"Perfektion" ist eine am momentanen Eigenbedarf orientierte, übergeordnete Zustandsbeschreibung. Etwas als "perfekt" zu beschreiben kann also nur aus dem subjektiven Blickwinkel des Betrachters erfolgen.
Für mich ist dieses Buch im Augenblick perfekt. Ein perfekter Ratgeber für den wissbegierigen Laien, ein perfektes Kompendium für den Arzt oder Psychologen, der sich informieren will, sei es als Anleitung für sich selber, sei es für seine Patienten. "Balance statt Burn-out" legt als eine Art "Agenda 2010" die Marschrichtung zu einem inneren Gleichgewicht vor, für die hochrangige Managerin ebenso, wie für eine Krankenschwester oder Stewardess, das Buch ist für den Aufsichtsratsvorsitzenden genauso wichtig, wie für den Bäcker in seinem Familienbetrieb. Denn jeder kann und muss seine Balance finden, kann und muss Eigenverantwortung für seine Gesundheit übernehmen, in Syntonie und Balance mit sich selber und seiner Umwelt.
Die Autoren beschreiben das Problem "Burn-out" sehr gut und komplex, von seiner Etymologie und Begrifflichkeit bis hin zu den Symptomen und Erscheinungsformen, seinem unscheinbaren Beginn bis hin zu seinem zerstörerischen Finale. Sie zeigen Lösungsoptionen auf, verdeutlichen das Machbare und bieten Hilfe für die jeweilige Umsetzbarkeit.
Das ist wichtig für das therapeutische Procedere.
Für das tiefe Verständnis des Burn-out-Syndroms unerlässlich und mithin in diesem Punkt ebenso perfekt wird auch der diesbezüglich hoch gefährdeten Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten. Gesprochen wird von einem das Kindsein verachtenden Schulsystem als einem Wegbahner, von einer von Zwängen geprägten Mentalität. Von Ausreden als Flucht vor Prävention als Selbstschutz statt Selbstschädigung, die schon in einem Satz wie "das ist aber nicht umsetzbar" klirrend mitschwingt, jedoch gepaart mit einem überaus hohem Anspruchsdenken ohne Eigenleistung. Kritiker an diesem Werk verweigern sich renitent der Hilfe zur Selbsthilfe als eine freiere, besser balancierter Lebensstrategie.
Wer von den brillanten Autoren mehr wissen will, darf viel erwarten. Nicht nur über das Buch "Balance statt Burn-out", sondern auch in den Newslettern und Seminaren als Mitglied der Akademie für Gesundheitsförderung und Prävention e.V. (AGeP) oder über das Linneweh-Institut, beide mit Sitz in München.