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Bambi: Eine Lebensgeschichte aus dem Walde Broschiert – September 2003

5 von 5 Sternen 7 Kundenrezensionen

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Format: Broschiert
Auch ich habe als erstes den Film "Bambi" von Walt Disney gesehen. Zuerst mit 6 oder 7 Jahren im Kino, und dann im reifen Alter von 37 nochmals. Das Buch aber heute zum ersten mal.
Nun, sowohl Felix Saltens Vorlage überzeugt mich, als auch die Verfilmung, und zwar beide gleichermassen. Der Vergleich Buch/Film ist immer so eine Sache, da beide mit total verschiedenen dramaturgischen Mitteln arbeiten.
Saltens Schreibstil ist unglaublich dicht. Er beschreibt die Natur, ihre Erscheinungen und die Gefühlswelt der Tiere (die auch bei Salten sprechen können) in epischen Worten und Vergleichen. Auch die Angst vor den Menschen, die von den Tieren als göttliche "Überwesen" gesehen werden, ist packend beschrieben. Der Mensch kommt nur als "Er" daher. Sein Aussehen, seine Witterung, versetzen die Tiere in panische Angst. Bei Disney wird diese Angst in dunklen, rötlichen Farben, fliehenden Krähenschwärmen und drohender Musik ebenso beängstigend dargestellt: "Man is in the Woods".
Auch Bambis (im Buch ein Reh, im Film ein Weisswedelhirsch) unbeschwerte Kindheit ist mit der Verfilmung durchaus zu vergleichen. Die Warnung seiner Mutter vor den Gefahren auf der Wiese kommt sowohl im Buch, als auch im Film vor. Auch Bambis Freunde, im Film Klopfer und Blume, sind im Buch Herr Hase und ein Waldkauz, der sich immer freut, wenn er Bambi mit seinem Ruf erschrecken konnte (obwohl der immer nur erschreckt spielt, um den Kauz nicht zu kränken).
Gewiss, Disney musste die Geschichte für die Verfilmung verdichten, auf's Wesentliche beschränken. So finden wir im Buch neben mit dem Film übereinstimmenden Szenen auch viel Neues, z.B. weit mehr Protagonisten, mehr Handlungsstränge, mehr Gespräche. Alles aber, ohne langatmig zu werden.
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Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Dieses Buch halte ich für eines der Besten in meinem Leben! Zuerst habe ich es mit etwa 10 Jahren gelesen und daraufhin immer mal wieder. Dann habe ich es aus den Händen verloren und vor kurzem, Amazon sei Dank, gebraucht wieder erworben. Auch heute mit 47 ergreift mich die wunderschöne Geschichte des Waldes und seiner Bewohner wieder aufs Neue. Klar mutet der Schreibstil und die Redewendungen heute stark veraltet an, aber der Zeitgeist wandelt sich nun mal. Nicht aber das mit poetischer Seele einfühlsam beobachtete Leben in der Natur unserer Breiten, von dem nachfolgende Generationen hoffentlich nie nur noch Erinnerungen haben werden. Wehmütig muß man erkennen, dass genügend große Gebiete für Großwild heute schon knapp zu werden beginnen, und ER den Lebensraum und den Zauber für die Tiere gnadenlos ausmerzt.
Kommt die Liebe und das Verständnis für die Tiere, die ich schon in meiner Jugend oft schmerzlich gespürt habe, von diesem Buch? Das Schuldgefühl, als Mensch ein grausamer Despot über die hilflosen Kreaturen zu sein? Die Vorstellung, das Tiere auch Wünsche, Vorstellungen und Träume haben?
Nicht unbedingt! Aber schöner und einfühlsamer beobachtet und geschildert habe ich es bis heute nicht wieder gefunden!
Leute, lest dieses Buch!
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Von Carla HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 3. Juni 2011
Format: Broschiert
Bisher kannte ich Bambi lediglich als Disney-Geschöpf - ich wusster zwar, dass das Original von Felix Salten (eigentlich Siegmund Salzmann) stammte, aber sehr viel erwartet hätte ich davon nicht. Eine kitschig-rührende Geschichte vielleicht. Unser fünfjähriger Sohn hat das Buch in der Bücherei entdeckt und wollte es unbedingt vorgelesen haben. Und: Wir waren alle von der ersten Seite an verzaubert!

Salten schreibt poetisch, lebendig, einfühlsam und die Geschichte kommt einfach an. Bei Groß und Klein. Das Buch ist sehr stimmungsvoll, spannend und einfach wunderschön. Dass die Geschichte auch traurig ist, dürfte allgemein bekannt sein.
Die Geschichte beginnt mit Bambis Geburt. Er wird von allen möglichen Waldbewohnern begrüßt und lernt von seiner Mutter schnell eine Menge über den Wald. Er erfährt, dass man tagsüber nicht auf die Wiese gehen sollte. Und bald lernt er seine Tante Ena und deren Rehkinder Gobo und Faline kennen, die in Bambis Alter sind und sich mit ihm anfreunden. Immer wieder ist die Rede von "Ihm" ("Er"), der allmächtig scheint - der Jäger, bzw. der Mensch. Bambi lernt sich vor "Ihm" zu verbergen. Doch dann - etwa in der Mitte des Buches - kommt es zur großen Jagd. Die Tiere werden eingekreist und müssen fliehen. Viele fallen dem rätselhaften "dritten Arm" des Jägers zum Opfer. Auch der schwächliche Gobo muss zurückgelassen werden und Bambi sieht seine Mutter nie wieder. Fortan muss er sich allein durchschlagen. Und der wächst, beginnt sich gegen die anderen Rehe durchzusetzen und fühlt sich stets zum "Fürsten", einem alten, erfahrenen Reh hingezogen, dem er schon als kleines Rehkitz begegnet ist.
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Format: Broschiert
Leider habe ich auch als Kind diesen furchtbaren, verquälten, kitschigen Disney-film gesehen und insofern hatte ich als Erwachsener dem Buch gegenüber Ressentiments.
Man sollte doch hin und wieder mal Joachim Fernaus Schlußkapitel aus 'Halleluja`' lesen, es gibt nichts aus unserer abendländischen Kultur, was in den USA nicht durch den Schmutz gezogen worden wäre.
Obwohl die Tiere bei Felix Salten sprechen, fühlt er sich in deren Leben und Dasein ein, wie es sonst nur Hermann Löns vermochte; dieses 'Sprechen' ist nur ein Hilfsmittel, um sie uns näher zu bringen, ja bei ihm sprechen in einem kurzen Intermezzo sogar die herbstlichen Blätter am Baume und diese knappe Schilderung ist eine der schönsten philosophischen Sequenzen, die man sich nur vorstellen kann.
Alles durchfließt den Saltenschen Kanon, Kindheit, Lernen, Leid, Glück, Gefahr, Dummheit, Liebe, nichts wird ausgelassen, alles hat seinen natürlichen und sinnstiftenden Platz.
Bambi lernt im Laufe der Erzählung, daß der Mensch, Verzeihung, das Reh lernen muß, allein zu sein, nur dann kann man Ruhe und Zufriedenheit erlangen.
Lesen Sie dieses Buch, kluge Erwachsene finden sich bestätigt, Kinder können ungeheuer viel daraus lernen (das schreibe ich aus eigener Erfahrung).
Salten muß das Werk von Arthur Schopenhauer gekannt und geschätzt haben.
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