Diese Zusammenstellung mit Werken von Edvard Grieg ist schon allein wegen der selten eingespielten Ballade g-moll op. 24 die Anschaffung wert.
Der norwegische Pianist identifiziert sich voll und ganz mit der Musik seines Landsmanns und legt Interpretationen vor, von denen andere teilweise nur träumen können. Besonders deutlich wird dies in dem Feuer, mit dem Andsnes das Klavierkonzert anpackt. Seine Tempi sind stets straff, sein Spiel virtuos. Dies gerät allerdings nie zum Selbstzweck, sondert ordnet sich stets den Intentionen der Musik unter. Die Berliner Philharmoniker unter Mariss Jansons sind ein ebenbürtiger und reaktionssicherer Partner des Pianisten, so daß eine exzellente Aufnahme von außergewöhnlicher Qualität entstand.
Die Ballade g-moll trägt Andsnes außerordentlich düster vor und nimmt sich viel Zeit speziell für die langsameren Variationen. Dabei versteht es der Interpret meisterhaft, teils schon impressionistisch wirkende Farben zu erzeugen. Die Stretta am Ende ist hinreißend geraten, das norwegische rauhe Kolorit hervorragend getroffen.
Die lyrischen Stücke spielte der Interpret auf Griegs Originalflügel in Troldhaugen ein, so daß leichte klangliche Abstriche unvermeidlich sind. Sieht man aber einmal davon und von den an der Untergrenze gewählten Tempi in den langsamen Stücken ab, handelt es sich auch hier um durchweg stimmige und homogene Interpretationen, die sich nicht vor der Konkurrenz zu verstecken brauchen.
Diese CD kann also allen Liebhabern von Griegs Klaviermusik uneingeschränkt empfohlen werden, zumal neuere Interpretationen der g-moll-Ballade absolute Mangelware auf dem sonst so übersättigten Klassikmarkt sind.