Aus der Amazon.de-Redaktion
Auch wenn ihr Ivete Sangalo in punkto Popularität momentan den Rang abläuft - auf ihrem zehnten Album zeigt Daniela Mercury einmal mehr, dass ihr so schnell niemand etwas vormacht, wenn es darum geht, die unglaubliche stilistische Vielfalt ihrer Heimat in Töne zu gießen. Das große Spektrum an regionalen Rhythmen der eigenen Kultur auf die Bühne zu bringen - dies war und bleibt für die Starsängerin aus Salvador da Bahia stets ein echtes Anliegen. Tatsächlich bringt keine zweite Künstlerin Massenverträglichkeit und künstlerischen Anspruch so perfekt auf einen Nenner, wie Brasiliens designierte Axé-Pop-Queen. Wie auf ihrem Album
Sol Da Liberdade, das zur Jahrtausendwende erschien, halten sich auch auf
Balé Mulato Tradition und Moderne die Balance. Da wäre zunächst "Olha O Gandhi Aí": Geschrieben von Tonho Matéria und Jô Vieira brachte ihr dieser Song in Salvador 2005 zum dritten Mal die Trophäe für den besten Karnevalssong ein. Nachdem die mittlerweile 40-jährige Sängerin 2000 mit "Perola Negra" der schwarzen Karnevalsformation Ile Aye eine fulminante Hymne widmete, besingt sie diesmal den ältesten bahianischen Afrobloco Filhos de Gandhi. Neben ihrem jüngsten Hit "Topo Do Mundo" und dem Track "Levada Brasileira", eine Hymne für Brasiliens Fußballfans, finden sich unter den 14 Albumtiteln auch drei Eigenkompositionen, eine Nummer aus der Feder von Chico César und der Klassiker "Meu Pai Oxalá" von Vinícius und Toquinho. Als weiteres Highlight entpuppt sich ihre absolut gelungene Fassung von Ary Barrosos "Aquarela Do Brasil". Raffiniert bringt sie in dieser vollkommen neuen Version jenes Klassikers, den einst Carmen Miranda international bekannt machte, technotronische Klänge und klassischen Samba unter einen Hut. Mit dieser innovativen Interpretation unterstreicht die Mercury, dass sie nach wie vor mit der künstlerischen Avantgarde ihres Landes Schritt zu halten vermag.
PS: Parallel zur CD Balé Mulato wirft Daniela Mercury auch ihre dritte DVD Baile Barroco auf den Markt. -- Wolfgang Zwack