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Ballade vom Baikalsee. Begegnungen mit Menschen und Landschaften.
 
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Ballade vom Baikalsee. Begegnungen mit Menschen und Landschaften. [Taschenbuch]

Klaus Bednarz
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 421 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 5., Aufl. (31. Oktober 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404604857
  • ISBN-13: 978-3404604852
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 12,6 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 317.953 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Sibirische Erfahrungen

Reportagen zweier Fernsehleute

und Russland-Kenner

gl. Zwei bekannte deutsche Fernsehjournalisten und ehemalige ARD-Korrespondenten in Moskau, Gerd Ruge und Klaus Bednarz, haben, sozusagen als Nebenprodukte von Bildschirm-Reportagen, je in einem Buch ihre Impressionen aus dem östlichen Sibirien zusammengefasst. Ruges Expedition – auf dem Landweg mit Geländewagen und Eisenbahn, teilweise auch auf dem Wasserweg und mit dem Helikopter – erstreckte sich über ein riesiges Gebiet von Blagowestschensk an der chinesischen Amur-Grenze bis Tiksi, wo die Newa sich vor der Mündung ins Eismeer zu einem riesigen Delta verzweigt.

Der Autor hat es verstanden, in unprätentiösem Reportagen-Stil dem Leser anschauliche Information über so unterschiedliche Aspekte der ostsibirischen Realität nahezubringen wie den kleinen Grenzverkehr über den Amur, den Kohlen-, Gold- und Diamantenabbau in Jakutien, die Lebensweise des Rentiere züchtenden kleinen Volks der Ewenken, das allmähliche Absterben einer ehemaligen sowjetischen Militärsiedlung nördlich des Polarkreises und das heutige Funktionieren eines Prestigeprojekts aus der Spätphase der Sowjetunion: der Baikal-Amur-Magistrale. Diese war aus strategischen Gründen als Ausweichroute für die Transsibirische Eisenbahn einige hundert Kilometer nördlich von der chinesischen Grenze gebaut worden.

Klaus Bednarz hat das grösste Süsswasserreservoir der Welt, den Baikalsee, ins Zentrum seiner Betrachtungen gestellt. Seine Sorge gilt insbesondere dem Schutz und der Erhaltung eines eigentlichen Naturwunders. Wer je die in die unermessliche Taiga eingebetteten riesigen Wasserflächen, welche gewissermassen Mittel- von Ostsibirien abgrenzen, in Augenschein zu nehmen das Vergnügen hatte, muss diese Sorge teilen. Der Autor leuchtet auch das Schicksal von Menschen aus, die es, ob freiwillig oder unfreiwillig, an die Gestade des Baikal verschlagen hat. Bereits unter den Zaren wurden Zehntausende nach Sibirien verschickt. Irkutsk am Südostende des Baikal war eine Art Sammelplatz für zahlreiche nach dem gescheiterten Dekabristen-Aufstand von 1825 in den Osten des Reiches verbannte Teilnehmer an der Rebellion.

Unter der Sowjetmacht wuchs die Zahl der Verbannten und besonders die der Straflager-Häftlinge in den unwirtlichen Weiten Sibiriens in die Millionen. Von den Entlassenen aus der mörderischen Kolyma oder auch aus den Haft- und Verbannungsorten um den Baikalsee haben manche in der Region ihres Zwangsaufenthalts Wurzeln geschlagen. Bednarz ist einem solchen Überlebenden begegnet, der 1941 als 19jähriger für zehn Jahre in ein Lager in Sibirien geschickt wurde und nach der formalen Freilassung 1951 zusätzlich praktisch lebenslängliche Verbannung – ebenfalls in Sibirien – aufgebrummt bekam, um schliesslich im Gefolge von Chruschtschews Entstalinisierungsrede von 1956 rehabilitiert und definitiv freigelassen zu werden.

Die Sowjetmacht hatte ihm 25 Jahre seines Lebens gestohlen – unzähligen anderen das Leben überhaupt. Trotz den bitteren Erfahrungen an der Stätte seiner Unfreiheit blieb er in Sibirien, baute sich eine neue Existenz auf und führt heute, im Alter von bald 80 Jahren, ein anscheinend recht behagliches Leben in der Nähe von Irkutsk. Das Buch des Fernsehmannes erhebt, zumindest im Titel und auch in einigen Teilen des Inhalts, einen gewissen literarischen Anspruch, der allerdings etwas gekünstelt wirkt. Trotzdem ist es dem Autor gelungen, ein reichhaltiges Porträt einer faszinierenden Landschaft zu vermitteln. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

”Wer einmal den Baikal gesehen hat, den läßt er nicht mehr los”, sagt Klaus Bednarz und entführt den Leser in einen Landstrich voller Superlative und Rätsel. ”Heiliges Meer”, ”Perle Sibiriens” oder ”Das blaue Herz der Taiga” nennen die Russen den Baikalsee. Er ist nicht nur der älteste, sondern auch der tiefste und geheimnisvollste See der Erde, eingebettet in eine einzigartige Natur – und Ursprung einer uralten Kultur. Sagen und Legenden erzählen von diesem einmaligen Naturphänomen, Lieder und Gedichte feiern den Zauber dieses Sees und der ihn umgebenden endlosen Wälder und Steppen.

“Ein Meisterwerk.” Süddeutsche Zeitung

”Fast möchte man bedauern, daß sich Bednarz dem Fernsehjournalismus verschrieben hat. Er läßt auch ohne Kamera lebendige Bilder entstehen, allein mit der Kraft der Worte.” Die Zeit

”Das wichtigste Buch zum Verständnis des heutigen Rußland.” Lew Kopelew


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eindrucksvolle Schilderung des Sees und seiner Menschen, 30. Dezember 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ballade vom Baikalsee. Begegnungen mit Menschen und Landschaften. (Taschenbuch)
Mit diesem Buch nimmt Bednarz den Leser mit auf eine Reise rund um den Baikalsee und zu seinen Bewohnern. Lange bevor ich das Buch gelesen habe, bin ich im Fernsehen zufällig über Bednarz' gleichnamige und parallel dazu entstandene Fernsehdokumentation gestolpert. Leider habe ich die Fernseh-Reihe damals nur sehr unvollständig gesehen (vielleicht kann mir an dieser Stelle jemand helfen, an Aufzeichnungen der Fernseh-Doku zu gelangen :). Doch die wenigen Bilder haben mich in ihrer Pracht seitdem nicht mehr losgelassen. Auf das Buch bin ich dann erst sehr viel später gestossen, habe es aber sofort erkannt und wollte es unbedingt lesen.

Die Inhalte des Buches gehen weit über die Fernseh-Doku hinaus, sind aber im gleichen Stil gehalten. Die Beschreibungen der Landschaft sind trotz des nüchternen Tons ebenso eindrucksvoll wie die Bilder im Fernsehen. Neben der Natur nehmen die Menschen die zentrale Stellung in diesem Reisebericht ein. Anhand ihrer Lebensweise und Schicksale konstruiert Bednarz ein vielschichtiges Bild der aktuellen Situation und jüngeren Vergangenheit des Sees. Man erhält einen Einblick in das ökonomische und ökologische Dilemma der Region, genauso wie in das freundliche und tiefgründige Wesen der Sibirier. Dieser Blickwinkel auf die Bewohner macht Doku und Buch auch so sympathisch und einfühlsam. Denn trotz der großen Distanz in geografischer wie kulturelle Hinsicht scheinen die Menschen dort ihren Problemen auf eine ähnliche Art und Weise zu begegnen wie hierzulande.

Bednarz berichtet journalisitsch objektiv. Er tritt hinter die Aussagen seiner Gesprächspartner zurück und verschont uns mit eigenen Interpretationsfiltern. Ich habe den Eindruck durch seine Arbeit ein relativ authentisches Bild zu erhalten.

Auf jeden Fall träume ich jetzt von einer Reise nach Sibirien. Sanfter Tourismus natürlich!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Von der Faszination der Menschen am Baikalsee, 29. April 2000
Von Ein Kunde
Das Buch handelt von der Faszination des Baikalsees und der dort lebenden Menschen. Klaus Bednarz ist vor allem als provokanter Moderator von Politsendungen bekannt. Mit seiner geschliffenen Diktion bringt er im Fernsehen die Dinge gerne ohne diplomatische Verpackungen auf den Punkt. In dem vorliegenden Buch lernt man einen ganz anderen Klaus Bednarz kennen. Hier entpuppt sich der Journalist als behutsamer, teilnehmender Beobachter von Menschen und Landschaften, der dokumentiert, vor allem seine Gesprächspartner zu Wort kommen läßt und sich mit eigenen Kommentierungen weitgehend zurückhält. Die am Baikalsee lebenden Menschen beschreiben selbst ihre Situation, ihr Verhältnis zu diesem gewaltigen See, ihre Kultur, ihren Kampf um das wirtschaftliche Überleben. Es liegt nahe, diese Annäherung an eine vom Tourismus noch weitgehend verschonte Region mit dem Thema Umweltschutz zu verbinden. Wer jetzt den vehementen Feldzug eines politischen Journalisten gegen die Umweltzerstörung in Sibirien erwartet, wird angenehm überrascht. Bednarz versteht es sehr gut, die Ambivalenz dieses Themas darzustellen: auf der einen Seite die Notwendigkeit des Schutzes dieses einzigartigen Naturdenkmals gegen Raubbau und Zerstörung und auf der anderen Seite der wirtschaftliche Überlebenskampf der dort wohnenden Menschen, die sich der Naturgaben scheinbar hemmungslos bedienen und den See zur Tourismusattraktion entwickeln wollen. Mit diesem Widerspruch - so zeigt sich an den einfühlsam dokumentierten Gesprächen - haben vor allem die Menschen am Baikalsee selbst zu kämpfen. Sie sind mit dem See verwachsen und haben Ehrfurcht vor den in ihm wohnenden Naturgewalten. Das Buch von Klaus Bednarz ist sehr lesenswert. Mir gefällt vor allem die unvoreingenommene Herangehensweise, die sehr treffende Schilderung der Menschen dieser Region, die Vermittlung der Faszination, die von diesem See ausgeht. Es wird ein Zipfel der Welt beschrieben, der noch vielen Menschen hierzulande unbekannt ist. Die bei vielen vorherrschende Vorstellung von Sibirien als eine menschenleere Eiswüste wird aufgebrochen und die Menschen werden sichtbar, die hier mit den vielfältigen Facetten von Glück einerseits und existentieller Not andererseits leben und dort auch leben wollen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das beste Baikal-Buch, das derzeit zu haben ist., 5. Februar 2000
Von Ein Kunde
Schon der Titel zeigt, wie der Autor sich dem Thema "Baikalsee" nähert: Nicht trockene Zahlen und die touristische Aufzählung von Naturschönheiten stehen im Vordergrund, sondern die Menschen, die dort leben. Menschen, die sich der mythischen Dimension dieses Süsswasser-Meeres ebenso wenig entziehen können (und wollen), wie sie unter der Isolation und der desolaten Wirtschaftslage zu leiden haben. Bednarz hat mit den Menschen am Baikalsee viele Gespräche geführt; mit BuryatenInnen, die das „alte Volk" am See vertreten und mit den zugewanderten RussInnen. Die in seinem Buch wiedergegebenen Gespräche veraten den Respekt und das Verständnis seinen GesprächspartnerInnen gegenüber, manchmal auch sein Staunen über das Gehörte. Die missliche Lage in der sich die Fischer, die wenigen Bauern, Industriearbeiter und alle, die in den 80er Jahren für den Bau der BAM (Baikal-Amur-Magistrale) an den Baikalsee geholt wurden befinden, beschreibt er ebenso deutlich, wie die Begeisterung eben dieser Menschen über ihren „heiligen See" und dessen Tier- und Pflanzenwelt, dem sie sich trotz allem nicht entziehen können. Wer den Baikalsee noch nicht kennt wird sich nach der Lektüre des Buches wünschen, ihn kennenzulernen; und wer ihn schon kennt, wird umso lieber wieder zum See zurückkommen. Dem Buch liegt die 3-teilige Fernsehserie „Die Ballade des Baikalsees: Winter, Sommer, Wiederbegegnung" des WRD zugrunde.
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