... bzw "Wirbelwind der Liebe" - so die beiden deutschen Titel dieser charmanten Screwball-Comedy von 1941 mit Gary Cooper und Barbara Stanwyck.
Es waren einmal 7 ältere Herren (und ein etwas weniger alter), die lebten allein und abgeschieden in einem ruhigen Häuschen, in dem sie still ihrer Arbeit nachgingen und keinerlei Kontakt zur Außenwelt hatten - bis eines Tages ein hübsches Mädchen auf der Flucht bei ihnen hereinschneite...
Kommt Ihnen bekannt vor?
Nicht von ungefähr, denn Regisseur Howard Hawks liefert hier seine ganz eigene Version der altbekannten Schneewittchen-Geschichte ab.
Die 7 1/2 "Zwerge" sind hier sieben ältere und ein jüngerer Professor, die seit Jahren an einer umfassenden Enzyklopädie arbeiten.
Als sie beim Buchstaben S angelangt sind, drängt ihr Verleger zur Eile, und um das Projekt voranzutreiben, begibt sich der jüngste (aber nicht weniger weltfremde) der Professoren, Bertram Potts "Pottsie" auf eine Erkundungsreise zum Wort "Slang" ins sündige Nachtleben - und trifft prompt auf besagte Gangsterbraut Sugarpuss, die ihm mit erstaunlichen Kenntnissen zum Thema Slang ein perfektes Studienobjekt zu sein scheint (ja, auch "Pygmalion" lässt grüßen).
Sugarpuss lässt "Pottsie" zunächst abblitzen, aber als die Polizei ihr zunehmend auf die Pelle rückt, um sie zu ihrem Gangsterfreund zu befragen, quartiert sie sich kurzerhand bei "Pottsie" und seinen Kollegen ein...
Nun kommt natürlich alles, wie es kommen muss, Sugarpuss erobert ihre "Zwerge" im Sturm und lehrt sie Lebensfreude, Congatanzen und vieles mehr, verdreht "Pottsie" rettungslos den Kopf und entdeckt selbst ihr Herz für ihn und ein beschaulich-ruhiges Leben, während ihre Gangsterfreunde und die Polizei nicht locker lassen, um sie zu finden - was wiederum die "Zwerge" zu Höchstform auflaufen und zu wahren Helden werden lässt, um "ihre" Sugarpuss zu retten...
Wie dies aber alles geschieht, das ist an Verve, Witz, Charme und Einfallsreichtum nicht zu übertreffen.
Neben der Regie von Howard Hawks tut auch das Drehbuch von Billy Wilder sein übriges und die Besetzung ist mit Gary Cooper, Barbara Stanwyck, S Z Sakall, Henry Travers und Leonid Kinskey perfekt. Als Sugarpuss' Gangsterlover tritt Dana Andrews auf.
Zwischen Gary Cooper und Barbara Stanwyck knistert es wie bereits zuvor in "John Doe" gewaltig.
Abgesehen von der überaus witzigen Geschichte mit intelligentem Drehbuch und perfekter Besetzung bis in die Nebenrollen überzeugen auch die schmissige Musik (Gene Krupa tritt mit seiner Band in einer Nachtclubszene auf) und viele lehrreiche Erkenntnisse.
Oder wussten Sie schon, was yum-yum ist, daß eine leere Streichholzschachtel ein vollwertiges Musikinstrument ist und wofür man Bücher außer zum Lesen noch so verwenden kann??
Außerdem bezaubert die wunderbare Barbara Stanwyck nicht nur mit der ihr eigenen noch heute verblüffenden Frische, Modernität und Schlagfertigkeit, sondern auch mit einer super Gesangseinlage (die von der nicht minder wunderbaren Martha Tilton nachsynchronisiert wurde, aber was solls) und einer der wohl witzigsten Liebeserklärungen der Filmgeschichte, als sie ihren Gangsterfreunden gegenüber seufzend ihre Schwäche für "Pottsie" Gary Cooper gesteht:
"Er sieht aus wie eine Giraffe, aber ich liebe ihn - er kann nicht mal küssen, der Trottel - ich liebe ihn trotzdem"
Sprichts und als Zuschauer weiß man nicht, ob man lauthals lachen soll oder vor Rührung ein Tränchen verdrücken.
Am besten tut man beides auf einmal - und legt die DVD gleich noch ein zweites Mal ein.
Für mich eine absolute Lieblingskomödie und eine klare Kaufempfehlung!