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Baker's Barn
 
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Baker's Barn [Taschenbuch]

Ady H. Kiss
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 338 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (23. Oktober 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351839133X
  • ISBN-13: 978-3518391334
  • Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 10,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.817.703 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Seltsame Geschichte 22. Juli 2003
Von Generator
Baker's Barn ist eine unübliche SF-Geschichte die in mehreren Zeitzonen spielt("unserer" Zeit und die der fernen Zukunft).
Folgende Ausgangssitation: Die Menschheit befindet sich in einem interstellaren Krieg mit 2 Alienrassen. Die Menschen leben auf Plattformen im All und werden von einem unfähigen und korrupten Militärregime regiert.

Ein General, der die größte Kampfflotte der Menschheit befehligt, wird untreu, ist mit seinen Kampftruppen zum Feind übergelaufen und befindet sich auf dem Weg zu den Plattformen. Der Rest der Menschen haben deswegen nur eine Möglichkeit: Sie müssen einen Antrieb entdecken der schneller ist um die anderen versprengten Flottenverbände noch rechtzeitig zur Verteidigung zurückzuholen.

Um dies zu bewerkstelligen wird die Hauptfigur(Ich-Erzähler) auf die Erde des späten 20.Jahrhunderts geschickt um dort nach Möglichkeiten forschen.

Der Roman liest sich teilweise wie die Memoaren eines Paranoien in unserer Zeit.

Alles in Allem hat mir das Werk äußerst gut gefallen. Es ist wunderbar düster und sehr einfallsreich.

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Ady Henry Kiss zeigt mit diesem Roman auf eindrucksvolle Weise, was Science-Fiction und phantastische Literatur an kritischer Reflexion zu leisten vermag. Das Werk beschreibt die Geschichte eines Wissenschaftlers auf einer menschlichen Kolonie in ferner Zukunft. Die Menschheit ist in den Weltraum aufgebrochen und Kolonien gegründet, die sich in unglaublich brutaler Weise bekämpfen. Es kommt zu Massenverlusten infolge der skrupellosen Anwendung militärischer Gewalt (so etwa die Vernichtung von Sonnen zur Auslöschung des Lebens der umgebenden Planeten). Die Heimatwelt des Protagonisten wird selbst unbewohnbar gemacht, so dass die Bewohner auf Raum-Plattformen in der Umlaufbahn leben müssen. Die Existenz der Bewohner verläuft unter überaus schäbigen Bedingungen -ein Topos, der in weiteren Werken von Kiss immer wieder auftaucht- und wird von den Militärs dominiert. Die Generäle -korrupt, unfähig und brutal- bringen die Gesellschaft durch Intrigen an den Rand einer Niederlage. Der Protagonist wird daher zur Erde der Vergangenheit (d.h. die Erde unserer Gegenwart) geschickt, um dort unauffällig nach neuen technischen Möglichkeiten zur militärischen Rettung der eigenen Welt zu suchen. Er wird als Embryo in einen Frauenkörper 'eingespeist' und wächst im 'realen' Leben der Erde auf. Dieses Leben -begonnen in Kanada- läuft unter desillusionierenden Bedingungen ab, bis es zur Entscheidung in dem kleinen kanadischen Ort "Baker's Barn" kommt. Er findet die technische Lösung und baut ein Raumschiff mit einem neuen Antrieb, um die Militärstreitmacht der eigenen Welt der Zukunft mit einer überlegenen Antriebstechnik auszurüsten. Er hat jedoch nicht bemerkt, dass die Feinde seiner Heimatwelt das ganze Projekt durch Verrat entdeckt haben und ihn durch technische Tricks auf eine Scheinerde versetzt haben, auf der er in einem großen 'Studio' aufgewachsen ist - stets unter der Kontrolle der Feinde. Es kommt zum 'showdown'. Die Verantwortlichen der Feinde versuchen den Protagonisten zur Preisgabe der technischen Erfindung zu bewegen. Als Gegenleistung versprechen sie ihm einen schmerzlosen Tod. Aufgrund eigener Unfähigkeit töten sie sich jedoch selbst und ermöglichen dem Protagonisten so die Heimkehr mit dem neuen Antrieb. Das vermeintliche 'Happy-End' ist in Wirklichkeit keines, denn der Autor kehrt in seine Heimatwelt in ihrer ganzen Schäbigkeit und Entwürdigung zurück. Der Romen ist ein vielschichtiges Meisterwerk, das vor allem von der Spiegelung zukünftiger und gegenwärtiger (Irr)Realitäten lebt. Die Existenz des Protagonisten in der angeblichen Erde des 20. Jahrhunderts ist komplexbeladen und voller Probleme. Die Liebe zu einer Frau wird durch deren Untreue infolge einer Beziehung zu einem klebstoffschnüffelnden Verrückten zerstört. Da diese psychische Katastrophe für den Protagonisten kurz vor Vollendung seiner technischen Erfindung stattfindet, wirkt sie auf den Leser zunächst eher weniger desaströs, ja sogar 'befreiend'. Es ist abzusehen, dass der Protagonist in kurzer Zeit das 'reale' Leben mit seinen furchtbaren Brüchen verlassen kann. Diese 'Erlösung' wird jedoch bald darauf zerstört, als offenbar wird, dass der Protagonist ohnehin nur als 'Werkzeug' der Feinde gedient hat. Das Bild des "Werkzeuges" ist vorherrschend, denn der Protagonist dient mit seiner Arbeit und seinem letztendlichen Erfolg letztlich nur den eigenen Militärs, die ihn und seine ganze wissenschaftliche Tätigkeit sowieso nur mißbrauchen und mißachten. Der Roman von Kiss beinhaltet eine derartig große Menge an 'negativer Energie' und wirkt auf den Leser auf eine derart tiefgehende Weise (keineswegs mit oberflächlichen 'Show', 'Event'- oder 'Knalleffekten'), dass man eine feste Haltung benötigt, um nicht in tiefen Pessimismus abzugleiten. Besitzt man die nötige 'Standfestigkeit', kann man jedoch an kritischer Schärfe gegenüber Staat, Politik und Gesellschaft überaus gewinnen. Die beschriebenen Handlungsstrukturen sind keineswegs erschöpfend - es gibt noch viel mehr an tiefgehender 'Analyse' zu entdecken. So etwa das Schicksal der Deutschen - ein Thema, das Kiss auch in "Manhatten II" thematisiert hat. Die Deutschen sind nach einer Atomkatastrophe nach Kanada umgesiedelt worden und fristen dort ein schäbiges Leben argwöhnisch betrachteter und geknechteter 'Asylanten'. Ein böser Traum? Immerhin ist die 'Realität' des Protagonisten ja nur künstlich geschaffen worden ... "Baker's Barn" erschien in einer Sonderausgabe zusammen mit "Canyons" und "Manhattan II" als Box mit einer CD mit der Musik von Charles Perron, dem Gründer der Schweizer Band "Yellow" (3er Box "Der Planet"). Damit verfolgte Kiss wohl die Überschreitung der Grenzen zwischen Literatur und Musik. Der Leser wird aufgefordert, die Stücke der CD zu hören und gleichzeitig bestimmte Textpassagen zu lesen. Dieses Ansinnen ist eher misslungen - ähnlich, wie der Versuch, durch 'textüberschreitende' Bemerkungen und 'Aphorismen' innerhalb des Romans die 'innere Realität' der Geschichte zu durchbrechen. Der Leser wird eher verwirrt, ohne einen näheren Sinngewinn zu erlangen. Das Ganze erscheint eher als intellektualistisch-psychologische 'Sondernummer' ohne rechte künsterlische Verankerung. Der Leser sollte sich auf das konzentrieren, was die eigentliche Leistung von Kiss ausmacht: die multiperspektivische tiefgehende Auseinandersetzung mit Politik, Individuum und Gesellschaft - mit Realität und Schein.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
In diesem Buch geht es kurz gesagt um einen Zeitreisenden, der aus der Zukunft der Menschheit in unsere Gegenwart reist um ein Raumschiff zu bauen, dass besser ist als alles Andere aus der Zukunft - auch wenn die Zukunft als technologisch relativ uninnovativ dargestellt wird, kann mich dieses Konstrukt nicht überzeugen.

Jene Mission wird unternommen weil eine Raumflotte der Menschen zum Feind übergelaufen ist (die Frau des Admirals wurde von der Regierung ermordet). Mit Hilfe des geplanten Superraumschiffs soll in Windeseile eine Abfangflotte aus einem anderen Teil der Galaxis zur Rettung der Menschen herbeigeschafft werden - apropos Zeitreisen, wäre es nicht logischer, die Ermordung der Admiralsfrau in der Vergangenheit zu verhindern, anstatt zu versuchen, dieses ultimative Raumschiff mit der veralteten Technologie der damaligen Erde zu bauen?

Die Handlung und die Atmosphäre der Geschichte sind durchweg düster, ekelhaft und für mein Empfinden überaus langweilig. Highlight sind unter anderem die Kriegsverbrechen (und deren genaueste Schilderung), mit denen sich die Menschen und die Außerirdischen der Zukunft gegenseitig zu übertrumpfen versuchen. Kleine, surreale Ekel-Effekte finden sich immer wieder: beispielsweise werden in einer Traumsequenz Pickel im Gesicht des Protagonisten ausgedrückt, die Kot enthalten - was will uns der Auto damit sagen?

Alle Freunde solcher Düster-Ekel-Grausamkeiten-Mashups müssen sich jedoch zuvor durch die ersten 50 Seiten des Buches arbeiten. Für mich war dies eine extrem langweilige Durststrecke, in der jemand von einem Flughafen zu einem Gebäude kommt, zu dem er gar nicht wollte. Viele Passagen des Buches wirken arg gestreckt, Kürzungen wären dem besseren Lesefluss und dem Spannungsbogen dienlich gewesen - es sei denn, der Autor wollte sich den Gefühlen der Langeweile und des im Text verloren seins absichtlich bedienen. Das hätte zumindest bei mir funktioniert, aber was soll man von solch einer Lektüre mitnehmen?

Ein interessantes und für den (übrigens in Heidelberg geborenen) Autor typisches Element sind kleine Seitenhiebe auf das Schicksal der Deutschen, die in diesem Buch zu Asylanten in Kanada werden - Material, das durchaus kritische Denkanstöße beflügelt, oder zumindest satirische Qualitäten aufweist.
Dies ist dann auch die einzige Stärke des Buches: es wirft durchgehend kritische Aspekte unserer Gesellschaft auf. Die Menschen der Zukunft könnten auch aus unseren 60er Jahren stammen und die Außerirdischen erinnern ebenso an die dunkle Seite der Menschheit. Aufgrund der schwer zugänglichen "Verpackung", also der Romanhandlung, werden diese Lichtblicke leider ein Nischendasein fristen.
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