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Der Ball ist rund
 
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Der Ball ist rund [Taschenbuch]

Eduardo Galeano , Lutz Kliche
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, April 2006 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag (April 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 329320161X
  • ISBN-13: 978-3293201613
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 11,6 x 3,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 946.226 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Eduardo Galeano
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Wie der Orgasmus, so das Tor." Sollten sie zu der Minderheit gehören, die Fußball um gar keinen Preis mag, die bereits Hautausschlag bekommt, wenn Sie das Zauberwörtchen Bundesliga nur hört, dann, aber nur dann, müssen Sie jetzt nicht mehr weiterlesen. Aber sollten Sie sich zu der Spezies Mensch rechnen, die es dann irgendwie doch interessiert, warum Hundertausende jedes Wochenende ins Stadion pilgern, und die sich fragen, wie es sein kann, daß ein wachsender Teil der Bevölkerung nur noch merkt, daß es Samstag ist, weil Ran im Fernsehen läuft, dann sollten Sie weiterlesen. Denn es geht um ein Buch, das auf witzige und kenntnisreiche Weise beschreibt, was die Welt im innersten zusammenhält: die heiße Luft im Ball. Eduardo Galeano ist fußballverrückt, "ein Bettler um guten Fußball", der nur deshalb darüber schreibt, wie er selbst gesteht, weil er als aktiver Spieler -- wenn überhaupt -- nur als "schlimmstes Holzbein der Bolzplätze meines Landes", in die Geschichte eingegangen ist. Galeano, 1940 in Montevideo geboren, hat einen Stammplatz im Spitzenteam der lateinamerikanischen Schriftsteller und Essayisten. Dem europäischen Publikum wurde er in den 70er mit seinen Offenen Adern Lateinamerikas bekannt, wo er sich die Position des Geschichtenerzählers von unten zu eigen machte. Daß er jetzt über Fußball schreibt, mag in unseren Breitengraden, wo der Fußballreporter zur journalistisch untersten Kategorie gerechnet wird, Kopfschütteln hervorrufen. In Lateinamerika ist es für einen Intellektuellen des Kalibers von Galeano schon längst kein Tabu mehr, sich dem Gekicke von 22 Männern auf schrifstellerische Weise zu nähern. Galeano ist geradezu trunken von einzigartigen Spielern und Spielzügen, widmet sich in einer moralphilosophischen Attacke gegen die Einsamkeit des Torwarts ("Ohne die Torlinie verlassen zu dürfen, wartet er einsam zwischen den Pfosten auf seine Erschießung") und erklärt melancholisch die Bedeutung des Tores: "Das Tor ist der Orgasmus des Fußballs. Wie der Orgasmus, so wird auch das Tor in der modernen Gesellschaft immer seltener." Überall hin wendet er seinen geschickten Spielmacherblick, wieselflink, in kleinen überschaubaren Kapiteln. Der Fußballrowdy taucht ebenso auf wie das berühmte Wembley-Tor. Dem besonderen Verhältnis der lateinamerikanischen Generäle und der Macht überhaupt zum Fußball schenkt er sein Interesse genauso, wie den Verdauungsstörungen, hervorgerufen durch eine besonders schlechte Fußballpartie. Keine Weltmeisterschaft läßt er aus und keinen der großen Ballartisten. Das Spiel ist Galeano Allheilmittel gegen dieUniformierung der Gesellschaften, hier lebt der Homo ludens auf, und vielleicht ist der Fußball gerade deshalb eines der wenigen Ereignisse, wo es ein wahres Leben im Falschen geben kann. Dabei spart er nicht an Kritik für moderne Entwicklungen in einer von den Medien und Profitsucht zerfressenen Sportart: "Die Geschichte des Fußballs ist eine traurige Reise von der Lust zur Pflicht. In dem Maße, wie dieser Sport zur Industrie geworden ist, hat er immer mehr die Schönheit verbannt, die aus der reinen Freude am Spiel entsteht", schreibt er gleich zu Beginn. Da ist er dann wieder, der scharfe Kulturkritiker aus den "offenen Adern", ständig auf der Lauer nach dem Verrat von Gerechtigkeit und Schönheit. Besonders reizvoll ist bei Galeano die Perspektive des Latinos, der uns endlich erklärt warum seine Landsmänner so gerne so böse Fouls begehen. "Im Fußball Uruguays ist die Gewalt Tochter der Dekadenz", sagt Galeano. Die Reporter seines Landes nennen ein Foul gerne ein "Spiel mit starkem Bein" -- und wer wollte schon ein Schwächling sein. Die trotz Pelé und Maradona noch immer vorwiegend eurozentristische Haltung gegenüber dem Fußball wird von ihm konsequent durchbrochnen, denn den besten Fußball spiele man ohnehin zwischen Rio und Buenos Aires. Natürlich fällt Galeanos fußballverliebter Blick auch einmal auf Deutschland einig Fußball-Land. Uwe Seeler taucht auf ("'Uwe, Uwe' zu rufen, war die beste Art, 'Deutschland, Deutschland' zu rufen"), Beckenbauer sowieso oder Gerd Müller ("Das Netz war wie der Brautschleier eines unwiderstehlichen Mädchens. Und da ließ er mit einem Schlag seine Maske fallen und biß zu"). Wenn sich Galeano den Großen der Fußballgeschichte widmet, dann wird er geradezu übermütig: "Charlton, Herr über die ganze linke Seite des Spielfelds, hinterließ die gesamte argentinische Abwehr zerpflückt wie eine Motte nach dem Schlag mit der Fliegenklatsche." In wenigen Monaten beginnt in Frankreich die Fußballweltmeisterschaft. Der gnädige Herrgott schicke unseren Kommentatoren solche Metaphern! Galeano zeigt, daß es durchaus möglich ist, intelligent und gleichzeitig berauscht über Fußball zu schreiben. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Pressestimmen

"Galeano lässt die Worte tanzen wie einst Pele den Ball auf dem Fuß." (Saarbrücker Zeitung)

"Dieses auch typografisch außerordentliche Buch ist Pflichtlektüre für jeden, dem das Herz schneller schlägt, wenn er an Fußball denkt." (Sabine Uehlein, Stiftung Lesen)

"Galeano beschreibt intelligent und berauscht zugleich, was die Welt im Innersten zusammenhält - die heiße Luft im Ball." (Die Zeit) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mal über den europäischen Tellerrand hinaus, 24. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Ball ist rund (Taschenbuch)
"So gehe ich durch die Welt, den Hut in der Hand, und in den Stadien bitte ich: "Nur einen schönen Spielzug, Gott vergelt's"
Dieses Buch ist eine Huldigung an den Fußball. Auch wenn, oder gerade weil der Autor das Spiel in erster Linie aus uruguayanischer Sicht schildert, eröffnen sich hier viele interessante Ansichten zum Spiel.
Zu Beginn des Buches werden alle Bestandteile eines Fußballspiels, von den verschiedenen Spielertypen, über die Fans, das Stadion, den Ball, die Regeln und alles was damit zu tun hat, beschrieben.
Danach folgt ein kurzer Abriss über die Ursprünge des Spiels im allgemeinen und seine Ankunft in Südamerika. Anschließend folgt, in chronologischer Folge, die Vorstellung einiger herausragender südamerikanischer Spielerpersönlichkeiten, sowie ein Kurzabriss über die Fussballweltmeisterschaften von 1930 bis 1994. Hier wird vor allem auf deren Begleitumstände und ihre "Hauptdarsteller" eingegangen.
Das Buch ist von Anfang bis Ende interessant, was vor allem an der unterhaltsam Erzählweise Galeanos liegt. Die einzelnen Texte erstrecken sich über maximal 2 bis 3 Seiten. Hier und da verspürt man den Wunsch eine der beschriebenen Partien verfolgen zu können. Aber die Zeiten, in denen es noch Typen gab, die vor dem Spiel eine Flasche Rotwein leerten, und für die der Rest der Mannschaft streikte, wenn der Trainer solches Tun mit disziplinarischen Mitteln bestrafte, sind wohl ein für alle Mal vorbei.
In "Der Ball ist rund" werden diese Zeiten noch einmal lebendig. Deshalb sollte dieses Buch spätestens zur Sommerpause den Weg auf Euren Nachttisch finden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Poesie, Leidenschaft, Offensivgeist ... Galeano!, 23. Juni 2008
Von 
Eduardo Galeano sieht Fußball durch die Brille des Poeten. "So gehe ich durch die Welt, den Hut in der Hand, und in den Stadien bitte ich: 'Nur einen schönen Spielzug, Gott vergelt's'", schreibt er in einem einleitenden Geständnis. Sein Stil ist eher der eines Minnesängers als der eines Journalisten, Galeano lässt Leidenschaft und Wehmut aus seinen Zeilen sprechen. Er trauert jenen Anfangsjahrzehnten des Fußballsports nach, in denen nicht Geld und taktisches Kalkül, sondern Spielfreude und Offensivgeist dominierten. Wenn Galeano über Andrade, Di Stefano, Garrincha oder Pelé schreibt, glaubt man, am Lagerfeuer zu sitzen und Heldenepen zu lauschen, fällt die Rede hingegen auf FIFA-Boss Joao Havelange und seine Kamarilla, wird die vom Autor entgegengebrachte Verachtung schier greifbar.

Defensivspiel ist Eduardo Galeano ein Gräuel: "Das Tor ist der Orgasmus des Fußballs. Wie der Orgasmus, so wird auch das Tor in der modernen Gesellschaft immer seltener". Welt- und Europameisterschaften sind zum vom "Spiel zum Schauspiel", zu einem der besten Geschäfte der Welt geworden. Riskieren ist dabei strengstes verboten, schließlich geht es um Milliarden Dollars.

Als linksintellektueller Journalist hatte Galeano sowohl im heimatlichen Uruguay als auch in Argentinien viel zu leiden. Unverkennbar äußert er seine Abneigung gegen Militärregimes und Diktaturen, die den Fußball immer wieder aus nationalistischen Gründen zu vereinnahmen suchen. Franco, Pinochet, Videla, ihr Name ist Legion, das schändliche Prinzip immer dasselbe. Auch die Günstlinge der Machthaber kriegen ihren Sarkasmus ab. So schreibt er über Jesus Gil y Gil, Boss von Atlético Madrid: "In seiner Wahlkampagne versprach er, das Tourismuszentrum Marbella von Dieben, Betrunkenen und Drogenabhängigen zu reinigen, damit es wieder der gesunden Erholung arabischer Scheichs und internationaler Mafiosi dienen konnte." "El fútbol a sol y sombra" (so der wesentlich intelligentere Originaltitel) ist ein zutiefst politisches Buch.

Aber nicht nur das, Galeano erzählt eine Reihe herrlicher Anekdoten: was es mit der Rivalität der beiden Carioca-Klubs Fluminense und Flamengo auf sich hat; warum es in Montevideo Glaubenssache ist, Peñarol zu lieben und Nacional zu hassen und vice versa; wie ein nachnominiertes, trinkfreudiges Dänen-Team Deutschland den Europameistertitel abknöpfte; oder dass ein Elfmeterschießen schon mal über 44 Schüsse gehen kann, wenn die Gegner Argentinos Juniors und Racing heißen. Ein Buch, dass über Reportage und Faktenwissen hinausgeht, ein Kunstwerk wie ein Fallrückzieher ins Kreuzeck. Lesen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Fußballgeschichte literarisch erfasst, 2. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Ball ist rund (Broschiert)
Mit Galeano hat sich endlich ein Schriftsteller getraut die Faszination des Fußballs literarisch zu verwirklichen zu versuchen. Und zwar nicht in doppeldeutiger oder -bödiger Weise, mit Lesen zwischen den Zeilen und der Benutzung des Fußballes als Motiv, sondern so, wie das Spiel und alles darum nun mal so ist. Galeano beschreibt, Weltmeisterschaften als Gesamtereignisse, stößt dann eine Ebene tiefer und schildert Spiele und Mannschaften, die die Welt auf ihre unnachahmliche Weise fasziniert haben und gibt schließlich kurze Gedankenlichter über einzelne Spieler, die mehr Charakter haben als viele fiktionale Romanfiguren. Und dieses Ganze Projekt gestaltet er in einer anschaulichen Sprache, die es schafft, die Atmosphäre eines Spieles oder Platzes wiederzugeben. Galeano schafft mit „Der Ball ist rund" einen literarischen Spiegel einer Beschäftigung die doch mehr ist als 22 Männer, die einem Ball hinterherlaufen. Denn spätestens nach der Lektüre, die auch allen Verweigerern des Fußballs ans Herz gelegt sei, wird man diesen Sport mit anderen Augen betrachten.
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