Anders als viele gängige Reiseführer ist dieses Buch, das sich durchaus auch als Bildband einordnen lässt, sehr persönlich gehalten und spiegelt gut nachvollziehbare, aber individuelle Eindrücke wider. Das Buch weckt in Menschen, die noch nicht am Baikal waren, sich jedoch für dieses ungewöhnliche Binnengewässer interessieren, die Reiselust, und wer die Baikalregion bereits besucht hat, dürfte manche Stimmung, die Atmosphäre, die Art der Menschen dort wieder erkennen.
Die Texte informieren, wirken jedoch in keiner Weise trocken und vermitteln einen tiefen Respekt vor dieser nicht umsonst als Naturerbe ausgewiesenen alten und schönen Landschaft. Zusammen mit den Autoren reist der Leser, unternimmt Tauchgänge, fährt ein Stück ins Gebirge oder auf einer historischen Bahnstrecke, spürt dem Geist des Schamanismus nach. Während Michael Feierabend die Sichtweise des vom Baikal in seinen Bann gezogenen "Fremden" vertritt, zeugen die Ausführungen seiner Frau von der Verbundenheit, die nur die Heimat aus Kindertagen erzeugen kann. Hiervon sprechen auch ihre Bilder, von denen ein paar im Buch zu finden sind.
Hauptsächlich aber werden Fotos präsentiert, oft wunderbar großformatig. Fesselnde Unterwasseraufnahmen wechseln sich ab mit beeindruckenden Landschaften ganz unterschiedlichen Charakters, mit Portraits von Einheimischen, Blumen, Tieren, stimmungsvollen Stadtansichten und Fotografien im Rahmen einer Zugfahrt. Oft findet man Fotos von eigenartigen Felsen, die, wie schon erwähnt, an Gesichter oder menschliche Figuren erinnern.
Fotos, Bilder und Texte ergänzen einander großartig - sie alle sind zugleich harmonisch und doch spannend konzipiert und ansprechend ausgeführt. Nur manche der großformatigen Fotos wirken geringfügig pixelig. Wie der Baikal selbst bieten Texte und Abbildungen viel Abwechslung, ohne es an Tiefe fehlen zu lassen.
Die Schönheit des Baikal und seiner Umgebung wird in diesem Buch hervorragend eingefangen und wiedergegeben, und die Lektüre weckt definitiv das Fernweh.