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Bambiland: Bambiland/Babel. Zwei Theatertexte: Zwei Theatertexte: Bambiland - Babel
 
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Bambiland: Bambiland/Babel. Zwei Theatertexte: Zwei Theatertexte: Bambiland - Babel [Gebundene Ausgabe]

Elfriede Jelinek
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: rowohlt; Auflage: 1 (11. Dezember 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498032259
  • ISBN-13: 978-3498032258
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 262.707 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Elfriede Jelinek
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Als bekannt wurde, dass Elfriede Jelinek den Literatur-Nobelpreis 2004 erhalten würde, da waren viele (Männer) entsetzt und überrascht. Immerhin hatte man sich in Stockholm für eine dem Feminismus nahestehende Frau entschieden, für eine Frau zudem, die von ihren Gegnern in Österreich bereits des öfteren öffentlich als „Nestbeschmutzerin“ gebrandmarkt worden war. Und für eine Frau, deren Texte man wegen der von ihnen anvisierten „Sprachmelodie“ ja eigentlich gar nicht übersetzen kann.

Auch der Verlag Jelineks war überrascht und brachte mit dieser Ausgabe recht kurzfristig, aber sorgsam lektoriert zwei Stücke der Autorin in Buchform heraus, die beide vom Irakkrieg handeln: Bambiland über eine männlich-martialische Kriegsindustrie, die durch die Berichterstattung zum „Wartainment“, zu einer Art neuem Disneyland für TV-Junkies geworden ist, und Babel, ein Endlosgebrabbel mehrerer Menschen, die sich in einer gewaltvollen Welt ihre Bilder nicht nehmen lassen wollen („Nein, trennen Sie mein Bild nicht von mir ab, das wäre eine zu strenge Strafe, ich sagte es schon wiederholt, ich befahl es schon mehrmals! Lassen Sie mir mein Bild! Ich bin doch froh, dass es überhaupt gemacht worden ist“). Man merkt: Es geht nicht nur um den Irak-Krieg: Es geht um die Art und Weise, wie er uns vermittelt wurde -- als Medienspektakel nämlich, als antiseptisch-brutale Bilderorgie aus einer Region, in der es zur religiösen Tradition gehört, dass man sich keine Menschenbilder machen solle. Das ist als Grundidee nicht originell (und war auch schon Thema Handkes in seinen umstrittenen Serbien-Essays). Aber die Autorin gibt dem Gedanken in beiden Stücken eine ganz eigene, Jelinektypische Sprache. Und die ist umstritten wie eh und je.

Das in gewohnter Manier originell-intelligente Vorwort des Bambiland-Regisseurs und ein über 40 Seiten langer Essay zu Jelineks neuem, an der Dramentheorie von Antonin Artaud orientiertem “Theater der Grausamkeit” runden den -- im übrigen mit gutem Einband, schwerem Papier und Lesebändchen „haptisch“ sehr schön gemachten -- Band ebenso ab wie die Inszenierungsfotos der ebenfalls umstrittenen Uraufführung von Bambiland im Wiener Burgtheater, die einen Eindruck davon vermitteln, wie man die medienkritischen Sprechstücke der Nobelpreisträgerin inszenieren kann -- mit einer undurchschaubaren Flut von Bildern, Bildern, Bildern. -- Thomas Köster

Pressestimmen

"Aktueller kann Literatur, kann literarische Transformation des Rohstoffes Welt kaum sein ... Als Therapeutikum ist dieser eigensinnige Jelinek-Mix aus Sprachanalyse, Aneignung und Demontage falschen Denkens im nicht vorhandenen, aus Kolportage, Scherz, Satire und Idolatrie, aus Wiener Schmäh, Autoreflexion und Selbstentblößung während des Schreibens brisant, erhellend und, ja, unterhaltsam ... Man lauscht einem Ich, das vor sich hin spricht, vollgesogen von den Geschehnissen der Innenwelt der Außenwelt, das räsoniert über die vielen Toten und die Lebenden, über mediale Berieselung, Abhärtung und Ignoranz, Arabien und Dick Cheney ... Ungerecht, polemisch und klarsichtig ist Bambiland, einseitig, tiefgründig, ganz Ohr, ein musikalisches Kunstwerk - vielleicht das erste, das einzige sprachliche Ereignis des Krieges." (Alexander Kluy, Frankfurter Rundschau)

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Erlkönig. Der Tod und das Mädchen. Der Wanderer. Eine kleine Trilogie des Todes. Ein Land, wo das Anmaßende die Farbe von Schmutz annimmt, damit es einem von Anfang an vertraut ist. Jelineks unerhört einfachen Sätze sind anmaßende Erinnerungen an den Tod, wie er tagtäglich passiert und sich immer wieder wie eine gewohnte Gleichgültigkeit einschleicht. In das, was einer ist und das, was einer tut, denkt oder gedankenlos gehen lässt wie es eben geht. Na, und wer ist der Sieger in dem Kampf Ware gegen Grund, Glaube gegen Vernuft? DAS TIER. Bis noch die Reinste von allen, Schneewittchen, tot ist. Denn egal, was man von Kunst, von Kultur, vom Theater und Kino, erwartet; das Gute kann Berge versetzen, manchmal auch der Glaube, die Schönheit kanns jedenfalls nicht. Und Jelinek kanns? Mit ihrer Kunst? Jedenfalls rührt sie um, im Denkgewohnten. Diese Theaterstücke rühren auf, jedenfalls in den Gefühlen, Gedanken, Gemütern, vielleicht noch im Denken selbst. Oder sinds vielleicht gar keine, nichts Spielbares, kein Spiel? Ein schwer zu lesendes lesenswertes Buch in jedem Fall. Schwer zu spielen sicherlich, die, die sich hier aufführen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In Bambiland geht es um den Irakkrieg. Wie Bush und seine Getreuen in ein anders Land einfallen um die Menschheit zu retten. So beschreibt Elfriede Jelinek den Krieg. Es ist ein satirischer und ironischer Blick auf den Krieg, wie er nicht anders sein kann, wenn er von einer Pazifistin geschrieben ist. Machmal fühlt man sich ins Kabarett versetzt, wenn sie über die Waffen und die absurden Beziehungen der Verteidigung spricht. Sie referiert über die Hauptthemen des Krieges. Es geht um Öl und Geschäfte, die Halliburton macht. Dick Cheney kennt Halliburten ganz gut und er will auch nur Geld scheffeln. Am Ende kommt der Mann und ergießt sich in ihr. Das ist es worum es geht. Es ist ein orgastischer Blick auf den Krieg, wie wir ihn von den Medien her kennen. Sie sabbelt vor sich hin, um uns zu ergötzen. Das macht es so lesenswert.
Irm sagt, ist eine andere Sicht auf die Dinge. Hier tritt der Krieg in den Hintergrund und es geht um die sexuellen Dinge. Der Körper und die visualisiert Sexualität ist ihr Thema, die hinter der Folter und Vergewaltigung liegen. Der Trieb ist der Grundmotor für den Menschen und alles folgt ihm. Das Jagen ist dem Menschen abhanden gekommen, so bleibt ihm nur wenig um sich zu rechtfertigen.
Margit sagt, dass der Mann Gott ist. Und schon hat der Mann die Gans gestopft. Es geht um den Trieb und wie er die Frauen und die Welt sich untertan macht. Es geht um Menschenfresser, Märtyrer und die alltägliche Gewalt gegenüber den Dingen. Es folgt die Banalität des Bösen, wie wir sie aus den Medien kennen. Ob es sie alltägliche Gewalt gegen Frauen ist, Inzestverbrechen oder die Gewalttaten gegenüber Kindern. Die Nachrichten sind voll davon.
Peter sagt, erzählt über die grauenvollen Erlebnisse des Irakkriegs. Der Körper sträubt sich mit seinem Immunsystem dagegen, kann sich dem aber nicht entziehen, bei der Hinrichtung von Zivilisten und bei der Folter der Gefangenen. Die Bilder des Krieges sind omnipräsent in der Gesellschaft. Keiner kann sich diesem entziehen.
Ergänzt wird das Buch durch einen Essay von Bärbel Lücke. Sie bezieht sich auf Derrida um die Struktur des Textes zu erläutern. Sie findet in der Textstruktur die Dekonstruktionssymbolik wieder. Mit Artauds Theater der Grausamkeiten versucht sie die Zerstörung der traditionellen Dramenstruktur zu erklären. Als letzten Ausblick stellt sie Freud und dessen Vatersymbolik in den Vordergrund bei Margit sagt.
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