunden hat, ist zum Totlachen. Auch der fiktive Subventionsbetrüger Jan Peter hilft immer wieder, die Mentalität besser zu verstehen. Am Schluss kann man noch Bananen für die absurdesten Fälle vergeben und nach Brüssel schicken. Falls einer überlegt, ob er über die EG lachen oder weinen soll, haben sich die Autoren jedenfalls für das Lachen entschieden.