Kurzbeschreibung
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Fetziger Sound und ein in hellen Szenen sehr gutes Bild. Das 13 Minuten Making Of ist auf die Substanz des Filmes - seine Action - konzentriert, wenn auch die Interviews, die krude handlung zu verteidigen suchen. Was der Film hat, sind brachiale Action-Momente, die teilweise in unangenehmer Zeitlupen-Ästhetik Gewalt und Feuerwaffen abfeiern. Ob das zeitgemäß ist oder es je war, fragen wir ja gar nicht, jedenfalls ist es nach 40 Minuten ermüdend und es hört nicht auf. Eine Kampf- und Feuer- und Action-Szene jagd die nächste...sicher steckt viel handwerkliche Arbeit dahinter, aber wo ist die Story, die Spannung, wo sind die Figuren? Alles Abziehbilder in comichafter Erstarrung. Lächerlich, aber rasant:Wer´s mag. MO
Bild: Die Schärfe ist teilweise sehr stechend, wenn die Beleuchtungslage sehr gut ist, in schummerigen Szenen, kann sie dann merklich nachlassen (00.10.10). Das Bild bleibt meist stabil, nur bei schnellen Schwenks kann es zu leichten Rucklern kommen (00.24.19) und auch Mattscheibeneffekte lähmen die Plastizität des Bildes zuweilen ein ganz wenig. Insgesamt aber solide.
Ton: Das soundmäßig überladene Action-Werk liefert handfeste Klangeffekte, die immer gut direktional zuzuortnen sind, aber in der akustischen Feinzeichnung noch einen Hauch knackiger sein könnten, was aber weniger Problem des Sound-Masterings, sondern des Foley-Artists (Tonmachers) ist. Wenn eine Panzerfaust in einen Bus gejagt wird, könnte dahinter etwas mehr Druck sein (00:42:08) und die Scherben könnten mit etwas mehr Höhen aufkommen. Nun Gut, seien wir nicht kleinlich: Es geht soundmäßig gut ab und Punkt. --movieman.de
VideoMarkt
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Blickpunkt: Film
Der Regisseur macht seinem Kürzel 'Kaos' alle Ehre, indem er eine sinnesbetäubende Abfolge von Actionsequenzen vom Stapel lässt, die in ihrer Überschwänglichkeit bisweilen unfreiwillig unkoordiniert wirkt. Die schier endlose Aneinanderreihung von Explosionen lassen in Kaos einen verhinderten Pyromanen vermuten, zumal er ein und die selbe Einstellung einer Autoexplosion zigmal wiederholt. Dabei entgehen die beiden Protagonisten (und zumeist auch ihre Opponenten) dem feurigen Infernen jedoch stets, ohne sich auch nur ein Haar zu versengen. Diese superheldenhafte Unverwüstlichkeit wurde den Hauptdarstellern von Drehbuchautor Alan McElroy zugeschrieben, der bereits in seiner Comicadaption 'Spawn' und Horrorsequel 'Halloween IV - Michael Myers kehrt zurück' ausgiebig mit diesem Unkaputtbar-Attribut wuchern konnte. Im Actiongenre mutet diese Unverletzbarkeit (Banderas Figur übersteht einen Motorradsturz bei Vollgas sowie die hautnahe Bekanntschaft mit einem Stapel schwergewichtiger Eisenrohre ungeschoren) jedoch etwas albern an und macht die Protagonisten nicht übermäßig spannend. Das rudimentäre Plotgerüst dient lediglich als Aufhänger für Actioneinlagen.
Die Story beginnt damit, dass der ehemalige FBI-Agent Ecks nach langer Schaffenspause für einen erneuten Job rekrutiert wird. Vor sieben Jahren hat er seine Frau Vinn (Bond-Babe Talisa Soto aus 'Lizenz zum Töten') verloren und seine Zeit seither scheinbar mit Rauchen, Trinken und Spaziergängen im Regen verbracht. Er soll nun dem Tycoon Robert Gant (Gregg Henry) das Handwerk legen. Mit Gant hat aber auch die frühere DEA-Agentin Sever ein Hühnchen zu rupfen. Die zweibeinige Killermaschine kidnappt den kleinen Sohn Gants. Gleichzeitig hat Sever Informationen über Ecks tote Frau, die überlebt hat und mit Gant verheiratet ist. Somit haben die verfeindeten Superagenten nun einen Grund, gemeinsame Sache zu machen. Beim Showdown in Severs industrieller Fabrikwohnhöhle absolviert Liu mit Ray Parks (spielte Darth Maul in 'Star Wars: Episode 1') als Gants Handlanger den schlagkräftigen Martial-Arts-Höhepunkt.
Kaos lässt sich deutlich von John Woo inspirieren und wartet mit Zeitlupenaufnahmen von Maschinengewehrsalven auf. Die zahlreichen Verfolgungsjagden inszenierte er mit entsprechender Testosteronlastigkeit. Zudem wollte er erklärtermaßen eine Film-Noir-Atmosphäre kreieren, übersah dabei jedoch, dass neben viel Regen, düsteren Farben und schattenreichen Dunkelaufnahmen auch komplexe Figuren und Motive vonnöten sind. Liu bleibt eindimensional als emotionslose Rächerin, die nicht einmal ihr Gesicht verzieht. Ihre gekonnten Kampfsportszenen sind hingegen ohne Makel, ebenso wie Mr. 'Desperado' Banderas eindrucksvoll zeigt, dass auch er als Actionheld noch ein Wörtchen mitzureden hat. Bezeichnenderweise inspirierte der Film ein Videospiel, bei dem dann auch gleich der monotone Techno-angehauchte Soundtrack von Don Davis verwendet werden kann. ara.