Das Problem ist bekannt: Der Hausarzt empfiehlt eine ballaststoffreichere Ernährung, um das Gewicht zu reduzieren, die Verdauung zu regeln oder einfach gesünder zu leben. Doch auf die Fragen, die sich daraus ergeben, muss der Patient meistens selbst eine Antwort finden:
Wie viel Gramm Ballaststoffe pro Tag sind sinnvoll? Wie bekomme ich mehr Ballaststoffe, ohne mehr essen zu müssen? Wie setze ich die Empfehlung um, wenn ich einen empfindlichen Magen/Darm habe oder an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leide? Kann ich mit einer erhöhten Ballaststoffzufuhr Krankheiten vorbeugen?
In dem soeben erschienenen Ratgeber "Ballaststoffe" habe ich die nötigen Informationen gefunden: leicht verständlich, sehr detailliert und trotzdem übersichtlich verfasst. Jedes Kapitel enthält, blockartig komprimiert, noch einmal die wichtigsten Fakten, dazu Definitionen und Tipps.
Zunächst wird erklärt, was Ballaststoffe sind und in welchen Arten sie auftreten. Danach erläutern die Autoren mögliche Wirkungen auf die Krebsprävention und die entzündlichen Darmerkrankungen, bevor sie den positiven Einfluss der Ballaststoffe auf die Gewichtsreduzierung, das menschliche Immunsystem, den Zuckerstoffwechsel und den Cholesterinspiegel darstellen. In dem anschließenden Kapitel über empfohlene Mengen wird nach Altersgruppen unterschieden, wobei ich hier die Extratipps, älteren Menschen mit Appetitlosigkeit, Kau- und Schluckproblemen die Aufnahme ballaststoffreicher Nahrung zu erleichtern, besonders hilfreich fand.
Der Ratschlag, grundsätzlich viel Flüssigkeit zu trinken, die Steigerung der Ballaststoffaufnahme schrittweise vorzunehmen und für eine ausreichende Aufnahme von Mineralstoffen und Vitaminen, bei älteren Menschen auch für genügend Kalorien zu sorgen, runden den theoretischen Teil ab.
Der praktische Teil besteht aus einer sehr umfangreichen, aber übersichtlich gestalteten Tabelle, die nicht rein alphabetisch aufgebaut ist, sondern die Nahrungsmittel nach Kategorien auflistet: besonders reich an Ballaststoffen, im Mittelfeld angesiedelt, ballaststoffarm. Einen Überblick über völlig ballaststofffreie Nahrungsmittel findet der Leser im theoretischen Teil.
Jede Kategorie ist wiederum nach Nahrungsmittelgruppen geordnet, was das Suchen sehr erleichtert. Fertiggerichte sind ebenso besprochen wie Fastfood und exotische Früchte und Gemüse.
Dieser Ratgeber hat mir ganz besonders gut gefallen, weil er, trotz geringen Umfangs, sehr viel Wissen vermittelt, durchaus auch kritisch argumentiert, gut verständlich geschrieben ist und sich an ganz verschiedene Zielgruppen richtet.
Sehr zu empfehlen auch jedem, der sich einfach nur gesund ernähren möchte. Das handliche, flexible Format macht ihn zu einem praktischen Begleiter, nicht nur auf Reisen.