Naja naja naja naja.... aufgrund der sehr guten Rezension meines Vorschreibers auf dieser Seite habe ich die DVD gekauft und angesehen.
Natuerlich muss man sagen, dass es selbstverstanedlich toll ist, wenn sich jemand die Muehe macht, das Leben eines bekannten Schriftstellers zu verfilmen. Das finde ich wirklich ganz toll und freue mich sehr darueber, eigentich koennten wir von dieser Sorte noch viel mehr Filme gebrauchen, zum Beispiel einen ueber Goethe oder Rilke.
Insofern bekommt der Film von mir ein ganz grosses Lob.
Nun aber doch auch ein wenig Kritik: Wenn man naemlich genauer hinsieht, dann hat der Film durchaus auch groessere Maengel. Das Drehbuch beispielsweise hat mir gar nicht gefallen. Die Saetze sind zu gestelzt, vieles findet nur in Saetzen, nicht in der Geschichte stat, manche Szene, manche Gestalt wird zu sehr aufgeblaeht, nur weil sie hochrangig besetzt wurde,... so etwas finde ich bei Filmen sehr kritisch. Ich finde, dass sich bei einem guten Film die Ideen aus der Handlung ergeben, und nicht alle explizit in Worten gesagt werden muessen.
Das machte die Dialoge hier insgesamt recht holprig und inhaltsschwerer als sie es eigentlich vertrugen.
Ausserdem schien mir die Rolle der Mutter Balzacs unnatuerlich verdickt und in die Laenge gezogen. Dauernd tauchte sie wieder auf, immer noch ein fieserer Spruch, nochmal dasselbe, nur in anderer Farbe - irgendwann hatte man es schon verstanden, wie boese sie war.
Nein, ein grosser "Film", wenn man ihn mit anderen grossen Produktionen vergleicht (Ingmar Bergmann-Filme, oder die grossen Ben Hur oder Moses Verfilmungen etc.), ist dieser Film meines Erachtens nicht. Auch Gerard Depardieu ist wieder einmal mehr Gerard Depardieu als Balzac. Man sieht hier alle in einem vor sich, den Cyrano de Bergerac, den "Mein Vater, der Held" und Kolumbus und alle Gerard-Depardieu-Rollen, alle zusammen scheinen sie Balzac zu ergeben... irgendwie seltsam. Ich finde es schade, dass er immer die selbe Spielart hat. Ein wenig ist er in seiner Rolle eingefrohren, wie einst auch Heinz Ruehmann, nur dass mir dieser immer wieder sympathisch war, waehrend Gerard Depardieu in seiner gespielten Tragik mich manchmal ein bisschen nervt.
Bitte verzeihen Sie diese harte Kritik, ich nahm ja vorweg, dass ich insgesamt dem Regisseur und seinem Team dankbar bin, dass sich jemand solch ein Thema vorgenommen hat. Und als reine Biographie, um mal etwas ueber Balzac zu lernen, ist der Film schon aufwendig gemacht, mit tollen Schloessern und Kleidern, mit weiten Schneeebenen und den Gassen von Paris.
Insofern bleibe ich kritisch, sehe das Gesamtprojekt aber durchaus positiv. 4 Sterne.