Ein Roman, der für einen 14 Tägigen Urlaub ungeeignet ist, weil man Streß mit den Mitreisenden bekommt, die man ignoriert, weil man dieses Werk erst beiseite legen kann, wenn man es zu Ende gelesen hat.
Gläsers typische Schreibe, die Berliner Idiom und das Ausreizen aller Register der deutschen Sprache aufs Perfekte miteinander zu verbinden versteht, ist prädisteniert dafür, die Story der Hauptfigur "Borsig" lebensecht zu erzählen und lässt mehr als nur einen Hauch ostdeutschen Jugendgefühls der Siebziger durch die Synapsen des Lesers wehen. Ohne Ostalgie-Schnick-Schnack, aber dennoch mit einer gehörigen Portion Situationskomik lebt dieser Roman von seinen spritzigen Dialogen und der gekonnten Schilderung von Alltagsszenen, wie etwa den Randerscheinungen beim Ostberliner Fußballderby, oder der Frühstückpause an der Arbeitsfront.
Lesenswert ist dieser Roman für jeden Freund des bedruckten Papiers. Ein Muss ist er für alle, die vor 1989 zwischen Werra und Neisse geboren wurden!