Pornographie braucht keine nackte Haut. Dieses Zitat, das mir jüngst bei Bernhard Schlink (in dem Bändchen "Liebesfluchten") in ganz anderem Zusammenhang begegnete, charakterisiert auch einen Teil des Werkes des Balthus. Den spektakulärsten, denn seine Ansichten sehr bzw. "zu" junger Mädchen sind bis heute skandalträchtig. Die Gemälde zeigen nichts an sich "Verbotenes"; die dargestellten Arrangements und Zusammenhänge weisen aber oft einer bestimmten Interpretation den Weg. Insoweit sind die Darstellungen "eindeutig". Das vorliegende Bändchen führt mit zahlreichen, in der Zusamenstellung repräsentativen Bildern sowie informativen Texten durch Leben und Werk des Künstlers.