Ich möchte nicht auf inhaltliche Details eingehen, die an dieser Stelle ohnehin kaum über das hinausgehen können, was der Klappentext mitteilt. Aber ich komme nicht umhin zu sagen, daß "Ball der Vampire" mit deutlichem Abstand der schwächste Band der Reihe um Sookie Stackhouse ist. Gegen Charlaine Harris' Stil gibt es nach wie vor nichts einzuwenden, ich mag ihren humorvollen, teilweise flapsigen Ton, der aber immer dann ernst wird, wenn es die Gefühle der Protagonistin erfordern.
Aber bis die im Klappentext angekündigte Handlung in Gang kommt, dauert es bis zur Hälfte des Buches. Bis dahin haben die Ereignisse des Buches nichts mit dem zu tun, was man eigentlich erwartet, und das was passiert, ist eigentlich auch nur eine Aneinanderreihung von Episoden. Der titelgebende Ball der Vampire dagegen findet erst zum Ende des Buchs statt, was man aber nicht der Autorin anlasten kann, die für den deutschen Buchtitel ja nichts kann.
Selbst dann, wenn die eigentliche Handlung endlich "anspringt", reißt sie einen nicht so richtig vom Hocker, weil sie einfach nicht so gut strukturiert wirkt wie die der Vorgängerbände. Und ein weiteres Problem des Buchs ist die Bezugnahme auf Ereignisse, die so erzählt werden, als müßte man sie aus früheren Bänden kennen - was aber nicht der Fall ist. So fehlt einem manchmal einfach der Bezug oder der Hintergrund, der erforderlich wäre, um so richtig in die Geschichte eintauchen zu können.
Trotzdem gebe ich 3 Sterne, weil "Ball der Vampire" trotz der offenkundigen Schwächen durchaus seinen Unterhaltungswert hat. Nach den Vorgängern war dieser Band wie erwähnt sehr enttäuschend, aber ein enttäuschendes Sookie Stackhouse-Buch ist immer noch besser als vieles, was man ansonsten an Vampir-Büchern vorgesetzt bekommt...