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Balzac und die kleine chinesische Schneiderin
 
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Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

Zhou Xun , Chen Kun    Freigegeben ohne Altersbeschränkung   DVD
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Rezensionen

VideoMarkt

Weil im China des Jahres 1971 die Kulturrevolution tobt und Feld- statt Kopfarbeit angesagt ist, finden sich die Oberschul-Absolventen Luo und Ma nicht auf der Uni, sondern in einem Umerziehungslager in den Bergen wieder. Dort lernen die beiden eine wissbegierige Schneiderin kennen und lieben, deren Herz Luo mit dem Vorlesen eines Balzac-Romans erobert. Zusammen erleben die drei trotz aller Mühen eine wunderbare Zeit voller süßer und gefährlicher Geheimnisse, die schließlich durch den Bau eines Staudamms beendet wird.

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Dai Sijies semi-autobiografisches, in China verbotenes Werk ist zugleich hinreißende Romanze, Politdrama und Liebeserklärung an seine wunderschöne Heimat. Darin kontrastiert der Autor und Regisseur atemberaubende Landschaftsbilder mit dem absurden revolutionären Treiben linientreuer Bauern und huldigt nebenbei der Schönheit der "Beijing Bicycle"-Darstellerin Zhou Xun. Ein leises, humorvolles Kinojuwel, das umso mehr berührt, da der umstrittene Drei-Schluchten-Damm die Natur-Idylle inzwischen weitgehend zerstört hat.

Blickpunkt: Film

Literatur und Film - eine gelungene Allianz in Dai Sijies Verfilmung des eigenen semibiografischen Bestsellers. Vor imposanter Landschaftskulisse spielt diese unterhaltsame Dreiecksgeschichte in Zeiten der chinesischen Kulturrevolution. Zwei junge Städter werden zur Umerziehung aufs Land geschickt, verlieben sich in eine Dorfschönheit, die sie durch das Vorlesen verbotener Bücher neugierig auf ein eigenständiges Leben machen. Der Erfolg des im Herbst 2001 erschienenen Romans (bisher fast 300000 verkaufte Exemplare) sollte dem Kinobesuch Auftrieb geben.

Kein rotes Fahnenmeer oder begeistert geschwungene Mao-Bibeln versinnbildlichen hier die Kulturrevolution, sondern die Erfahrung des Einzelnen, der das System zur Schaffung eines neuen Menschentyps ad absurdum führt. Als der 17jährige Ma und der 18jährige Luo 1971 zu 'Entintellektualisierung' in einem einsamen Bergdorf landen, müssen sie zur geistigen und körperlichen Ertüchtigung in der Kupfermine und auf Feldern malochen. Sie sind zwei von 20 Millionen, die diese Umerziehung durchmachen. Bücher gelten als Feind der Revolution, jegliche westliche Kultur als Dekadenz. Dennoch ist die Kunst der Strohhalm, an dem sie sich klammern. Die Lektüre verbotener europäischer Bücher macht ihnen das Leben etwas erträglicher. Bald verlieben sich die Jungs in die hübsche und wissbegierige 'kleine Schneiderin' (Zhou Xun aus 'Suzhou River' und 'Beijing Bicycle'), Luo gewinnt ihre Zuneigung durch intensives Vorlesen eines Balzac-Romans. Die zarte Liebe zerbricht, als er für drei Monate in die Stadt zum kranken Vater muss und das Mädchen unter medizinisch riskanten Umständen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lässt.
Regisseur Dai Sijie, selbst wegen seiner bourgeoisen Herkunft vier Jahre in einem Umerziehungslager, erzählt von der Wirkung großer Politik im Mikrokosmos einer ruralen Gesellschaft und spart dabei nicht an grotesken Szenen zwischen bäuerlichen Analphabeten und gebildeten Städtern. So kann Ma seine Violine nur vor der sinnlosen Zerstörung retten, indem er behauptet, die klassische Sonate, die er spielt, heiße 'Mozart ist mit seinen Gedanken immer beim Großen Vorsitzenden Mao', worauf er die Einheimischen mit dieser 'revolutionären' Musik erfreuen darf. Manchmal sieht sich das Duo im Auftrag des Dorfvorstehers in der nächsten größeren Ortschaft einen nordkoreanischen Film an, den sie dann der gespannt lauschenden Bevölkerung fantasiereich vortragen.
Der in Frankreich lebende Dai Sijie mischt subtil Gesellschaftsporträt und bittersüßer Romanze, es geht weniger um Härten der Kulturrevolution, als um Liebe und Freundschaft zwischen völlig unterschiedlichen Menschen und deren subversive Versuche, das kommunistische System mit seiner Überwachung zu überlisten und sich nur vordergründig anzupassen. So ist der Aufbruch der jungen Frau in ein selbstbestimmtes Leben am Ende gleichzeitig auch ein Liebesbekenntnis an die Kraft der Veränderung durch das geschriebene Wort, eine Ode an die Literatur und ihren Sieg über die Diktatur. Wenn Ma, inzwischen erfolgreicher Violonist im französischen Exil, nach 20 Jahren zurückkehrt, seinen damaligen Leidensgenossen trifft und sich auf die Suche nach der kleinen Schneiderin macht, schlägt Dai Sijie den Bogen zum China der Gegenwart, ganz besonders zum ökologisch umstrittenen Drei-Schluchten-Staudamm am Yangze. Bei dieser - von Jean Marie Dreujou wunderbar fotografierten - Reise durch die Erinnerung wechseln sich Heiterkeit und Melodramatik ab, ohne die Leichtigkeit der Narration zu stören. Der französisch produzierte Film wurde zwar in China gedreht, steht aber noch immer unter Aufführungsverbot. mk.

Blickpunkt: Film Kurzinfo

Die Poetische Liebesgeschichte aus der Spätphase der chinesischen Kulturrevolution beschwört die Kraft der Literatur und Poesie.

Kurzbeschreibung

China 1971. Im Zuge der Kulturrevolution werden der 18-jährige Luo und der 17-jährige Ma zur Umerziehung aufs Land geschickt. Bei harter körperlicher Arbeit sollen sie den Einfluss ihrer bourgeoisen Familien kompensieren. Kultur ist verpönt, Bücher gelten als Feinde der Revolution. Als die jungen Männer auf die Tochter des Schneiders treffen, verlieben sich beide in sie. Die Dorfschönheit ist von vielen begehrt, doch Ma und Luo entdecken einen Schlüssel zu ihrem Herzen: Die wissbegierige Analphabetin hungert nach Literatur und Geschichten. Ma und Luo gelangen in Besitz eines verbotenen Romans von Balzac. Die Liebesgeschichte verändert ihr Leben...

Cover Info

Xun Zhou ...Little Chinese Seamstress Kun Chen ...Luo Ye Liu ...Ma Shuangbao Wang ...Head of the Village Zhijun Cong ...Old Tailor Hong Wei Wang ...Four Eyes Xiong Xiao ...Mother of Four Eyes Zuohui Tang ...Old Mill Worker Wei Chen ...Wife of the Head of the Village Tianlu Chen ...Director of the Village Qing-yun Fan ...Doctor

Produktbeschreibungen

China 1971:
Im Zuge der Kulturrevolution werden der 18-jährige Luo und der 17-jährige Ma zur Umerziehung aufs Land geschickt. Bei harter körperlicher Arbeit sollen sie den Einfluss ihrer bourgeoisen Familien kompensieren. Kultur ist verpönt, Bücher gelten als Feinde der Revolution. Als die jungen Männer auf die Tochter des Schneiders treffen, verlieben sich beide in sie. Die Dorfschönheit ist von vielen begehrt, doch Ma und Luo entdecken einen Schlüssel zu ihrem Herzen: Die wissbegierige Analphabetin hungert nach Literatur und Geschichten. Ma und Luo gelangen in Besitz eines verbotenen Romans von Balzac. Die Liebesgeschichte verändert
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