Allein die Partita von Bach, und daraus allein die legendäre Ciaccona, wäre schon für sich die Veröffentlichung dieser CD wert gewesen, so wird sie hier zum Leben erweckt, dazu in einer brillanten klangtechnischen Aufnahmequalität.
In ihrem sparsam, wohldosiert eingesetztem Vibrato und umso präziserer Intonation nähert sich Baiba Skride der 'historisierenden' Spielweise, in der Virtuosität (auch der anderen Werke) erinnert sie z.B. an Nemanja Radulovic, aber klangtechnisch und spieltechnisch, auch in gewissen Überraschungseffekten (plötzliches Pianissimo, in unglaublicher Präzision aber dabei zugleich großer Wärme des Tons u.s.w.) übertrifft sie alle, die ich bisher gehört habe. Ich könnte hier über unzählige Feinheiten sprechen, auch manches Detail, das ich selbst anders spielen würde, und von Ysaye und Bartok habe ich noch fast gar nichts gesagt, aber das würde jetzt zu viel werden.
Sehr gut klingt die besagte Ciaccona übrigens auch in manchen Bearbeitungen für Gitarre, z.B. von Narciso Yepes - in einer leider heute kaum mehr erhältlichen Aufnahme (ursprünglich auf einer LP). Erwähnt sei außerdem bei dieser Gelegenheit Busonis Bearbeitung für Klavier in der Interpretation von Hélène Grimaud auf deren CD mit dem kurzen Titel "Bach". Dieses Werk in verschiedenen Versionen zu hören steigert meines Erachtens sogar - je wechselwirkend - die Ausdruckskraft der einzelnen Versionen, besonders solch außergewöhnlich eindrucksvoller wie dieser von B. Skride.
Die CD lässt sich sowohl auf herkömmlichen, wie auf SACD Geräten abspielen.
F a z i t : Baiba Skride zaubert Töne aus ihrem Instrument, dass dem Erbauer desselben - sie spielt eine sagenhafte Stradivari von 1708 - die Tränen kämen, vor Ergriffenheit und auch vor Freude und den Komponisten dieser Werke, könnten sie diese Interpretation hören, ebenfalls.