Aus der Amazon.de Redaktion
Wie hätte es auch anders sein können? Auch auf
Bam Bam Bam gilt bei Fink das Arbeitsprinzip der Erneuerung. Das nun schon sechste Album der Band aus Hamburg weist erhebliche Unterschiede zum ganz vorzüglichen Vorgänger
Haiku Ambulanz auf. Hielten dort viele elektronische Elemente Einzug, so kehrt die Gruppe um Sänger und Songschreiber Nils Koppruch zurück zu den Wurzeln Country, Cajun, Folk und Blues. Auch das Banjo wurde entstaubt und kommt auf
Bam Bam Bam wieder verstärkt zum Einsatz. Viel gereist wird in den Texten von Nils, der über Liebe, Unzufriedenheiten und einigen Plackereien, die das Leben eben so mitbringt, singt. Vielschichtig und schlau sind sie, passend zur lebendigen wie stilistisch abwechslungsreichen Musik. Die schon erwähnten Einflüsse machen dabei nur einen Teil des Fink-Sounds aus, den nicht einmal Nils selber katalogisieren kann: "Ich weiß, dass es Konstanten gibt, die unserer Musik einen unverwechselbaren Charakter geben. Ich weiß aber einfach nicht, wie sie heißen, bin zuviel mit Suchen beschäftigt." Behilflich bei der Suche sind immer neben der oft wechselnden Bandbesetzung auch die Gastmusiker gewesen. Zahlreich sind sie alle auf
Bam Bam Bam vertreten. Red und Oliver Stangl von Missouri gehören dazu wie auch Richard von der Schulenburg (Die Sterne), André Frahm (Marr), Rex Märtens (Ulrich Tuckur), Ron Henseler (Kommando Sonnenmilch), DJ Patex oder Knarf Rellöm. Viele Köche, die viele leckere Zutaten mitbrachten, um einen feinen Brei anzurühren. Zu den Höhepunkten von
Bam Bam Bam gehören die krautige Swamp-Rock-Nummer "Hüftschwung", die zarte Ballade "Dies für dich" oder das von dem Frühsiebziger Bubblegum-Hit "Popcorn" beeinflusste "Eismann". Den inneren Wunsch, nicht auf der Stelle zu treten, erfüllen Fink sich und ihren Fans mit
Bam Bam Bam voll und ganz.
--Sven Niechziol
Kurzbeschreibung
BAM BAM BAM, DA IST EIN KLOPFEN, BAM BAM BAM
Anderthalb Jahre nach dem großartigen 'Haiku Ambulanz',das es bis in die Top 100 geschafft hat, schüttelt die Hamburger Band nun die Vögel von den Bäumen ('Shake De Birds Off De Tree'). 'BAM BAM BAM, so schlägt mein Herz', singt Nils Koppruch und macht damit gleich am Anfang klar woher die Lust am Groove kommt, die der Finkmusik locker eine weitere Dimension hinzufügt und sie damit endgültig zu groß für jede Schublade macht. Nach wie vor stehen Fink mit einem Bein tief in der Musikgeschichte, um mit dem anderen schon ein Stück voraus zu sein. Denn sie wissen: Tradition ist immer das, was man daraus macht. Folk, Gospel, Krautrock, Elektronik, ein Spritzer Soul und eine Prise Sixties-Rock all das wird hier so selbstverständlich miteinander verquirlt, als hätte es schon immer zusammengehört. Wunderbare alte Finkmusik eben, aus deren Fugen das Neue und Andere blitzt. Ihre Sonderstellung nehmen Fink in dem Song 'Doppel-Hopp' gewitzt aufs Korn. Finks Sprache ist die der Heimatlosen und Neugierigen. Wie im Fieberwahn setzt Koppruch seine bildreichen Texte gegen eine immer befremdlichere Realität, ohne je die Hoffnung aus den Augen zu verlieren. Das ist umso erfreulicher, als Fink im großen Haifischbecken der Popmusik, wo die Bauernfänger, Unterhaltungsmogule und Popsurfer die perfekte Welle abpassen, mit Selbstbewusstsein ihren eigenen Kahn (Doppel-Hopp) rudern.
Wir müssen von da weiter, wo wir sind. In diesem Sinne: Gute Reise!