Aus der Amazon.de-Redaktion
Man sollte die drei Jungs aus Hamburg mal richtig vorstellen, denn man wird sicher auch in Zukunft von ihnen hören. Also, gestatten: DJ Mad, Jan Eißfeldt und Denyo: Die Absoluten Beginner. Gemeinsam mit Eins, Zwo, Fettes Brot und Fischmob die norddeutsche Antwort auf die etablierte süddeutsche HipHop-Prominenz. Und nach dem zweiten Beginner-Album
Bambule muß sich die Konkurrenz aus Stuttgart warm anziehen. Die Jungs reimen clever von Füchsen auf der Pirsch, über sich selbst, Autofahren und die langweiligen HipHop-Kollegen, alles mit Witz und Lust und feinen Loops. Kostprobe? "Du bist für gute Musik, wie für die Beatles Yoko/Ono -- Oh no, no, no, no/Bringst mir Spaß, wie Star Wars in Mono/Hast soviel Stil, wie ein Cornetto-Eis/und soviel Plan von coolen Beats, wie Abels Bruder heißt/Denn deine sind tot und dünn wie Knäckebrot/und deine Styles gibt's bei Karstadt im Sonderangebot/... Mach die Tür von außen zu und nenn' mich Gott..." Den Mund nehmen sie ganz schön voll, aber das macht man eben so im Business.
Bambule feuert zwölf Stücke lang heftige Styles aus der Stereoanlage, verpackt in merkwürdig eingängige Beats ("Liebes Lied", "Hammerhart"), dazu bemerkenswerte Gastauftritte von Das Bo, Samy Deluxe und Ferris MC. Hey Stuttgart! Die Zukunft wird kein Zuckerschlecken!
--Michael Ebert
INTRO
"Nächste Station: St. Pauli Landungsbrücken - und da gibt's dann Bambule!" Endlich mal ein Intro, das nicht zuviel verspricht: EISSFELD ist nicht nur zum skurrilen Sänger (und Produca) gereift, sondern erweist sich - gemeinsam im dynamischen MC-Duo mit dem nunmehr unglaublich flowenden, stylenden und Metaphern kickenden DENNIS - auch als Meister der eingeflochtenen Pop-Zitate und -Querverweise (KLAUS LAGE, GRÖNEMEYER, DIE ÄRZTE). Allenthalben Alltags-Poetry mit latent lächelndem Auge. All das ist so fein im effizienten Teamwork zusammengesponnen wie DJ MADs schier unglaubliche DJ- & Samplekleinstarbeit (der Mann extrahiert treffsicherer Vokalsamples als Dein Dentist Weisheitszähne). Welten prallen hier hochenergetisch im besten Sinne eines H.G. WELLS aufeinander und münden letztendlich trotzdem immer in stimmigen, chorus-fixierten HipHop-Songs. Dabei sind die ABEES stets auch Produkte ihrer (kreativen) Umgebung: DYNAMITE DELUXE, MC FERRIS und DAS BO 2001 sind nicht nur Nachbarskinder, sondern spielen auch immer wieder begeistert auf "Bambule" mit. Die MONGO CLIGGE ist "Nie Nett" (im Sinne von belanglosem Mittelmaß), trinkt hektoliterweise Liptonice, brennt EIMSBUSH auf die Landkarte (hanseatische Falk-Pläne verschweigen da was!) und läßt über BO erklären, warum TED TURNER eigentlich so heißt. Mit roten Augen sitzt man - mit den alten Füchsen MATHIAS ARFMANN und dem Grafikstylopath KOOL KEATS (nach "Rock On" jedoch ohne ABEES-Gründungsmitglied MARDIN) - im Fuchsbau, bastelt an derart bislang ungehörten entspannt-plus-treibenden Beatz und macht für den Majorlabel-Partner kein Liebeslied, aber ein wirklich - in puncto Coolness - wellenschlagendes "Liebes Lied". Man ist eben "Nicht Allein", enttarnt die faken "Showmaster", erteilt diesen 'ne Abfuhr namens "Geh' Bitte", um dann locka swingend mit dem "Micro In Der Hand" (gemeinsam mit dem Münchner Fuchs DAVID PE) zu fordern: "Rock On"! Das quasi dritte Album der BEGINNER bleibt dabei - und das ist im deutschen Rap-Biz eher selten - ein Quell an kritischer Selbstreflexion. Von der ungestümen Klingelrunde "Gotting" über die Dub-lastige, bluntende Live-Realität "Flashnizm (Stylopath)" führt der Weg nun zur prächtig ge- und erwachsenen HipHop-Platte: "Bambule" sollte für mächtig viel Aufsehen sorgen - denn dieses Album ist unglaublich GROSS. Da "Geht Was" - glaub' das man besser!
Chris Maruhn / © Intro - Musik & so
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