Teneriffa wurde erst im 15. Jahrhundert von den Spaniern erobert. Davor lebte eine steinzeitliche Kultur auf der Insel, dessen Mitglieder nur wenige Steinstrukturen hinterlassen haben. Richtig sehenswert im 'Baedeker-Sinne' (also Architektur, Geschichte usw.) sind eigentlich nur zwei Städte: La Laguna und La Orotava. Alles andere waren bzw. sind kleine Fischerdörfer, die ab den 50ern und 60ern des letzten Jahrhunderts immer mehr Hotelbunker und Ferienanlagen anzogen. Des Weiteren ist die Bevölkerung stetig am Wachsen, d.h. für die Städteentwicklung und Infrastruktur ist viel Veränderung Programm. Was allerdings relativ unverändert bleibt, ist die Schönheit der Natur, die schon Humboldt lobte.
Hierin liegt das Problem, dass jeder Baedekerführer über Teneriffa hat und haben wird. Die Baedekerreihe konzentriert sich auf Architektur und historische Plätze, die auf Teneriffa weitgehend fehlen. Ein Baedekerführer braucht gewachsene Verhältnisse, nicht Restaurants, die schnell wieder zumachen, Straßen, die umgebaut werden und Städte, deren Betonklotzgürtel ständig wachsen. Der Baedeker ist außerdem kein Strand- und Naturführer, nun ist es aber die Natur 'und für viele sind es auch die Strände- für die Teneriffa bekannt ist.
Dieser Baedeker Reiseführer muss auf Grund der oben genannten Schwierigkeiten mit nachsichtigen Augen betrachtet werden. Natürlich stimmt es, dass so manche hochgelobte Architektur oder Urbanisation in einem Reiseführer der gleichen Reihe über Italien noch nicht mal in einem naserümpfenden Nebensatz erwähnt worden wäre. Auch stimmt es, dass manche Restaurantempfehlungen mittlerweile einen neuen Pächter haben, der am Koch spart, oder die zu einer schicken Boutique mutiert sind. Aber der Reiseführer führt tatsächlich alle historischen und architektonischen Besonderheiten der Insel auf. Auch als Strand und besonders als Naturführer ist er nicht schlecht, denn er lockt den Touristen zu den Plätzen der Insel mit der schönsten Natur.