Schon der Titel zeigt, wie der Autor sich dem Thema "Baikalsee" nähert: Nicht trockene Zahlen und die touristische Aufzählung von Naturschönheiten stehen im Vordergrund, sondern die Menschen, die dort leben. Menschen, die sich der mythischen Dimension dieses Süsswasser-Meeres ebenso wenig entziehen können (und wollen), wie sie unter der Isolation und der desolaten Wirtschaftslage zu leiden haben. Bednarz hat mit den Menschen am Baikalsee viele Gespräche geführt; mit BuryatenInnen, die das „alte Volk" am See vertreten und mit den zugewanderten RussInnen. Die in seinem Buch wiedergegebenen Gespräche veraten den Respekt und das Verständnis seinen GesprächspartnerInnen gegenüber, manchmal auch sein Staunen über das Gehörte. Die missliche Lage in der sich die Fischer, die wenigen Bauern, Industriearbeiter und alle, die in den 80er Jahren für den Bau der BAM (Baikal-Amur-Magistrale) an den Baikalsee geholt wurden befinden, beschreibt er ebenso deutlich, wie die Begeisterung eben dieser Menschen über ihren „heiligen See" und dessen Tier- und Pflanzenwelt, dem sie sich trotz allem nicht entziehen können. Wer den Baikalsee noch nicht kennt wird sich nach der Lektüre des Buches wünschen, ihn kennenzulernen; und wer ihn schon kennt, wird umso lieber wieder zum See zurückkommen. Dem Buch liegt die 3-teilige Fernsehserie „Die Ballade des Baikalsees: Winter, Sommer, Wiederbegegnung" des WRD zugrunde.