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Bahnhöfe: Ein literarischer Führer
 
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Bahnhöfe: Ein literarischer Führer [Gebundene Ausgabe]

Lis Künzli
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1., Aufl. (Februar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821807792
  • ISBN-13: 978-3821807799
  • Größe und/oder Gewicht: 24,2 x 16,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 152.713 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Ich könnte jahrelang zu Hause sitzen und zufrieden sein. Wenn nur nicht die Bahnhöfe wären.« Joseph Roth Eine literarische Hommage an einen mythischen Ort, an dem alte Sehnsüchte, unverhoffte Begegnungen, dramatische Abschiede und beglückendes Wiedersehen aufeinandertreffen. Für Georges Simenon ist der Gare du Nord gewohntes Terrain seines anarchischen Kommissars Maigret, sei es, weil Interpol die Ankunft eines Kriminellen in Paris ankündigt, sei es, weil ein Koffer mit Leichenteilen eines Abgeordneten in der Gepäckaufbewahrung auftaucht. Als Italo Svevos Herr Aghios nach langen Ehejahren von der Mailänder Stazione Centrale allein verreist, sieht er darin gleich den Start in ein neues Leben. Und für Erich Kästners Fabian ist der Anhalter Bahnhof die letzte Rettung, um dem »hoffnungslosen, unbarmherzigen Labyrinth« Berlin zu entkommen. Durch die Augen von Schriftstellern und ihren Figuren blickt dieser Band auf 150 Jahre alltägliches, bizarres, komisches und melodramatisches Bahnhofstreiben. Historische und zeitgenössische Fotografien zeigen zudem die Schönheit und architektonische Eleganz dieser »Kathedralen der Moderne«.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die wohl berühmteste Bahnhofsszene der Weltliteratur ist die schicksalhafte Begegnung von Anna Karenina mit Graf Wronskij auf dem Petersburger Bahnhof. Diese wie auch die andere Schlüsselszene von Lew Tolstois Roman - Annas Selbstmord - stehen am Anfang eines wunderschönen literarischen Führers. Die Bahnhöfe dieser Welt sind von Dichtern immer wieder beschrieben worden, häufig genug - wie bei Tolstoi - spielen sie eine zentrale Rolle.

Lis Künzli hat mit Akribie die Bahnhof-Texte so großer Schriftsteller wie Thomas Mann (Davos und Venedig), Marcel Proust (Chartres), Kästner (Berlin), Ingeborg Bachmann (New York), Tabucchi (Mumbay) und vieler weiterer zusammen gestellt. So entstand ein wunderschönes Buch über Ankunft und Abfahrt und zugleich eine Kulturgeschichte des Reisens. Denn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert war die Eisenbahn ja das nahezu alleinige Fortbewegungsmittel der Reisenden. Wunderbare Schwarz-Weiß Fotos sprechen eine ganz eigene Sprache. Es sind Bilder, die zum einen vom Luxus des Reisens erzählen, aber auch von denen, die diesen Luxus erst ermöglichen konnten: Gleisarbeiter und Zugpersonal. Bis heute ziehen viele Schriftsteller die Bahn den schnelleren Fortbewegungsmitteln vor, so dass auch zeitgenössische Autoren in diesem Band vertreten sind. Das Thomas Wolfe zum Beispiel eine besondere Beziehung zum Aachener Bahnhof hat, entnahm ich erst diesem Buch.

Es sind nicht nur die frohen Texte, die von Aufbruch und dem Beginn von etwas Neuem erzählen, enthalten. Häufig waren Bahnhöfe auch Schicksalsorte, die am Beginn einer Flucht ins Nirgendwo stehen, wie im Falle von Walter Benjamin. Auch in Kriegszeiten spielten Bahnhöfe eine wichtige, strategische Rolle, die häufig literarisch als prägende Eindrücke verarbeitet wurden!

Allen Bahnhöfen gemeinsam ist das Flüchtige, Hektische. Aber auch der Geruch von Abschied und Neubeginn.

Dass solche Orte geradezu eine Steilvorlage für gute Geschichten sind, liegt auf der Hand.

Eine gute Idee, nun dieses etwas andere Reisehandbuch für Literaturliebhaber herauszugeben! Zumal, wenn es so liebevoll, kenntnisreich und kurzweilig zusammen gestellt wurde! Ein Glücksfall!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Redaktion Literaturtipp.com TOP 50 REZENSENT
Verstehen Sie Bahnhof? Nach dem Erzählband "Bahnhöfe - Ein literarischer Führer" bestimmt! Herausgeberin Lis Künzli hat darin über 30 Geschichten namhafter Autoren versammelt - meist in Auszügen aus Romanen und Erzählungen. Von Leo Tolstois "Anna Karenina" bis Antonio Tabucchis "Indisches Nachtstück" finden sich wahre Perlen der Literatur darunter. Reich bebildert, mit über 200 historischen und zeitgenössischen Fotographien, treten dem Leser die Bahnhöfe der Welt lebhaft vor Augen. Die einzelnen Texte werden jeweils durch ein knappes Vorwort der Herausgeberin eingeleitet, das einfühlsam in Szenerie und Handlung einführt. Ein einzigartiges Panorama breitet sich aus, in dem Bahnhöfe der Schauplatz historischer Begebenheiten, persönlicher Schicksale oder einfach nur ihrer selbst sind.

Hier einige Stationen der Lesereise durch "Bahnhöfe - Ein literarischer Führer": Erste Station: Zürich. - Russische Emigranten singen die Internationale. Der Hauptbahnhof ist Bühne eines welthistorischen Ereignisses: Wladimir lljitsch Uljanow, genannt Lenin, tritt dort am 9. April 1917 seine Reise aus dem schweizerischen Exil nach Russland an. Diesen Moment hat Stefan Zweig in seinen "Sternstunden der Menschheit" festgehalten: "Um drei Uhr zehn Minuten gibt der Schaffner das Signal. Und der Zug rollt fort nach Gottmadingen, zur deutschen Grenzstation. Drei Uhr zehn Minuten, und seit dieser Stunde hat die Weltuhr andern Gang."

Zweite Station: Mumbai. - Im "Chhatrapati Shivaji Terminus", dem prachtvollsten Bahnhof Indiens, kreuzen täglich etwa drei Millionen Menschen ihre Wege. Auf den Bahnsteigen kommt es zu den unterschiedlichsten Begegnungen. So auch zwischen einem Inder und einem Europäer. Das Aufeinandertreffen der beiden Kulturen schildert Antonio Tabucchi in seiner geheimnisvollen Erzählung "Indisches Nachtstück". Das Reisen wird dort zur Metapher für das Leben. Der Erzähler erfährt von seinem indischen Weggefährten, dass er in Mumbai nicht nur irgendeine, sondern seine "letzte Reise" antritt...

Dritte Station: Antwerpen. - In der "Centraal Station" kommt es wiederum zu einer zufälligen Begegnung zweier Reisender. Einer der beiden ist Austerlitz, Titelheld des gleichnamigen Romans von W.G. Sebald. Er führt den Erzähler in die Architektur des monströsen Bauwerks ein und erschafft im gleichen Atemzug eine ganze Philosophie der Bahnhöfe. Der monumentale Kuppelbau von Antwerpen dient ihm als Beispiel. Für Jacques Austerlitz drückt sich darin die kapitalistische Geisteshaltung des beginnenden 20. Jahrhunderts aus, spiegelt sich in jener "dem Welthandel und Weltverkehr geweihten Kathedrale."

Diese drei Stationen sind nur Streiflichter auf der Lesereise durch den Erzählband "Bahnhöfe - Ein literarischer Führer". Doch sie stehen beispielhaft für die einzigartige Sammlung an meisterhaften Erzählungen, die Herausgeberin Lis Künzli darin zusammengestellt hat. Historische Ereignisse, persönliche Schicksale und der Bahnhof selbst als Gegenstand der Literatur sind die Themen, die sich wie ein roter Faden in allen Geschichten wiederfinden.

"Bahnhöfe - Ein literarischer Führer" liest sich wie in einem Zug. Eine originelle Anthologie und abwechslungsreiches Lesevergnügen nicht nur für lange Stunden in der Bahnhofshalle!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Elli
Wer wie ich, seit frühester Kindheit mit dem Zug reist, kennt die Gegensätze von freudiger Aufbruchsstimmung, kurzweiliger Unterhaltung mit anderen Reisenden und tiefer Traurigkeit des Abschiednehmens. All dies kann man in diesem Buch wiederfinden. - Und manche Texte machen Lust, mehr vom jeweiligen Autor zu lesen.
"Ein literarischer Reisebegleiter" ist dieses Buch aber noch nicht, denn die gebundene und sperrige Ausgabe taugt nicht fürs Handgepäck. Vielleicht wird das ja mal eine Taschenbuchausgabe, die dann auch ein schönes Abschiedsgeschenk auf Bahnhöfen ist.
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